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Intronaut – Arena Wien

Intronaut – Arena Wien

Wenn man nicht genau weiß was einen erwartet, ist man oft klar im Vorteil, weil Überraschungen was Schönes sein können. Hat man eine Band schon einmal gesehen und war begeistert, ist die Erwartungshaltung eine andere. Man hat dann nämlich Ansprüche und kann konkret vergleichen. Der Abend stand auf jeden Fall unter einem speziellen psychedelischen Prog-Rock-Post-Metal – Stern für Liebhaber und war sehr gelungen.

Um neun Uhr fiel der Vorhang und ließ mit Castle (Homepage) ein musikalisches Gemenge aus Stoner Rock mit Doom-Metal Einschlägen den Abend eröffnen. Elizabeth Blackwells Stimme vermischte sich meinen Ohren nach nicht ganz mit den Klängen der Instrumente, ließ die Zuhörerschaft aber doch mit den Köpfen nicken.

Dass Stoner Rock- Elemente mit Doom und Sludge zusammenpassen wie Knödel mit Ei wurde schon oft bewiesen. Dass man den Genuss aber so passend gestalten kann, als hätte man selten davon gehört, ist schlichtweg großartig. The Atlas Moth (Bandcamp) tragen an manchen Stellen auch noch psychedelischen 60iger Rock im Herzen und sorgten damit für die richtige Würze. Mit kleinen Meisterstücken wie “Holes In The Desert“, “Horse Thieves“ und “An Ache For The Distance“ wurde ihre Rolle im Tourpackage mit Gojira und Devin Townsend klar verständlich. Abgesehen davon hatten die Chicagoer einen, leider im Dunkeln platzierten, Drummer auf der Bühne, der an sympathischer Kauzigkeit nicht zu übertreffen ist! Ein Foto vom ihm gibt es nur gegen Ende bei der Haarprachtpflege, denn ich wollte ihm nicht seine Seele stehlen.

Intronaut live in der Arena Wien

Als ich Anfang März die neue Scheibe von Intronaut (Homepage) das erste Mal gehört habe, war ich mir nicht ganz sicher was ich davon halten soll. Stehen die drei Vorgängeralben noch unter dem Schutz der brachialen, unbeherrschten Gitarren und wuchtiger Schlagzeugarbeit , so lassen die Kalifornier bei “Habitual Levitations” den harmonischen Sound in den Vordergrund. Das Live-Erlebnis muss trotzdem nichts einbüßen. Ihre allererste Headliner Show verdient Anerkennung, der Meinung sind auch die vielen Menschen vor der Bühne. Sascha Dunables Gesang wird immer besser und auch die Liederauswahl war nicht von schlechten Eltern. Faszinierend sind auch die stilvollen und unvorhergesehenen Tempiwechsel. Der dichte Sound schlich durchs Publikum bis ihn jeder tief eingesogen hatte. Ein ausgewogenes Verhältnis aus Verstand und Gefühl, fein aufbereitet mit atmosphärischer Verspieltheit und der richtigen Portion Brutalität.

Zu bekritteln wäre die Spielzeit des Headliners. Mit 55 Minuten haben sie im Vergleich zu ihren vorigen Konzerten fast nur den Slot getauscht.

It was amazing

meinte Gitarrenmeister Dave nach dem Konzert.

Our first Headliner Show and such a crowded room. It’s always a good feeling to come back to Vienna.

Danke Dave, das seh‘ ich auch so! Es war ein wundervoller Abend!

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Verena Oberhofer

‎~ pour moi, l’habitude est juste synonime de mort. ~

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One Comment
  • Verena

    Ich muss dazusagen, dass die 3. Scheibe (Valley of Smoke, 2013) schon weniger räudig ist und für die Habitual Levitations schon der Vorbote war. Aber solide gute Alben!