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Jimi Hendrix – People, Hell & Angels

Jimi Hendrix – People, Hell & Angels

Es schien sich nur um Sekunden zu handeln, bis nach der Ankündigung von „People, Hell & Angels“ schon Tausende Fans auf den Barrikaden standen. Einige wenige darunter wirkten aufgeregt, neues Material ihres Helden zu hören, beim Großteil jedoch schäumten – wie bei fast jedem posthum veröffentlichten Album – die Gemüter. Die Familie wolle nur Geld scheffeln, die Plattenfirma sei die Inkarnation des Bösen und Jimi Hendrix selbst war sicher der Letzte, der gewollt hätte, dass diese Aufnahmen an die Öffentlichkeit gelangen.

Der Hauptkritikpunkt vieler ist, dass die Songs des Albums zwar „unveröffentlichte Studioaufnahmen“ sein mögen, jedoch bis auf „Let Me Move You“ und „Inside Out“ allesamt schon in anderen Versionen auf vorherigen Alben Hendrix‘ zu hören waren. Wer allerdings ernsthaft behauptet, dass ein Musiker wie er jemals einen Song zweimal auf dieselbe Weise gespielt, geschweige denn aufgenommen, haben möge, sollte sich trauen, einen kleinen Blick über den Tellerrand zu werfen. Dort gibt es nämlich in diesen altbekannten Songs einige Neuigkeiten zu entdecken.

Das Produktionsteam von „People, Hell & Angels“ setzt sich zusammen aus Jimis Schwester Janie Hendrix, John McDermott und Eddie Kramer, der seit 1967 bei Hendrix‘ Studioarbeiten als Tontechniker beteiligt ist. Interessanterweise entstand nur ein Titel in den eigenen „Electric Lady“-Studios des Gitarristen, die meisten Sessions des Albums wurden im „Record Plant“-Studio (New York City) aufgenommen.

CD Cover People, Hell & Angels von Jimi Hendrix

Ursprünglich geplant waren die Aufnahmen als Follow-Up zu „Electric Ladyland“ (1968). Die Version des Klassikers „Hear My Train A-Comin‘“ stammt aus Hendrix‘ erster Studiosession mit Billy Cox (Bass) und Buddy Miles (Schlagzeug), mit denen er 1970 das Album „Band Of Gypsys“ einspielte.

„People, Hell & Angels“ hält in Arrangement und Songwriting einige markante Neuerungen bereit, darunter der Einsatz von (Blech-)Bläsern (zB. auf „Mojo Man“ und „Let Me Move You“), Keyboards, Percussion und – richtig gelesen – zweiten Gitarren! Diese völlig neuen Elemente bieten möglicherweise einen Einblick darin, wie es mit Hendrix hätte weiter gehen können, wäre es nicht 1970 zu seinem verfrühten Tod gekommen. Zukunftsmusik also, und das fast 43 Jahre nach dem Tod der Gitarrenlegende. Aufregend!

Das Album als Ganzes betrachtend, werden sich Jimi Hendrix-Fans nicht um ihr Geld gebracht fühlen. Auch wenn der Großteil der Tracks schon auf vorherigen Alben bekannt gemacht wurde, haben die Aufnahmen eine bisher ungehörte Energie, zumal auch einige gänzlich neue Elemente die CD zieren. Wer sich nach über 40 Jahren also noch immer nicht an einem der einflussreichsten Rockmusikern sattgehört hat, sei „People, Hell & Angels“ ans Herz gelegt.

Jimi Hendrix – „People, Hell & Angels“

Für Fans von: Muddy Waters, Eric Clapton, Led Zeppelin
Col (Sony Music)
VÖ: 05.03.2013
Gesehen um €15,99


 

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Daniel Kubera
“Life has improved immeasurably since I have been forced to stop taking it seriously.” - Hunter S. Thompson
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