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Kidcat Lo-fi – Kidcat Lo-fi

Kidcat Lo-fi – Kidcat Lo-fi

Können diese Augen lügen? Im Falle von Kidcat Lo-Fis neuem Album schon! Warnend prangt das Etikett „Singer-Songwriter“ auf der Schublade, in die man die junge Künstlerin zu pressen versucht. Aber ihr Album ist weit mehr als der in Dutzendware angebotene Abklatsch der Clara Luzias dieses Landes.

Kidcat Lo-Fi hat wirklich das Zeug dazu, diesem Genre eine neue, bösere Richtung zu geben. Sie ist die neue Künstlerin im Roaster des Wiener Spezialitäten Labels Problembär Records (Homepage). Und ähnlich wie bei Der Nino aus Wien war auch dieses Signing ein wagemutiger Schritt, der bestimmt frischen Wind in die heimische Musikszene bringen wird.

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Denn Kidcat Lo-Fi ist ungewöhnlich. Auf ihrem Album klingt sie wie die angepisste Schwester, die gerade auf dem elterlichen Speicher die Nirvana LP-Sammlung ihres Vaters entdeckt hat und versucht, diese Wut, den Selbsthass und die Zweifel mit ihrer geschenkten Billig-Ukulele und einem alten verstaubten Keyboard umzusetzen. Songtitel wie „My body hates me“, „Life Sucks“, „Hate Summer“ oder „I will not marry or reproduce“ geben deutlich vor, wohin die Reise geht.

Und sehr fragil und vorsichtig bettet die Produktion diese Texte in beschwingte, teilweise an Manu Chao oder gar EFFI erinnernde Arrangements. Alles im Lo-Fi-Charakter, versteht sich. Nie langweilig und sehr erfrischend. Und vor allem ehrlich. Zu keinem Zeitpunkt überproduziert, sondern einfach passend. Die Songs auf ihrem Debütalbum sind größtenteils in einsamen, schlaflosen Nächten entstanden. Viel Zeit, um nachzudenken und rumzuspinnen.

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Ende 2012 hielt ihre Vorab-Single „The Killing Smile“ bereits Einzug auf FM4, das selbst gebastelte, im heimischen Wohnzimmer gedrehte Video schaffte es in die Rotation auf GoTV. Und aufmerksamen YouTube-Zusehern war sie bereits seit Längerem keine Unbekannte mehr. Mit diversen Coversongs, unter anderem von so unterschiedlichen Künstlern wie den Nine Inch Nails, Simon and Garfunkel oder den Dresden Dolls, machte sie Folgendes deutlich: Kidcat überzeugt vor allem durch ihr Können an der Gitarre und ihren Gesang. Ähnlich wie in ihren eigenen Songs trägt sie auch hier ihr Herz auf der Zunge.

Und auch das fröhlichst arrangierte Lied wirkt durch ihre Interpretation auf eine morbide Art und Weise düster und bezaubernd.  Auf die Live-Umsetzung ihres Debütalbums darf man gespannt sein. Die nächste Chance, sie live zu erleben, gibt es im Rahmen von „15 Jahre B72“ im Mai, genauer gesagt am 27. 5. Und wer steht gemeinsam mit ihr  an jenem Abend auf der Bogenbühne? – Erraten! Ihr Labelkollege Der Nino aus Wien.

Kidcat Lo-fi – „s/t“

Für Fans von: Soku, Dresden Dolls, Clara Luzia
Problembär Records/ Hoanzl (Ö)/ Broken Silence (D)
VÖ: 05.04.2013
Gesehen um 16,99€

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Luis Pasching

äähm, mir ist grad ein bisi schlecht

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