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KIN – KIN

KIN – KIN

Gibt es ein Genre namens Festival-Rock? Wenn nicht, dann möchte man es jedenfalls beim Hören dieses Albums erfinden. Die Musik, die KIN hier machen, verlangt ja förmlich nach großen Bühnen und verschwitzte Menschenmassen, die sich dazu ausgelassen bewegen. Das setzt natürlich eins voraus: Power. Wenn das Debütalbum dieser jungen Band aus Vorarlberg eines hat, dann ist es genau das. Harter und ehrlicher Rock wird einem hier geboten – eingängig und schnörkellos.

Dabei stellen die ersten beiden Nummern “Days of Evolution“ und “Winter is Coming“ wohl eher die Autofahrt zum Festival dar. Wer kennt das nicht? Man fährt so dahin und plötzlich erschallt etwas aus den Lautsprechern, das den rechten Fuß auf magische Weise schwerer macht und man nur mehr Gas geben will. Genauso Gas geben auch KIN beim Auftakt ihres selbst betitelten Albums. Das Erfolgsrezept könnte einfacher nicht sein: Schöne Melodien, harte Riffs und wundervoll abgestimmter Gesang, der definitiv zum Mitsingen einlädt.

Kin CD Cover "Kin"

Danach wird das Tempo leicht gedrosselt, obwohl „Queen“ auch noch mit ordentlich Schwung daherkommt. Clever führt einen dann “Survive“, das den Cowboy und das Cowgirl in einigen ansprechen wird, zur klassischen Heavy-Rockballade “Challenging Panorama“ die den Spagat zwischen Sanftem und fast schon Brachialem gekonnt schafft. Wem harte Gitarrenmusik gefällt, der wird sich jetzt schon fühlen wie ein Fisch im Wasser.

Das ist leider auch der einzige wirkliche Negativpunkt des Albums. Wer diese Art von Musik kennt, für den gibt es keine Überraschungen und keine dieser “Aha-Momente“. Man vermisst ein Highlight. Es mag verrückt klingen aber alle Songs wirken fast ein bisschen zu homogen denn die zweite Hälfte geht weiter, wie die Erste endete. Für einen Festival-Auftritt oder eine Autofahrt nichtsdestotrotz immer noch optimal aber es besteht doch noch Steigerungspotenzial.

Für ein Debütalbum ist “KIN“ eine absolut solide Arbeit. Jedenfalls haben die vier Vorarlberger noch Luft nach oben und man darf gespannt sein, was wir in Zukunft noch von ihnen hören dürfen.

KIN – „KIN“

Für Fans von: 3 Doors Down, Shinedown
VÖ: 15.09.2012
Gesehen um €9,89

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David Hametner

„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.“ – Friedrich Nietzsche

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