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Kommando Elefant im Interview

Kommando Elefant im Interview

Wenn sich Musiker dazu entschließen ein Buch zu veröffentlichen, kommen meist Autobiografien dabei heraus – ganz anders läuft es allerdings bei Kommando Elefant (Homepage). Am 4. September erschien ihr erstes Buch Das große Elefanten-Lesebuch. Wir haben mit den Autoren Bernhard „Luis“ Pasching und Alf Peherstorfer darüber gesprochen und unter anderem erfahren, warum Brockhaus ihr Vorbild ist und Literaturfetischisten etwas verdutzt aus ihren Lesungen kommen.

Gebt uns mal einen kleinen Einblick in den Inhalt des Buches. Was kann man alles darin finden?
Das Buch ist eine kleine Retrospektive unseres alltäglichen Wahnsinns, ein Manifest der Klo-Lliteratur. Es beinhaltet eine Reihe von absurden Kurzgeschichten, die im Grunde auf Erlebnisse einer fiktiven Band beruhen, die nichts mit uns zu tun hat. Dazu gibt’s prophezeiende Zeichnungen, Kochrezepte und Tourerlebnisse. Und ganz viele Träume.

Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben? Ist ja nicht alltäglich für eine Band.
Die Idee bestand bestimmt genauso lang wie die, eine Band zu gründen und zu musizieren. Ein eigenes Buch zu schreiben ist doch der Traum eines jeden! Wir hatten nur das Glück auf einen Verlag zu treffen, der uns hierbei unterstützt hat und sich über dieses Werk drüber getraut hat.

An ein Buch geht man wahrscheinlich etwas anders heran als an ein Album. Wie war der Entstehungsprozess? Oder habt ihr einfach drauflos geschrieben und es dann gesammelt?
Da gab es unterschiedliche Ansätze. Teilweise beinhaltet das Buch Geschichten, die bereits lange in der Schublade lagen, andere entstanden im Prozess selbst. Insofern war das ähnlich wie bei einer CD-Produktion.

Jetzt stehen ja auch Lesungen und eine Lesereise an – Wie gefällt euch das bis jetzt?
Das ist großartig! Man muss keine Instrumente schleppen, reist im Speisewagen der ÖBB und die Lesungen sind oft unter Tags, sodass die Aftershowparty umso früher beginnen kann. Außerdem ist es äußerst interessant, Leute während Lesungen zu beobachten. Das Publikum ist bei jeder Lesung so verschieden, von Rock’n‘Roll Fans bis hin zu Literaturfetischisten, denen unsere Lesungen eher schräg einfahren. Wir lesen ja nicht nur ein paar Seiten, sondern projizieren all mögliche Dinge an die Wand. Wir intonieren Songs auf der Gitarre, während das Publikum dem projizierten Text auf der Leinwand folgen kann.

Kommando Elefant "Das große Elefanten-Lesebuch" Cover

Gibt es schon Pläne für eine Fortsetzung oder habt ihr schon wieder genug vom Autorendasein?
Nein, im Gegenteil! Das zweite Buch ist bereits im Entstehen, es ist eine ganz neue spannende Szene in die wir gerade eintauchen und an ein Ende wollen wir noch gar nicht denken. Ziel ist es am Ende, wie beim Brockhaus, ganze Bibliotheken ausschließlich mit unseren Werken zu füllen.

Könntet ihr euch auch vorstellen einen Roman zu schreiben oder bleibt ihr lieber bei Kurzgeschichten?
Mmmh, also dieses Buch ist zu zweit entstanden. Gemeinsam an einem Roman zu arbeiten halte ich für unmöglich, zu verschieden sind die Herangehensweisen. Insofern wären Kurzgeschichten einfacher zu realisieren. Nicht ausgeschlossen sind natürlich Solobücher!

Von welchen anderen Bands und Künstlern würdet ihr euch Bücher wünschen – fernab der klassischen Autobiografie?
Ich finde eigentlich jede Bandgeschichte spannend und erzählenswert. Am interessantesten sind bestimmt die Rock’n’Roller der alten Schule, die haben bestimmt am meisten zu erzählen vom Rock’n’Roll Lifestyle. Von den aktuellen Acts würde ich gern etwas lesen von Israel „IZ“ Kamakawiwoʻole, aber das ist wohl so nicht mehr machbar posthum…

Wenn ihr morgen in die Rolle eines Buchcharakters schlüpfen könntet, welcher wäre das?
Ich glaube, wenn man bestimmte Geschichten der „Rock’n’Roll Radau und Ärger“-Reihe durchliest, die im Buch enthalten sind, kann man vielleicht die ein oder anderen realen Charaktere erahnen… Insofern wären es dann wohl die.

Was war das schrecklichste Buch, das ihr je gelesen habt?
Ich würde sagen, Feuchtgebiete.

Zum Abschluss – Wann kann man musikalisch von euch mit etwas Neuem rechnen?
Wir sind aktuell gerade dabei, das vierte Kommando Elefant-Album zu finalisieren. Eine erste Single wird es im Februar 2014 geben – das Album folgt dann so im Wonnemonat Mai. Anfang Jänner fahren wir noch auf eine kleine „Antest“-Tour nach Deutschland. Wir freuen uns auf das neue Material!

 

Vielen Dank für das Interview!

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Vanessa Spanbauer
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