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Only Lovers Left Alive – Filmkritik

Only Lovers Left Alive – Filmkritik

Mit einer Vampirromanze feiert Jim Jarmusch (Coffee and Cigarettes) sein Comeback. Only Lovers Left Alive heißt seine neue Kreation, die am 25. Dezember 2013 anläuft.

Nach anfänglichen Problemen, was die Umsetzung betraf, konnte Jarmusch nach sieben langen Jahren endlich seine Idee eines Vampirfilms umsetzen und das mit Bravour. Jarmusch gelingt der Spagat zwischen Romanze und blutsaugenden Wesen, ohne in die Falle von Kitsch und Langeweile abzugleiten. Durch die bildhafte Darstellung von Liebe ohne viel Gerede. Der Film braucht keine Ausschweifungen, er konzentriert sich aufs Wesentliche und schafft es durch das Herunterbrechen auf einfache aber dafür beeindruckend gemachte Szenen, alles so darzustellen, wie man es sich nur wünschen kann.

Dialoge gibt es bei dem circa zwei stündigen Film sehr wenige, da Jarmusch abgesehen von der Bildgestaltung sich auf die Musik stürzt. Es heißt zwar ein Bild sagt mehr als tausend Worte, aber auch einzelne Gitarrentöne können eine ganze Welt erschaffen. Mit gerade dieser Einfachheit, die Jarmusch unglaublich gut beherrscht (siehe: Dead Man), kreiert er einen Film, der abgesehen von seinem künstlerischen Wert, dadurch schön anzusehen, auch noch eine Liebesgeschichte zu erzählen vermag, die an die Zeiten der Romantik erinnern lässt.

Abgesehen von seiner feinen Art, einen Film zu produzieren, lässt er nur ganz spezielle Schauspieler in seine Figuren heran. Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton (Broken Fowers, Michael Clayton) und Tom Hiddleston (Midnight in Paris, The Deep Blue Sea) beeindrucken, nicht nur durch ihr Erscheinungsbild als bleiche Vampire der Nacht, sondern gerade auch durch ihre Coolness, die gepaart mit der Slowness einen in ihren Bann ziehen. Mehr als die beiden Schauspieler bräuchte Jarmusch nicht, doch auch für die kleineren Nebenrollen holt er sich die ganz Großen, wie John Hurt (Der Elefantenmensch, Melancholia) oder Jeffrey Wright (Broken Flowers).

Tilda Swinton & Tom Hiddleston

Tilda Swinton & Tom Hiddleston

Neben der schauspielerischen Leistung, die alle ablieferten und der sensationellen Bildgestaltung ist gerade die Musik ein wichtiger Bestandteil des Films. Jozef van Wissem der 2012 schon ein Album mit Jarmusch veröffentlichte, arbeitet auch diesmal wieder mit ihm zusammen. Psychedelischer Flair, gemischt mit Klassik eingebettet ihn Rock und Soul. Auch hierbei belässt Jarmusch es größtenteils bei der Akustik und verwendet so gut wie keinen Gesang bzw. Lyriks. Bescheiden, einfach und deswegen auch wunderschön. Er bleibt beim Ursprung, schon bei den Namen der Darsteller eindeutig zu sehen: Adam und Eve. Weniger ist oft mehr und Only Lovers Left Alive schafft es, das Vampirgenre wieder attraktiv zu machen. Auch wenn man es schon fast wieder abgeschrieben hätte, denn:

Adam, that’s so fifteen century!

Only Lovers Left Alive

Kinostart: 25. Dezember 2013
Genre: Vampirromanze
Regisseur: Jim Jarmusch
Cast: Tilda Swinton, Tom Hiddleston
Land: USA
Dauer: 122 Minuten
Film Website
Filmverleih: Pandora Film Verleih (Deutschland)
Für Fans von: Dead Man, Nosferatu

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