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Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away

Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away

Laut eigener Aussage erhielt Nick Cave letztes Jahr folgenden Ratschlag: „It’s time you make a f***ing record – get your head out of Hollywood’s anus and do some writing!“ – was er dann auch tat. Nach Schreiben von Büchern und Filmmusiken trommelte Nick Cave für sein mittlerweile fünfzehntes Studioalbum „Push The Sky Away“ wieder die Bad Seeds zusammen, damit unter anderen auch Warren Ellis. So wie auf dem letzten Album „Dig Lazarus Dig“, trägt auch dieses Album seine virtuosen Einflüsse. Anscheinend braucht der selbst ernannte Musik-Poet Cave solche kongenialen Partner, um gute Kompositionen zu finden. So wie er es eben auch jahrelang mit Einstürzenden Neubauten-Mitglied Blixa Bargeld tat.

„Push The Sky Away“ ist eine ruhig vor sich hin wabernde Soul-Platte, die für Nick Cave nicht klassischer sein könnte. Und doch überraschte der alte Haudegen mit der neun Track langen LP z.B. auch die Plattenfirma. Der Plattenboss hat ihn angeblich nach dem ersten Hördurchgang ernsthaft gefragt, ob er tatsächlich glauben würde, jemand könne sich das 45 Minuten lang anhören? Cave war überzeugt davon.

Nick Cave and The Bad Seeds fünfzehntes Studioalbum Push The Sky Away

Schon im ersten Song, der auch gleichzeitig die erste Single ist, „We No Who U R“ zeigen Nick Cave & The Bad Seeds (Homepage, Enemy-News zu Nick Cave) wohin der Weg geht. Anscheinend hat sich Cave mit seinen Kumpanen im Altherren-Garagen-Proll-Rock-Projekt Grinderman gut verausgabt und ausgelebt. Die Midlife-Crisis ist also überwunden und man kann wieder getrost den Künstler Nick Cave bewundern. Apropos bewundern: Seine Frau ziert mit ihm das Cover, welches der französische Fotokünstler Dominique Issermann eingefangen hat.

Als Glanzstück des Albums entpuppt sich der Track „Mermaids“, der von der Intensität fast schon an frühere Stücke wie „The Ship Song“ erinnert. Unweit dahinter liegen dann schon das entzückende „Wide Lovely Eyes“ oder der für Gänsehaut sorgende Abschlusstrack „Push The Sky Away“. Generell wird bei den sehr minimalistisch gehaltenen Songs wirklich Wert darauf gelegt, dass möglichst kein Instrument den Song dominiert. Caves Stimme, Violinen, Gitarren, Klavier und ein etwas vertrackter, aber doch gefinkelter Beat, fügen sich in den Songs hervorragend zu extrem atmosphärischen und stimmigen Konzepten zusammen.

Es ist aber keineswegs zu befürchten hier ein extrem beanspruchendes und sich selbst zu ernstnehmendes Werk vor sich liegen zu haben. Nick Cave schmuggelt hier und da auch immer wieder gerne ein Augenzwinkern ein, das nur wenige können, dürfen und auch tun. So folgt dem Song „Jubilee Street“ später das hervorragende „Just Finishing Jubilee Street“. In Mermaids singt er z.B.

I believe in God, i believe in mermaids too, i believe in 72 virgins on a chain (why not, why not)

und pendelt in diesem Stück hervorragend zwischen sexuellen Anspielungen und romantischer Lyrik hin und her. Hin oder her: „Push The Sky Away“ sind Nick Cave & The Bad Seeds in Höchstform!

Nick Cave & The Bad Seeds – „Push The Sky Away“

Für Fans von: Grinderman, Bob Dylan
Bad Seed Ltd.
VÖ: 15.02.2013
Gesehen um €12,99

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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