Home   /   Live Reviews  /   Nova Rock Festival 2013 – Tag 2

Nova Rock Festival 2013 – Tag 2

Nova Rock Festival 2013 – Tag 2

Ein heißer Tag erwartete die Nova Rocker, viel nackte Haut und literweise Bier. Unsere Highlights?

[checklist]

  • Erkenntnis des Tages: Bei steigenden Temperaturen werden die Nova Rocker immer leidenschaftlicher und geben sich schon mal zwischen den Kloreihen und Pissoirs – oder aber schon barbusig vor der Red Bull Stage – ihrer Leidenschaft hin.
  • Gerücht des Tages: KISS betreten die Bühne mit einem fetten Hubschrauber – hat sich als Fake erwiesen 😉
  • Band des Tages: Natürlich sind eben besagte KISS wahnsinnig toll, liefern eine grandiose Show, Leuchtraketen, fetzige Gitarrensoli, eine gigantische Videowall und natürlich Gene Simmons Zunge – die Liste hier ist lang! Deichkind lieferten ein sauberes Kontrastprogramm und auch Bosse, der zu früher Stunde spielte, konnte überzeugen.
  • Bestes Outfit des Tages: Den Anwärter für diese Kategorie fanden wir am Boden liegend bei Parkway Drive: seine ausgehöhlte Wassermelone ist für uns gleichzeitig die Kopfbedeckung und Schattenspender des Jahres!
  • Epic Fail des Tages: So manch ein männliches Geschlechtsteil kann man ja bei Festivals sehen, ist nichts neues. Aber dass sich eine etwa 16-jährige einen halben Meter neben den Hauptausgang hockt, kurz bevor der Headliner endet, ihr Geschäft verrichtet und sowohl ihren blanken Hintern, als auch ihr (frei nach Scrubs) Schmuckkästchen präsentiert, war der Supergau des Abends.
  • Ansage des Tages: „Da hab‘ ich meine Oma besucht und die ist ziemlich gelähmt.“ – Bosse
  • Essen des Tages: Nachdem wir endlich das Subway-Standl gefunden und uns durch die Menschentrauben gequält hatten, mussten wir leider feststellen, dass so ein kleines Laberl mit einer Scheibe Schinken, Käse oder sonst was stolze 5 Euro kostet. Da haben wir uns lieber wieder auf Altbewährtes zurückbesinnt und uns ein Stück Salamipizza bei Pizza Mario gegönnt. Mhmm it’se me Mario!
  • #wtf-Moment des Tages: Auch heute ist Jared Leto mit seinen Jungs von Thirty Seconds To Mars noch ganz vorn dabei in dieser Kategorie, nachdem wir erfahren haben, dass man sich die Autogramme der Band beim Volume-Zelt nur abholen durfte, wenn man auch eine CD kauft! So einige warteten mit gekaufter CD und standen dann leider vor einem bereits leeren Autogrammzelt. Uncool!
  • Schlimmster Outfit-Fehlgriff: Wir wundern uns noch immer über den Vorfall am Nachmittag: warum trägt man als Dame im besten Alter einen grobmaschigen Netz-BH (Nippelgröße) ohne ein Stück Stoff drunter oder drüber?
  • Tageswetter: Endlich können wir über das 0815-Suderthema überhaupt motschgern: es war unheimlich heiß! Fünf Minuten ohne Schatten und die Sonne ließ den Schweiß nur so aus den Poren strömen.

[/checklist]

novarock3

Konvarockige Kopfbedeckung

Nachdem Till Lindemanns (Rammstein) Penismaschine unendlich viel Schaumsperma vergoss, machten wir uns am Tag 1 auf den Weg Richtung Schlafplatz und süße Träume. Eine kühle Nacht sollte uns erwarten – und eine umso brennendere Sonne weckte uns um 9 Uhr früh auf. Der Start in den Tag war für einige ein halber Liter Mineralwasser, für andere eine kalte Dusche aber für wahrscheinlich die meisten ganz simpel die Retourkutsche von gestern. Die Kopfwehtabeltten lassen grüßen, guten Morgen!

Nach ein paar Stunden voller Frühstück, Herumliegen und Diskussionen über den letzten Abend machten auch wir uns wieder auf zum Kerngelände, wo schon Amaranthe auf uns und viele andere warteten. Nachdem die Air Berlin sie scheinbar nicht mitfliegen lassen wollte, verspätet war oder sonsiges, waren Amaranthe so verwirrt, dass sie gleich einmal den aufgelegten Klassiker-Fehler darboten: „Air Berlin fucked it up – but Australian Airlines.. aha Austrian Airlines came to help us!“ Ein nettes Highlight des Tages war die Red Stage-Show von Axel Bosse alias Bosse, der Singer Songwriter, der mit seiner Band ruhigere Klänge anschlug. Es folgten IAMX, eine fast polarisierende Band mit viel Schminke und verrückter Attitüde. Die einzige österreichische Band auf einer Hauptbühne waren Bauchklang – jeglichen anderen heimischen Klängen (All Faces Down, Alkbottle) konnte man leider nur am Red Bull Brandwagen, der dieses Jahr junge Bands fördert und die kleinen Bühnen ersetzt, lauschen. Zum ersten Mal an diesem Tag mehr Leute ins Kerngelände zogen die Australier Parkway Drive, die viel Staub mit massenhaft Moshpits aufwirbeln ließen, der an den von Sonnencreme verklebten und von der Hitze verschwitzten Körpern nur so kleben blieb. Ja, das ist das Nova Rock!

kiss

Die genialen Kiss am Nova Rock

Zu späterer Stunde nach einem lustigen Soundcheck („Yksi, kaksi“) begannen die finnischen Heart-Rocker HIM (Abkürzung für His Interal Majesty, gewusst?) mit ihrem Set und ließen beim siebten Lied Mädchen- (oder schon Frauen-)herzen lauter pochen: Join Me In Death heißt ja ihre berühmte Zeile und der schon etwas gealterte Sänger Ville Valo versprühte einen Charme, dass ihm die Mädels nur so in seinem Death jointen. Seufz.
Ganz anders verstand man es auf der Red Stage mit den bunten, lauten Deichkind, die zwar zum x-ten Mal hintereinander eine Festivalshow in Österreich spielen und die wir alle schon mehrmals gesehen haben, die Bühnenshow ist aber mit einem frischen Touch versehen worden und dieser Dynamik und der Freude, die da überschwappt, kann man nicht entgehen. So findet man sich immer wieder inmitten von Menschenmassen: Arbeit nervt niuniuniuniuniu. Herrlich!

Beim großen Finale überzeugten die großartigen Mannen von KISS in Schwarzweiß nicht nur mit fettem Outfit, sondern natürlich mit einer fetzigen, wilden Pyro- und Lichtshow, die noch so einiges auf den Rammstein-Gig vom Vortag draufsetzte. Eine vollkommene amerikanische Produktion: es wären ja nicht KISS wenn sie nicht statt eines langweiligen Backdrops eine fette, über die komplette Bühne gehende LED-Wall hätten und über ihnen gigantische Spinnenbeine aus Stahl hängen würden. Was wirklich schön ist, ist der Fakt, dass man sich mit den vier Amerikanern in die 80er zurückgesetzt fühlt und kein Anzeichen von Alterserscheinungen zu sehen ist. Immerhin könnten sie von 40 Jahren im Rockbusiness und mit dem Alter angehend an die 70 schon gezeichnet sein – im Gegensatz zu Till Lindemann von Rammstein (um die 40) und Keith Flint, Prodigy-Sänger, (um die 45) sind sie nämlich noch sehr vital und authetisch!

Alle Fotos von Tag 2

Nova Rock Homepage

Home   /   Live Reviews  /   Nova Rock Festival 2013 – Tag 2

Tags

Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
Related Article
2  Comments