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OK KID im Interview

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OK KID, das sind Sänger Jonas Schubert, Keyboarder Moritz Rech und Beatbastler/Schlagzeuger Raffael Kühle. Nach ihrem Vorgängerprojekt Jona:S starten die Drei nun unter dem neuen Namen OK KID und ihrem gleichnamigen Debütalbum, welches am 5. April 2013 erschien, durch. Wir von enemy.at trafen die neue deutsche Pop-Band zum Interview, wo uns Jonas und Moritz Rede und Antwort standen:

 

Ihr habt euch von eurem Vorgängerprojekt Jona:S zu OK KID umbenannt. Ihr habt selbst auf der Homepage als Erklärung geschrieben, dass sich der Name mehr oder weniger von der Band Radiohead ableitet, in Bezug auf eure zehn wichtigsten Alben. Stellen Radiohead dadurch einen großen Einfluss für euch dar?
Jonas
: Ja das klingt nach mehr als man glaubt. Ich glaub, wenn du jetzt blind Radiohead Fans die Platte schenken würdest, dann würd ich nicht wissen, ob die so viel damit anfangen können. Ich meine die Alben finden wir natürlich super, aber das ist auch nicht der einzige oder wichtigste Einfluss. Es war eher spaßig, dass wir alle drei beide Alben auf unserer Top-Ten-All-Time-Favourite-Liste drauf hatten (Anm.: die Rede ist von den Alben „OK Computer“ und „Kid A“). Dann haben wir einfach rumgesponnen, aber wir haben uns jetzt nicht so genannt, weil wir so große Radiohead Fans sind.

Und wer war dann musikalischer Einfluss für euch?
Moritz
: Ganz ganz viel, das kann man ja manchmal gar nicht so genau sagen. Ich mag Bands wie Phoenix, Mike Snow oder Massive Attack und war auch ein großer Queen Fan. Was da genau der Einfluss ist, wo das herkommt, was man gerade macht ist total schwer zu orten und macht man ja auch nicht.
Jonas: Ich glaub auch so die Einflüsse, die man selbst hat, man kann das gar nicht sagen, was man davon auf der Platte dann hört. Weil du das einfach so unterschwellig verarbeitest und irgendwann wird dein eigener Stil aus der ganzen Musik, die du aufgesaugt hast.

OK KID im Interview

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Was uns bei eurem Album auch aufgefallen ist, dass ihr nur zwei Feature-Gäste drauf habt. War das absichtlich gewählt, weil aktuell scheint es ja eher der Trend zu sein viele Feature-Gäste auf ein Album zu packen. Oder war es euch wichtiger eure persönliche und eigene Note einzubringen?
Jonas
: Wir finden zwei durchaus viel, weil das ist ja unser erstes Album und da haben wir einfach auch sehr viel selbst zu erzählen. Mit den Features war es einfach so, dass wir mit Gerard und Olli zwei Feature-Gäste hatten, mit denen wir auch gut zusammenarbeiten konnten. Wir haben jetzt nicht irgendwie dringend nach einem Feature gesucht, sondern das hat sich einfach aus Sessions heraus ergeben.
Moritz: Es war auch nicht geplant dass wir zwei Freatures unbedingt machen wollen, es hätte genauso gut passieren können, wie Jonas schon sagte, dass aus den Sessions mit denen nicht viel kommt und dass wir dann nur eins gehabt hätten oder keines. Es hätte uns genauso noch ein Feature über den Weg laufen können dann wären’s drei gewesen.

Ihr verkauft euer Album auch über iTunes und habt da noch zusätzlich einen exklusiven Song drauf. Denkt ihr persönlich, dass iTunes immer wichtiger wird für den Verkauf und dass immer mehr Käufer und Fans eher durch die elektronischen Wege aufmerksam werden als im Plattenladen?
Jonas
: Deutschland hinkt da ja eigentlich noch ziemlich hinterher. Wenn man sich die Verkäufe im Ausland ansieht, gerade USA und England, dort hat der digitale Verkauf einen viel höheren Anteil als der physische. Es war mir ehrlich gesagt nicht bewusst, dass ziemlich genau die Hälfte aller verkauften Alben bis jetzt auch über iTunes waren. Mir war es eigentlich immer wichtig, dass Leute sich die Platte vorbestellen und dass sie in die Läden gehen, weil so kenn ich das. Auf einmal haben wir gesehen wir sind in den iTunes Charts Top 15, dann Top 12 – was ist denn da los? Da hab ich es wirklich erst realisiert das es auch echt viele Leute über iTunes kaufen.
Moritz: Ich weiß auch nicht, ob man da so eine generelle Entwicklung absehen kann. Weil zum Beispiel wir haben auch Vinyl gemacht und das hat uns auch überrascht, dass der Vinylkauf jetzt wieder nach oben ging.
Jonas: Wir haben fast so viele Vinyl-Alben verkauft wie CD’s und das find ich krass. Jetzt nicht mehr, aber in der ersten Woche war es zumindest so, dass Vinyl fast gleich viel gekauft wurde wie CD. Vinyl hat einfach so eine Wertigkeit find ich, und wenn man weiß die Fans lieben Vinyl dann weiß man auch es sind noch selektive Musikhörer und nicht irgendwelche Idioten, die sich das umsonst aus dem Netz ziehen und dann bei „Umsonst und Draußen Festivals“ vielleicht mal vorbeikommen oder so. (lacht)
Moritz: Naja ganz so kann man es jetzt auch nicht sagen. Man kann es auf jeden Fall auch bei iTunes kaufen. (lacht)

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Ihr werdet heuer auch auf einigen Festivals spielen wie Frequency, Southside und Hurricane. (Jonas zu Moritz: „Heuer heißt übrigens dieses Jahr“ – „Achso, ich dacht schon heute“) Gibt es da eines, worauf ihr euch schon besonders freut?
Jonas
: Also wir freuen uns auf alle, weil es sind mittlerweile schon über 30 diesen Sommer. Es ist unglaublich, was dieses Jahr live geht, wir haben auch schon gesagt dieses Jahr werden wir fünf Jahre älter werden und dann sehen wir wahrscheinlich ziemlich durchgerockt aus. Natürlich freuen wir uns als Rap Fans auf dem Splash aufzutreten, das ist für uns schon was krass Wichtiges. Aber auch einfach der Misch-Masch, weil man merkt, die Leute können uns so nicht richtig einschätzen. Für die Hip Hop Fans sind wir der Indie-Act im Rapkontext, für die Indie Leute sind wir die Hip Hopper. Und das ist halt lustig, so können wir einfach überall spielen (lacht).
Moritz: Wir sind auch echt gespannt, was hier in Österreich so geht. Wir haben gehört, dass wir auf FM4 laufen und das ist ja super schön. Und auch mit Frequency und so ist das eine ganz neue Welt für uns (lacht).

Dazu gleiche eine Anschlussfrage: lieber die große Festivalbühne oder der kleine Club?
Jonas
: Momentan der kleine Club. Der kleine Club der voll ist auf jeden Fall. Ist besser als die große Festivalbühne, die nur halb voll ist, oder eben halb leer.
Moritz: Wo du dann um zwölf Uhr mittags spielst.
Jonas: Aber generell waren Festivals natürlich schon immer die Königsdisziplin. Da wollten wir immer spielen, wo du einfach ganz viele verschiedene Leute hast, ganz viel unterschiedliche Mucke und da einfach auch gut anzukommen, ist glaub ich auch geil.
Moritz: Das ist in sieben Jahren Bandgeschichte der erste große Festivalsommer.

OK KID im Interview

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Weil du es selber gerade erwähnst – nach sieben Jahren Bandgeschichte hat euer Debütalbum relativ lange gedauert. Denkt ihr dieser Reifungsprozess war notwendig, damit das Album auch so werden konnte wie es jetzt ist? (Chakuza gesellt sich zu OK KID auf die Couch)
Jonas
: Voll. Apropos Reifungsprozess, da sitzt grad Chak neben uns (lacht) und hättest du uns mal vor drei oder vier Jahren gefragt, ob Chak, wir und bei den anderen Four Abenden waren ja auch noch Robots Don’t Sleep mit dabei, auf einer Bühne stehen können, und dass die Leute das gleichzeitig abfeiern, hätt ich gesagt auf keinen Fall, das passt nie zusammen. Und jetzt sieht man auch, dass sich der Kreis auch wieder schließt.
Chakuza: OK KID (Homepage) ist die beste Band der Welt wenn ich das mal so in den Raum werfen darf (lacht), ohne Scheiß Alter!
Moritz: Wir brauchten das auf jeden Fall, weil wir einfach auch nicht die Zeit hatten, in den ersten Jahren die Mucke zu machen die wir machen wollten zum Teil. Weil wir uns damals früh mit etwas zufriedengeben mussten, weil wir auf Deutschland verteilt waren und dadurch war auch alles so unter Druck passiert. Jetzt mit dem Album konnten wir uns das erste Mal Zeit nehmen und uns nur darauf konzentrieren.

Welcher klassischen Musikrichtung würdet ihr euch dann zuordnen? Weil ihr sagt ja auch selber in Interviews, dass ihr alle drei eure eigene Note reinbringt und das zusammenpackt.
Jonas
: Das Einfachste was wir wirklich sagen ist Popmusik, weil es auch Pop ist. Für mich als Rap Fan ist es nicht wirklich Rap. Für mich als auf der anderen Seite wieder Massive Attack und Radiohead Fan geht es auch nicht in die Richtung. Es ist Popmusik, auch wenn man damit anscheinend in Deutschland provoziert und viele Leute sagen Popmusik ist scheiße. Deshalb find ich es umso cooler zu sagen wir machen Popmusik und die Leute sollen es sich anhören und dann feststellen Popmusik ist gar nicht so schlecht. Ich würd’s echt feiern, wenn man in fünf Jahren auch das Wort Pop nicht mehr so negativ gebraucht, weil in anderen Ländern ist es fast schon immer so das Popmusik auch richtig geile Mucke sein kann. Deshalb ist Popmusik für uns eigentlich am einfachsten, weil man muss sich einfach nicht lange irgendwo einordnen, sondern das können dann die anderen machen.
Chakuza: Popmusik ist auch eigentlich die Königsklasse. Wenn du damit spielen kannst und richtig, richtig guten Pop machst, hast du gewonnen.

 Vielen Dank für das Interview!

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