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OK KID – OK KID

OK KID – OK KID

Jonas, Moritz und Raffi stammen allesamt aus der ländlichen Gegend um die Stadt Gießen in Hessen und sind dort gemeinsam groß geworden. Plötzlich bereicherte aber etwas das Leben der Drei, was dem langweiligen Dorftrott ein Ende zu bereiten schien – Hip Hop. Unter dem Namen jona:S veröffentlicht die damals noch siebenköpfige Kombo zwei EPs mit dem Namen „Elektrisch“ und „Grau“. Es werden über 200 Konzerte in dieser Formation gespielt, darunter auch Auftritte bei Rock am Ring und am Open Flair Festival. Doch wie man sich das nur allzu gut vorstellen kann, ist die Organisation von Proben und Konzerten mit sieben Personen, die in unterschiedlichen Städten wohnen, denkbar schwierig.

Auch wenn die Band in dieser Konstellation auseinanderbrach, war aber für Raffi, Moritz und Jonas musikalisch noch kein Ende in Sicht. Es war an der Zeit für etwas Neues, somit wurde jona:S ad acta gelegt und OK KID (Homepage) gegründet.

Würden Frittenbude, Marteria und Clueso ein gemeinsames Album produzieren, würden die Songs den 13 Titeln auf „OK KID“ vermutlich stark ähneln. Es ist eine Mischung aus intelligentem Sprechgesang mit tragenden Melodien und teils sehr treibendem Rhythmus, aber auch ruhigen und melancholischen Nummern.

CD Cover "OK KID" von OK KID

Hervorzuheben ist an dieser Stelle „Stadt ohne Meer“, ein Song, der direkt beim ersten Hören mitreißt und auch bis zum Ende nicht mehr loslässt. Man kann gar nicht anders als den Kopf im schnellen Rhythmus mitzubewegen und in der Gegend herumzunicken. Ähnlich ist es beim direkt darauf folgenden Titel „Einsatz“, der sich aber im Vergleich sehr viel ruhiger präsentiert. Auch wenn nicht alle Nummern so packend sind, wie diese Zwei, handelt es sich um überaus gute und intelligente Musik. Als kleine Überraschung am Ende erscheint „Mehr Mehr“, da es sich dabei um einen unerwarteten Acoustic-Song handelt. Der mit Klavier eingespielte Titel hat einen unglaublich bitteren Beigeschmack, dessen Text wiederum zum Nachdenken anregt.

Es wird nicht, wie man es sonst von vielen Deutschen Rappern kennt, auf dicke Hose und Ghettogangster gemacht, sondern es werden Alltagsprobleme, wie sie jeder kennt, behandelt. Es geht um die Gesellschaft in der wir leben, um Erlebnisse die wir teilen und kennen, oder denen wir bewusst aus dem Weg gehen. Fast jeder Song schafft es auf seine eigene Art zu berühren und man findet sich ständig in den eindringlichen Texten wieder, die ausreichend Platz für Selbstironie und den ein oder anderen Schmunzler lassen.

OK KID- „OK KID“

Für Fans von: Frittenbude, Marteria, Deichkind
Four Music (Sony Music)
VÖ: 05.04.2013
Gesehen um €13,99

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