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Parov Stelar Band – Burg Clam

Parov Stelar Band – Burg Clam

In einer der wunderschönsten heimischen Konzertlocation, besuchte uns einer der wunderbarsten heimischen Acts: Parov Stelar performte mit seiner Band am 19. Juli in der unvergleichlichen Burg Clam bei herrlichstem Wetter und großartigen Bedingungen.

Während am späten Nachmittag die ersten Gäste eintrudelten, zeigte bereits die erste Band Escort (Homepage) ihr Können. Doch beinahe niemand nahm sich die Zeit zum Tanzen. Über das gesamte Gelände verteilt, wurde noch auf Picknick-Decken gechillt und die Musik verlief mehr im Hintergrund.

Bei der zweiten Vorband, La Rochelle (Homepage), versammelten sich schon langsam tanzwütige Menschenmassen vor der Bühne. Die Band, die bei Parov Stelars eigenem Label etagenoir unter Vertrag steht, gaben ihre Hits wie Work That Body, Burning In My Soul oder Jay Jay zum Besten. Vom Stil her, bewegen sie sich in eine ähnliche Richtung wie Parov Stelar, jedoch ohne den Swing aus den 20er Jahren. Auf alle Fälle sehr hörenswert und live überzeugen die beiden Herren und die Dame auch.

Danach musste jeder einfach aufstehen. Jestofunk (Homepage) waren an der Reihe. Die erfahrenen Musiker beschallten das Publikum gekonnt mit einer ordentlichen Portion Funk (sagt eh der Name schon) und da blieb kein Bein mehr ruhig stehen. Nach dem zweiten Song betrat dann endlich der lang ersehnte Ce Ce Rogers die Bühne, der schon seit eh und je mit Jestofunk zusammenarbeitet, und war an Peinlichkeit kaum zu übertreffen. Er schlenderte schon zu lässig auf die Bühne, um danach auf seinem Umhänge-Synthesizer die amerikanische Nationalhymne katastrophal zu performen, während sein Instrument teilweise ausfiel. Gleich im Anschluss hielt er Predigten über die Missstände in seinem Heimatland, dass dort 20 Kinder auf dem Schulweg erschossen wurden und deshalb braucht er jetzt unsere Energie. Fuck The What! Wenigstens war sein Gesang gewohnt grandios, die Zwischenkommentare hätte er sich aber sparen können. Das Publikum ignorierte diese zum Glück und tanzte weiter zu Superhits wie Can We Live.

Gegen halb zehn war es dann endlich soweit: Die Band rund um Parov Stelar (Homepage) betrat die Bühne und lieferte einen energiegeladenen Auftritt, so als gäbe es kein Morgen. Kleine Randnotiz: Da einige die Burg Clam noch nicht kennen, die Location kann man sich wie eine viel größere Arena Wien vorstellen. Dadurch, dass man auf einem leichten Hang steht, sieht man von überall perfekt auf die Bühne. Somit versuchen die meisten auch nicht unbedingt ganz vorne zu stehen und man hat extrem viel Platz. Diesen braucht man auch zum Tanzen. Vor allem bei der Parov Stelar Band.

Mastermind Marcus Füreder hielt sich gewohnt im Hintergrund und dirigierte seine fantastische Band durch den gesamten Auftritt. An dieser Stelle muss mal gefragt werden: Was nehmen Max The Sax und Jerry Di Monza, dass sie mit so einer gewaltigen Energie die ganzen 100 Minuten durchhielten? Sie sprangen, spielen sensationelle Soli  und bliesen das Saxophon und die Trompete, so als hätten ihre Lungen ein unendliches Volumen. Mit den beiden gründete Marcus Füreder auch das „Nebenprojekt“ The Parov Stelar Trio, wovon die beiden Songs Doctor Foo und The Invisible Girl von der gesamten Band live performt wurde.

Auch hervorheben muss man die Künste von Bassist Michael Wittner und Drummer Willie Larsson Jr. Leider gab es dieses Mal kein Drum Solo, dafür aber ein lässiges Bass Solo. Die Frontfrau Cleo Panther gab sich wieder supersympathisch und bewegte ihre Hüften sehr elegant. Bei diesem Konzert gab es zwei für mich persönliche Premieren: Erstens sprach Cleo Panther endlich mal Deutsch mit dem Publikum und nicht Englisch, so dass man sich der Band irgendwie näher füllt. Und zweitens war die Stimmung so der Wahnsinn, dass selbst nach der Zugabe, als die Credits (was im Normalfall das eindeutige Zeichen ist, dass der Auftritt vorbei ist) im Hintergrund abliefen, die Band noch eine weitere Zugabe spielte. Das Publikum war begeistert und selbst nach der zweiten Zugabe wollten sie noch mehr. Aber irgendwann muss auch mal Schluss sein und ein perfekter Konzertabend ging somit zu Ende.

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