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Pestilence – Obsideo

Pestilence – Obsideo

Das ist sie nun also, die Neue von Pestilence! Zwei Jahre nach dem überaus schwachen Vorgänger Doctrine liefern uns die Oranje Deather ihr neuestes Machwerk, welches auf den Namen Obsideo getauft wurde. Leider kann das Werk auch nur teilweise überzeugen. Aber vorher ein kurzer Rückblick.

Pestilence (Homepage) welche 1986 im schönen Enschede, Niederlande als Thrash Metal Act gegründet wurden, schrieben schon in jungen Jahren (metallische) Musikgeschichte. Die drei frühen Jahrhundertwerke Malleus Maleficarum, Consuming Impulse und Testimony Of The Ancients, müssen in der gut sortierten Plattensammlung eines jeden Death Metal Lunatic zu finden sein. Als jedoch Bands wie Atheist oder Cynic den Weg für weitere progressivere Sphären bereiteten, sprangen auch Pestilence mit Spheres auf diesen Zug rauf. Leider waren sie damals mit dem eigentümlichen Mix aus Progressive Death Metal/Jazz Fusion ihrer Zeit zu weit voraus und der eingeschlagene Pfad wurde nur von sehr wenigen Jüngern weiterverfolgt.

Es kam zum Split und nach 15 Jahren Sendepause reformierte Ur-Mitglied Patrick Mameli sein „Schätzchen“ neu. Neben ihm steht mit Patrick Uterwijk (lead guitars) ein zweiter Kumpel aus alten Tagen wieder zur Verfügung. Das Quartett wird durch den Australier David Haley an den Drums sowie dem Deutschen Georg Maier am Bass abgerundet.

CD Cover zu Obsideo


Nach dem ersten Durchlauf von Obsideo, könnte der geneigte Hörer die perfekte Symbiose aus den rauen, rüden Anfangstagen und abgespacten Spheres Zeiten gefunden zu haben. Die Growls klingen so hart wie nie. An der Sieben- bzw. Achtsaitigen liefert sich die Achse Mameli-Uterwijk ein Duell auf höchstem (spielerischen) Niveau. Das wunderbare jazzlastige Bassspiel Maier’s bietet den superben Kontrapart zum vertrackten, eigenwilligen jedoch immer nachvollziehbaren Drumming von David Haley. Deathcore-Kiddies und Djent-Jünger aufgepasst, so wird Technischer Metal gespielt!

Doch leider bleibt bei aller Eleganz eines auf der Strecke – nämlich die Songs. Denn trotz aller Liebe zum Detail vermissen wir den Wiedererkennungswert einzelner Lieder. Lediglich der vorwärtstreibende Titeltrack zu Beginn, sowie das vertrackte Laniatus können im (Highspeed)Dschungel aus Riffs, Breaks, Leads ausfindig gemacht werden. In gut 35 Minuten wird im ICE Tempo alles in Grund und Boden geknüppelt. Der Verfasser dieser Zeilen füllte sich im Anschluss wie durch den Reißwolf gedreht.

Trotz Hochglanzproduktion und technischer Prämisse fehlt mir bei Obsideo das Herz sowie die Seele. Pestilence schaffen nach Doctrine zwar einen großen Schritt nach vorne, doch nach dem erstmaligen Hördurchlauf blieb außer dem nach unten gekippten Unterkiefer nicht viel hängen. Auch die Albumlänge ist sehr knapp bemessen, reicht beim vorliegenden Album aber aus, da trotz synaptischer Hyperaktivität das limbische System schnell auf Durchzug schaltet. Zurück bleiben viele offene Fragen sowie das brennende Gefühl, dass Mann/Frau zu Beginn des Albums genau so schlau war wie am Ende. Schade Spielmann, vielleicht beim nächsten Mal mehr Eingängigkeit!

Pestilence – Obsideo

Für Fans von: Obscura, Necrophagist, Hate Eternal
Plastic Head (Soulfood)
VÖ: 15.11.2013
Gesehen um €19,83

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