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Pressure Festival – Wurmgelände

Pressure Festival – Wurmgelände

Ein erster Rundgang durch die sechs Floors am Festivalgelände machte schnell klar, dass auch dieses Mal keinem der Besucher kalt werden wird. Menschenmassen tummelten sich durch den grauen Betonbau namens Wurmarena und tanzten sich durch beinahe alle elektronischen Genres. Eine Auswahl bei über 40 Künstlern zu treffen ist keine einfache, Geschmäcker sind immer subjektiv und alle Bühnen zu besuchen und treffend zu beschreiben ist unmöglich.

Unser erster Halt führt uns zum iPunk (Facebook) Invasion Floor, wo Flake (Homepage) mit einem feinen Set die Masse schon ins Schwitzen brachte. Gleich danach gesellt sich der Chef selbst an die Plattenteller – es werden rauere Töne angeschlagen, immer mehr Leute gesellen sich dazu und es wird immer wärmer. iPunk weiß, wie man Füße zum Tanzen bringt, das hat er schon bei den letzten Ausgaben des Festivals bewiesen.

Der nächste Halt ist der Mainfloor. Die Berliner Technoveteranen Format B (Homepage) spielen ein erdiges Technoset vor einer großen Menge. Durchkommen ist hier schon schwierig, also bleiben wir einfach ein wenig stehen und genießen die Klänge von Franziskus und Jakob.

Floor Nummer drei ist der Groovement und Kraut&Ruam Floor. Groovement und Kraut&Ruam, das sind zwei überaus nette und engagierte Kulturvereine aus Oberösterreich. Leider muss trotzdem hier die erste Kritik geäußert werden: Weil wir uns hier in einem alten Betonbunker befinden, bleiben die Bässe im Raum stehen und es kommt irgendwie kein Feeling auf. Schade, immerhin legt hier die Gewinnerin des Austrian Newcomer Awards, Djane Fraulich (Facebook), auf!

Ein Blick auf den Timetable verrät uns, dass inzwischen die Headliner auf den ersten beiden Floors spielen, also zurück zu den großen Bühnen! Während Proxy (Facebook) auf der zweiten Bühne dem Wetter alle Ehre macht und dreckigen Electro serviert, gibt es bei Alle Farben (Homepage) auf der Hauptbühne frischen Techno, der richtig Lust auf Sommer, Eis und Dosenbier macht.

Wir strömen mit der Menschenmenge weiter Richtung Bühne vier, gehosted vom Wiener Flex. Hier gibt Florian Meindl (Homepage), seines Zeichens Österreicher und Wahlberliner, eines seiner knackigen Technosets zum Besten. Der, mehr oder weniger, Lokalmatador ist nach seinem Album “Waves“ ein gefragter DJ rund um den Globus geworden und beweist seine Klasse im temperaturtechnisch heißesten Raum am ganzen Festival. Eine Luftfeuchtigkeit, die ihresgleichen sucht, schwitzende, tanzende Menschen, eine Welle der Euphorie, angenehmer Bass in den Ohren – so fühlt sich das PRESSURE an.

(c) PRESSEURE Facebook | jsd

Als wir noch einmal durch das Gelände schlendern fängt der Körper noch einmal besonders stark zu vibrieren an. Es ist nicht die Welt, die untergeht, sondern Dead Battery (Facebook) am zweiten Floor, die mit allen Mitteln versuchen, die Halle einzureißen. Halleluja! Malefiz!

Trotz der Qualität der Musik, muss am Ende noch etwas Kritik geäußert werden. Zum einen sind die Bühnentickets zwar ein (teurer) Spaß, zerstören aber das Ambiente. Ein Haufen lustloser Sekttrinker auf der Hauptbühne? Nein danke! Außerdem haben die Getränkepreise die Schmerzgrenze schon überschritten, vor allem für ein regionales Musikfestival in Oberösterreich (3,70€ für ein 0,33 Heineken Dosenbier).

Nun, wenn man über diese zwei Punkte hinwegsieht (und der Veranstalter sie vielleicht beim nächsten Mal berücksichtigt), dann war auch dieses PRESSURE wieder ein erfolgreicher Abend mit schönster elektronischer Musik. Die Beine sind schwer geworden, die Schuhe dreckig, in den Ohren dröhnt noch der Bass und die Zehen tun weh von all den Leuten, die darauf herumgetanzt haben.

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2  Comments
  • simon

    die polizei 500 meter vorm eingang planquadrat,, die zu hohen preise auch bei den anderen getränken, die masse an besuchern, der drogenkonsum, seit jahren steigende ticketpreise, nenenenenene…

  • Markus

    Drogenkonsum ist mir nicht aufgefallen und ich bin die letzten Jahre fast immer bei den Veranstaltungen gewesen. Die Getränkepreise sind ein Problem, ja. Ticketpreise sind gestiegen, aber dennoch finde ich, dass bei einer Auswahl von 40 DJs (darunter auch aus dem Ausland einige bekannte Namen) 18 Euro Vorverkauf zumindest nicht teurer sind, wie vergleichbare Veranstaltungen und auch nicht übertrieben hoch.