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Queens Of The Stone Age – …Like Clockwork

Queens Of The Stone Age – …Like Clockwork

Josh Homme und seine Königinnen der Steinzeit haben uns lange auf das sechste Studioalbum …Like Clockwork warten lassen. Sechs Jahre sind seit der Veröffentlichung ihres letzten Langspieler Era Vulgaris vergangen. Was genau hat sich in dieser Zeit für den Stoner-Rockgiganten zugetragen?

Gemeinsam mit Foo Fighter Dave Grohl und Led Zeppelin Bassist John Paul Jones hat Josh Homme die Band Them Crooked Vultures gegründet und ist mit ihnen um die Welt getourt. Für die Arctic Monkeys hat er das Album Humbug produziert. Anschließend wurde das erste selbst betitelte QOTSA Album neu veröffentlicht und danach die „First-Record-Tour“ gestartet. Schließlich starb Josh Homme auf dem Krankenbett, weil bei einer Operation an seinem Fuß etwas schief gegangen ist, und wurde zum Glück wiederbelebt.

Michael Shuman, Troy Van Leeuwen, Jon Theodore, Josh Homme, Dean Fertita

Michael Shuman, Troy Van Leeuwen, Jon Theodore, Josh Homme, Dean Fertita

All diese Ereignisse haben Spuren hinterlassen. Tiefe Spuren. Josh Homme sprach sogar davon, mit der Musik aufhören zu wollen. Dann wurde jedoch auf Facebook der simple und doch so aussagekräftige Status auf der Queens Of The Stone Age Seite gepostet: „Recording…“. Die Fans wurden mit einer nichtssagenden Homepage zurückgelassen und die ersten Snippets verwirrten mehr, als sie verrieten. Ab März wurde die Werbetrommel so richtig gerührt. In Brasilien wurde die Single My God Is The Sun zum ersten Mal der ganzen Welt präsentiert und seitdem wurden regelmäßig neue Videos auf der eigens eingerichteten Seite veröffentlicht. Live spielten die Queens bereits acht von zehn Songs und auf iTunes kann man das gesamte Album jetzt streamen. Das heißt, jeder kann sich das Album schon vor dem eigentlichen Release, der erst am 4. Juni sein wird, anhören. Dass sich Josh Homme für dieses Werk sehr viele Freunde in sein eigenes Studio namens „Pink Duck“ geholt hat, ist allgemein bekannt. Faszinierend ist allerdings, dass man deren Anwesenheit kaum wahrnimmt.

Bereits vorweg soll gesagt sein: Die wichtigste Voraussetzung für …Like Clockwork ist Zeit. Viel Zeit. Noch nie waren die Texte von Josh Homme beinahe durchgehend über fast alle Lieder so depressiv, düster und persönlich. In jedem zweiten Song wird Gott besungen und teilweise die Sonne und in My God Is The Sun beides kombiniert. Es war offensichtlich keine leichte Zeit für den Frontmann. Weitere Themen sind die verlorene Liebe, Freude und den verlorenen Sinn im Leben. Prinzipiell mal vieles, was verloren wurde und nicht mehr so schnell wiederkommen wird. Alleine wegen den Texten sollte man sich das Album in einer gemütlichen Mußedreiviertelstunde zu Gemüte führen.

…Like Clockwork entwickelt sich langsam. Als Erstes wird einem das sehr zähe Keep Your Eyes Peeled vorgeführt, an dem Jake Shears von den Scissor Sisters mitgearbeitet hat und ist doch schwer verdaulich. I Sat By The Ocean hätte genauso gut auf dem Them Crooked Vultures Album sein können. Obwohl hier Liebeskummer besungen wird, ist der Rhythmus durchwegs anregend und erheiternd. The Vampyre Of Time And Memory ist sehr wahrscheinlich der traurigste Song auf diesem Album und doch zählt er auch zu den Interessanteren. Werden in diesem Lied doch Synthesizersounds verwendet, die dem Soundtrack von Stanley Kubricks Kultfilm Clockwork Orange sehr ähneln. Zufall, oder vielleicht sogar ein Grund für den Albumtitel?

Ein Vorzeigesong des Albums ist wohl If I Had A Tail mit Alex Turner von den Arctic Monkeys, Nick Oliveri, Mark Lenegan und Dave Grohl. (Diese Konstellation (bis auf Alex Turner) zeigte sich auch für das beste QOTSA Album Songs For The Deaf aus.) Der Song ist durchwegs komplex und trotzdem rhythmisch mit faszinierend guten Lyrics. My God Is The Sun ist eindeutig der härteste und klassischste Queens Of The Stone Age Song auf …Like Clockwork. Einer der wenigen Titel, bei denen man auch direkt hört, wer noch mitgearbeitet hart ist Kalopsia. Trent Reznors Stimme ist dabei unverkennbar. Kalopsia ist seltsam, creepy, energisch und in einer ganz verrückten Form auch kindisch und hebt sich ganz stark von den anderen Nummern ab. Bei dem nächsten Titel Fairweather Friends wurden alle zusammengetrommelt: Trent Reznor, Elton John, Dave Grohl, Nick Oliveri, Mark Lenegan, Alain Johannes und Brody Dale. Nach einem kurzen, ruhigeren Start geht es bis zum Ende so richtig ab und könnte den einen oder anderen Fan ebenfalls wieder ein bisschen an den Stil der Them Crooked Vultures erinnern.

"...Like Colckwork" Cover von Queens Of The Stoneage

Queens Of The Stone Age – …Like Clockwork

Smooth Sailing ist der einzige Song der so richtig „dancy“ ist. Oder wie Josh selbst sagen würde: „This is something to dance to!“. Der wohl persönlichste Song ist I Appear Missing. Während Troy van Leeuwen im Hintergrund für geordnetes Chaos mit der Gitarre sorgt, singt Josh Zeilen wie „Shock me awake, tear me apart. Pinned like a note in a hospital gown.“  Hier wird sehr wahrscheinlich Josh Hommes Nahtod-Erfahrung besungen. Das Album klingt mit dem Song …Like Clockwork langsam und sehr ruhig aus.

Mit Stoner-Rock hat das neue Album nicht mehr viel zu tun. Das konnte man jedoch schon vermuten, wenn man die Entwicklung der Queens Of The Stone Age beobachtet hat, denn mit dem Vorgängeralbum Era Vulgaris wurden auch schon neue Wege eingeschlagen. Das ist aber auch gut so. Inzwischen hat sich der Stil mehr in einem zum Teil härteren Songwriter-Rock-Genre angesiedelt. Noch nie waren die Texte von Josh Homme so anspruchsvoll und intensiv. Besonders für die Stimmung beitragend, ist der Künstler Boneface, der sich für das gesamte Artwork verantwortlich zeigt. Am Anfang mag …Like Clockwork noch abschreckend wirken und sehr ungewöhnlich sein, doch dafür wird das Album mit jedem Mal hören besser und besser.

Queens Of The Stone Age – …Like Clockwork

Für Fans von: Them Crooked Vultures, Foo Fighters
Matador Records
VÖ: 04.06.2013
Gesehen um €13,99

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