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Queens Of The Stone Age – Stadthalle Wien

Queens Of The Stone Age – Stadthalle Wien

Wer eine warme Sommernacht in Wien kennt, der weiß, was dies im geschlossenen Raum zu bedeuten hat. Umso erfreulicher wäre es gewesen, wenn das Konzert der Stoner-Rockband Queens of the Stone Age am 2. Juli 2013 im Freien stattgefunden hätte. My God Is The Sun sang der Kopf der Band Josh Homme und seine Musik zog wie ein Sonnenwind durch die verschwitzte Wiener Stadthalle. Dass der frühere Kyuss und Screaming Trees Gitarrist in seiner Heimat im Palm Dessert wesentlich Wärmeres gewohnt ist, lag auf der Hand, denn nach dem Auftritt der Vorband Masters of Reality boten die fünf Queens ein packendes, adrenalingeladenes Zwei-Stunden-Set.

Gleich zu Beginn spielten Queens Of The Stone Age Keep Your Eyes Peeled vom neuen Album …Like Clockwork und rissen die Massen mit sich. Als dann noch die Klassiker No One Knows und Burn The Witch folgten, war das Publikum nicht mehr zu halten. Harte Gitarrenriffs, melodischer Gesang und ein für eine Rock Band unglaublich genaues Phrasing waren die Leitmotive des Abends. Im Gegensatz zu den jungen Queens Of The Stone Age, wie sie auf Lullabies To Paralyze und A Song For The Deaf zu hören waren, ist die aktuelle Tour musikalisch ausgefeilter, gefühlvoll und trotzdem unbändig kraftvoll. Besonders überzeugend war die Performance des neuen Schlagzeugers Jon Theodore, welcher eine Genauigkeit und Energie zutage legte die einem Dave Grohl mindestens ebenbürtig war.

Queens Of The Stone Age        Foto: FKP Scorpio

Queens Of The Stone Age live am Southside – Foto: FKP Scorpio

Josh Homme zeigte seine unvergleichliche Vielschichtigkeit und schreckte weder vor komplizierten Gitarrensoli, noch vor anspruchsvollen Gesangparts zurück. Dem hinzu kam eine einzigartige Lichtshow mit Videos des Künstlers Boneface, welche auf einer Riesenleinwand die Musik auf hohem Niveau ergänzte. Die Halle bebte. Nach Explosionen folgten Sonnenstrahlen. Nach Wirbelstürmen kamen lauwarme Meeresbrisen. Queens Of The Stone Age sind keine Band, die sich mit einem Song erklären lässt. Der Auftritt war vielmehr eine Geschichte, die vom Anfang bis zum Ende leidenschaftlich erzählt werden musste. Als die Band nach dem ebenfalls vom neuen Album stammenden Song I Appear Missing die Bühne verließ, schien ein Ende der Geschichte zu fehlen.

Die Leiden, welche die Band im Vorfeld der Aufnahmen des neuen Albums plagten, schienen präsent und kaum verdaut. Das Publikum reagierte: Nach minutenlangem Applaus kam die Band zurück auf die Bühne und erzählte ihre Geschichte zu Ende. Drei Songs waren dazu nötig: Like Clockwork, was zu den besten Rockballaden des Jahres zählt, der Evergreen Go With The Flow und schließlich und endlich eine atemberaubende Performance des Song For The Dead. Viele Stimmen befürchteten im Vorfeld abgehärmte und kommerziellere Queens Of The Stone Age vorzufinden, doch jene waren hungriger denn je, kraftvoller denn je, und experimenteller denn je. Diese Band war keine alternde, sondern eine weiterentwickelte und rebellische, wie sie es immer schon gewesen war.

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