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Raise The Roof Festival – Stockschützenhalle

Raise The Roof Festival – Stockschützenhalle

Nach eineinhalb Stunden Autofahrt erreichten wir das Raise The Roof Festival (Facebook). Bei einem Sehenswerten Line Up mit Caliban, Zombie Inc., Peter Pan Speedrock, Tuxedo, Devastating Enemy, Cannonball Ride, Volboat, Ghouls Come Knockin‘, Calderah und Maybe Sunday, nimmt man diese Fahrzeit gerne in Kauf. Leider spielte das Wetter nicht mit. Neben dem starken Regen kam noch die eisige Kälte hinzu. Gut zu wissen, dass das Raise The Roof Festival in der örtlichen Stockschützenhalle stattfindet. Nach einer exotischen Fahrt durch das tiefe Innviertel trafen wir schließlich um 16 Uhr in Pischelsdorf am Engelsbach ein. Am relativ ausgelasteten Parkplatz kam sofort Festival Feeling auf. Gut gelaunte Metalfans tranken die ersten Biere und aus der Stockschützenhalle konnte man bereits den Opener Maybe Sunday hören.

Maybe Sunday sorgten trotz Soundschwierigkeiten und einigen Patzern für einen guten Auftakt. Die vier Jungs aus dem nahen Mattighofen spielten vor einem ansehnlichen Publikum. Aus den Boxen dröhnte rotziger Rock und passend zum Abschluss gab es Ace of Spades von Motörhead. 

Calderah, der Metalchamp Gewinner aus Wien, präsentierten Thrash Metal im Stile der neunziger Jahre. Leider waren kaum Leute in der Halle. Dazu kamen wieder Soundprobleme, mit denen auch die Salzburger von Ghouls Come Knockin‘ zu kämpfen hatten.

Cannonball Ride live am Raise The Roof FEstival

Cannonball Ride

Cannonball Ride hatten einen besseren Sound . Die Halle füllte sich im Laufe des Auftritts wieder. Das Publikum wirkte noch etwas zurückhaltend. Die Oberösterreicher überzeugten aber mit spielerischer Begeisterung und guter Bühnenpräsenz. Cannonball Ride sollte man jedenfalls im Auge behalten. Denn in dieser Band steckt jede Menge Potenzial.

Nach dem Intro Zillertaler Hochzeitsmarsch folgte von TuXedo eine geballte Ladung Alpencore. Mit sieben Bandmitgliedern, Percussions und zusätzlichen Trommeln, sah es ziemlich eng auf der Bühne aus. Dennoch lieferten TuXedo eine saubere Bühnenperformance und die gefüllte Schützenstockhalle feierte die Jungs in Tracht.

Passend zu diesem Stimmungshoch gab es eine Wall Of Death und einen Gastauftritt von Rettungsschwimmer Mitch beim Baywatch Cover I´ll Be There. In oranger Badehose und mit Rettungsboje ließ sich der TV-Star über die Köpfe der Metalheads tragen. Der Rettungsversuch scheiterte, da einige Besucher gemeinsam den Rettungsschwimmer auf den Parkplatz trugen.

Bei Devastating Enemy klang der Sound recht matschig und die Vocals waren teilweise zu laut. Was sehr schade war, denn wer ihre CD kennt, weiß, was die Jungs technisch zu bieten haben.

Peter Pan Speedrock live am Raise The Roof Festival

Peter Pan Speedrock

Pünktlich, um kurz vor 21:00, enterten die sympathischen Peter Pan Speedrock (Homepage) die Bühne. Die gut gelaunten Holländer sorgten mit ihrem 80er-Jahre Rock für Abwechslung, die auch bei den Besuchern gut ankam. Gitarrist und Sänger Piet, bei dem die Gitarre ziemlich tief hing, zeigte sein Talent und spielte dreckige Riffs und rasante Gitarrensolos.

Nach einer halben Stunde Umbaupause legten Zombie Inc. (Facebook) mit ihrem Horrorauftritt los. Der klassische, rasante und dennoch groovige Death Metal sorgte, gemeinsam mit dem blutigen Zombie Outfits, für eine geniale Liveshow und fesselte von Beginn an. Neben den Songs vom A Dreadful Decease Album präsentierten die Zombies auch Tracks vom neuen Album Homo Gusticus, das Mitte April erschien. Gegen Ende der Show holte Frontzombie Martin Schirenc ein durchsichtiges Plastik “Sackerl“ hervor. Der Inhalt sah aus wie blutiges, rohes Fleisch, das Martin Schirenc Stück für Stück in die Menge warf (es stellte sich nach der Show als gefärbte Stofffetzen heraus). Mit schwarzem Humor, einem splatterigen Augenschmaus und brachialem Death Metal begeisterten Zombie Inc. die Metalheads in der Stockschützenhalle.

Zombie Inc live am Raise The Roof Festival

Zombie Inc

Headliner Caliban (Homepage) eröffneten mit Dein R3.ich und das vordere Drittel der vollen Halle verwandelte sich in einen riesigen Pit. Caliban hatten anfangs schwere Soundprobleme. Vor allem Sänger Andi Dörner, bei dem die krächzende Stimme sehr leise und dumpf klang. Doch die Techniker von Caliban bekamen das Problem schnell in den Griff und sorgten ab der Mitte des zweiten Songs´ It`s Our Burden To Bleed für guten Sound. Neben dem Track We Are The Many vom neuen Album folgten Songs wie I Will Never Let You Down, Walk Like The Dead, Stop Running und 24 Years. Caliban hatte die Menge fest im Griff. Frontmann Andi motivierte regelmäßig das Publikum, um den Moshpit aufrechtzuerhalten. So folgten Circle Pits und eine Wall of Death. Als Zuckerl gab es noch Memorial, Bogeyman. Mit Nothing Is Forever endete ein spektakulärer Caliban Auftritt. Leider fehlten in der Setlist Songs vom The Opposite From Within und Shadow Hearts Album.

Caliban live am Raise The Roof Festival

Caliban

Das Team vom KV Metal Community hat eine großartige Arbeit geleistet. Als Besucher merkt man, dass hier die Leidenschaft im Detail steckt. Neben der preiswerten Eintrittskarte kostete ein 0,5 Liter Bier faire 3€ und eine Leberkässemmerl 2,50€. Beim Toilettenwagen konnte man um 2,50€ ein Tagesticket erwerben und sein Geschäft beliebig oft erledigen. Bei der Bar musste man nie lange auf sein Getränk warten. Das Personal sowie die Security war stets freundlich. Dazu kommt noch, dass beim Raise The Roof Festival die Dorfbewohner gemeinsam mit den Metalheads feiern, was für einen familiären Flair sorgt. Das Raise The Roof Festival war ein voller Erfolg und ich freue mich schon wieder auf nächste Jahr, wenn es wieder heißt: „Raise The Roof“!

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