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Sigur Rós – Kveikur

Sigur Rós – Kveikur

Der momentane Industrial-Hype geht auch an Sigur Rós (Homepage) nicht unberührt vorbei. Die ungewohnt harten Klänge auf Kveikur (Releasedatum 14.6.2013) stehen den Isländern aber besonders gut.

Das erste Album nach dem Ausstieg vom Multiinstrumentalisten Kjartan Sveinsson lässt vermuten, dass dieser eher für den ruhigen, zurückhaltenden Einfluss bei Sigur Rós gesorgt hat. Nur ein gutes Jahr nach ihrem letzten Studioalbum Valtarí, das gewissermaßen für ein erneutes Zusammenfinden nach der selbstverordneten Pause und ein Zurückfinden zum ursprünglichen Sigur Rós -Sound sorgte, meldet sich das nunmehrige Trio mit der vielleicht härtesten Sigur Rós-Platte überhaupt. Schon der erste Song Brennistein bricht mit der Tradition ruhiger, getragener Sigur Rós– Songs, hebt sich aber durch eine nie dagewesene Härte auch von den klassischen Post-Rock Stücken ab.


Die Band lässt Ecken und Kanten im Sound ungeschliffen, die Tracks kommen geradlinig, hart, trotzdem aber, wie für die Formation um Jón „Jónsi“ Þór Birgisson charakteristisch, sphärisch daher. Sigur Rós schlagen mit Kveikur einen radikalen Weg ein, umschiffen keine Hürde, sondern nehmen jede mit Anlauf. Stagnation war ohnehin nie ein Attribut, das man dem Isländischen Post-Rock Flaggschiff zugeschrieben hätte, aber mit Kveikur hat sich die Band praktisch neu erfunden. Das musikalische Neuland, das sie betreten ist vorwiegend schroff und steinig, industriell und trotzdem irgendwie friedlich. Man hat sich sofort auf den neuen Sound eingestellt. Sigur Rós meistern die Rolle des Reisebegleiters durch eine Welt von effektverzerrten Stimmen und energiegeladenen Soundgewittern perfekt.Trotz alldem ist das mittlerweile siebte Studioalbum der Isländer eines ihrer zugänglichsten Werke. Die Drums präsentieren sich rhythmischer als je zuvor und legen damit einen soliden Grundstein für fast poppige Songs wie Ísjaki.

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Kaum einmal kommt man beim Hören des Albums zur Rast, immer weiter und höher muss sich das Isländische Soundgewitter auftun.Immer neue Überraschungen und Wendungen erwarten einen, Song für Song. Ein Technobeat kündigt Yfirborð an, den elektronischsten Track auf Kveikur. Nicht einmal die Vocals bleiben unbearbeitet und man ist fast verleitet, noch einmal zu kontrollieren, ob man auch das richtige Album gekauft hat.

Erst mit Var, der letzten Nummer des Albums kommt die Band zur Ruhe, und verabschiedet sich mit ähnlich ruhigen Tönen, wie man sie zuletzt auf Valtarí gehört hat. Es ist aber egal ob man eher die ruhige oder kraftvolle Seite der Isländer bevorzugt, Kveikur ist nicht nur für Fans ein absolutes Pflichtalbum.

Sigur Rós – Kveikur

Für Fans von: Mogwai
Xl/Beggars Group (Indigo)
Gesehen um 15,99€

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