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Six Score / Prosperity Denied – Split Vinyl

Six Score / Prosperity Denied – Split Vinyl

Die Deathmetaler von Prosperity Denied (Facebook) veröffentlichten im Juni gemeinsam mit der Grindcore Fraktion Six Score (Facebook) eine Split Vinyl. Für Freunde der härteren Seite könnte die Schallplatte durchaus Interesse wecken, denn die Platte glänzt nicht nur äußerlich durch das gelungene Artwork, sondern es steckt auch deftiges drinnen.

Six Score

Den Anfang machen die Linzer von Six Score die sich seit 2008 abseits vom Mainstream im Do It Yourself Self Stil durch den Untergrund prügeln. Dem Gedanken an Kommerz wird keine Chance gegeben, schließlich steht hier Grindcore im Vordergrund. Die tiefe Leidenschaft zur Musik merkt man ab der ersten Nummer. Dass man es aus eigener Kraft und auch ohne Pay To Play auf die große Bühne schafft, zeigen Six Score die heuer auf dem Obscene Extreme Festival in Tschechien auftraten.

Ab den ersten Song findet das Grindcore Herz schnelle Blastbeats, groovige Gitarrenparts, kräftige Vocals sowie hasserfüllte Lyrics. Obwohl die Songs im Proberaum aufgenommen wurden, klingt der Sound recht gelungen, wobei die Tracks etwas druckvoller sein könnten. Leider wird die beeindruckende aggressive Stimme, von den Gitarren und dem Schlagzeug etwas übertrumpft – sie dürfte ruhig etwas lauter sein. Six Score zeigen musikalisch ein gelungenes Wechselspiel, da zwischen den rasanten Knüppelattacken groovige Moshparts ertönen sowie depressive Klänge. Abwechslungsreicher könnte die Platte nicht sein!

Allerdings endet die Platte genau an der Stelle, wo man Appetit auf mehr bekommt. Eine Nummer – oder vier – mehr hätte man da schon noch drauf klopfen können. Hier könnten nicht nur Grindcore-Veteranen gefallen finden, sondern auch Fans der restlichen Metal Meute. Klar steht hier Grind auf dem Speiseplan aber auch Hardcore Fans sollten nicht scheu sein und sich die Platte reinziehen, denn Six Score verbinden mit ihrem Werk einige Subgenres zu einem knallenden Feuerwerk, bei dem der eine oder andere auf dem Geschmack kommen könnte.

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Prosperity Denied

Die zweite Hälfte schmückt die Wiener extreme Metal Band Prosperity Denied. Mit dem Intro The Calm Before eröffnen die Jungs gleich einen instrumentalen Nackenbrecher. Durch die langsamen Gitarrenriffs und der Doublebase lädt der Eröffnungssong gleich zum Headbangen ein.

Ab Song zwei folgt schonungsloser Grind, aber im Vergleich zu Six Score haben Prosperity Denied mehr Deathmetal Einflüsse parat. Die Synthesizer Effekte bei Cyclone sind anfangs etwas ungewöhnlich, passen aber dennoch gut zum Song. Besonders gut gefällt mir der Wechselgesang zwischen der Oldschoolmetal Stimme und den krächzenden Vocals. Der Schlagzeuger scheint Spaß an seinem Job zu haben und blastet im gehaltenen Tempo sämtliches nieder.

Prosperity Denied bringen trotz hoher Geschwindigkeit aber auch etwas Melodie und Groove in ihre Songs mit ein. Mit Egomanus Rex und Insektös sind außerdem zwei deutschsprachige Songs vorhanden. Verstehen tut man nur jedes vierte Wort, was allerdings egal ist, denn Hauptsache es wird geknüppelt. Bei Days In Chliches wird mehr auf Oldschool Elemente gesetzt und der Songs groovt volle Kanone. Sänger Tom versucht sich hier beim clean singen das sehr sympathisch rüber kommt. Doch wenn Prosperity Denied in Zukunft mehr auf eine klare Stimme setzt, was ich allerdings bezweifle, sollte der Schreihals noch ein wenig üben.

Nach knappen 16 Minuten hat man die Prügelattacken auch schon wieder überstanden. Auch hier fallen die Songs relativ kurz aus. Die Tracks überzeugen, aber so schnell die Songs gespielt sind, so schnell sind sie auch wieder zu Ende.

Fazit

Die Six Score / Prosperity Denied Split Vinyl gleicht einer Demoversion eines PC Spiels. Hat man einmal die Steuerung im Griff und sich an die etwas „herabgeschraubte Soundqualität“ gewöhnt, endet das Stück genau dann, wenn es anfängt, richtig Spaß zu machen. Trotzdem zeigen beide Bands mit ihrem Werk Potenzial, das man in Zukunft hoffentlich noch mehrmals zu hören bekommt. Für alle, die keinen Plattenspieler zu Hause haben, kann man sich die Songs Online auf der Bandcamp-Seite beider Bands (Six Score / Prosperity Denied) anhören. Aber Vorsicht! Zartbesaitete Ohren sollten die Finger davon lassen.

Six Score / Prosperity Denied – Split Vinyl

Für Fans von: Rotten SoundFleshless
Bloody Lips Records
VÖ: 06.06.2013

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