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Smashing Pumpkins (& Bush) – Arena Wien

Smashing Pumpkins (& Bush) – Arena Wien

Am 10.07.2013 gaben sich zwei ganz große Frontmänner des Indierock/Postgrunge die Klinke in die Hand. Gavin Rossdale heizte die Menge mit seiner Band Bush (Homepage) rund 50 Minuten an und die Smashing Pumpkins (Homepage) beendeten die Mission in ca zwei Stunden. Davor durfte die blutjunge kalifornische Band Beware Of Darkness (Homepage) sich noch ins Gedächtnis von so manchem Konzertbesucher spielen. Für ca 45 Euro eigentlich ein günstiger Konzertabend. Aber alles der Reihe nach…

Beware Of Darkness

Die US-Rocker empfingen bereits um 18:30 Uhr top-motiviert die Besucher der Arena. Schade nur, dass viele aufgrund des frühen Beginns noch in der Schlange vor dem Eingang standen. Da der Einlass erst um 18:00 Uhr gestartet hatte, konnten die meisten Konzertgeher den sehr guten Opener Howl gar nicht wirklich genießen. Beware Of Darkness spielen Bluesrock der alten Schule. Ihre Riffs erinnern an jene von den White Stripes, die Stimme an eine Mischung aus Led Zeppelin und Kula Shaker. Gut möglich, dass man von dieser Band in einigen Jahren noch die ein oder andere Schlagzeile hören könnte…

Bush

Mit etwa zehnminütiger Verspätung betraten Bush die Bühne. Der erste Blick auf Frontmann Gavin Rossdale täuschte wohl so manchen. Der ansonsten kaum zu altern scheinende 90er-Jahre Rockstar hat doch nicht etwa graue Strähnen an den Schläfen bekommen. Nein, denn schnell wird klar, dass dies nur blondierte Strähnen sind. Eitel war er ja schon immer, war er in der Hochphase der Band ja sogar als männliche Rock-Diva verschrien. Abgesehen von einigen divenhaften Bewegungen bei Songs wie The Chemicals Between Us, Swallowed oder Little Things ist davon aber nicht mehr viel zu erkennen. So wie die restliche Bandbesetzung wirkt auch der Sänger gut gelaunt gegenüber dem Publikum. Dass auch die Band am Auftritt gefallen gefunden hatte, merkte man besonders beim typischen Opener Machine Head, beim ausufernden Song Everything Zen (Rossdale stürzte sich mit seiner Gitarre zwecks Solo auf einen Verstärker) oder dem grandiosen Abschluss-Song Comedown. Deutlich wurde das auch. als Rossdale beim gut gelungenen Beatles-Cover Come Together schnurstracks eine große Runde durch das Publikum marschierte.

Bush_arenawien10.7.2013

Mit This House Is Fire präsentierte man sogar einen neuen Song. Rossdale verkündete davor nämlich, dass man bereits an einem neuen Album arbeite. Der neue Track könnte sich vom Stil her nahtlos an die Sessions des letzten Albums The Sea Of Memories einfügen. Dass es Bush noch können, und vor allem Rossdale noch sehr gut bei Stimme ist, hat man bereits in Minute eins gemerkt. Dass er schon alleine durch das Ausziehen seines Hemdes wie früher das weibliche Publikum zum Kreischen brachte, hat sich auch nicht geändert. Trotzdem, Glycerine blieb man dem Publikum schuldig. Dass der Überhit nicht gespielt wurde, hinterließ bei vielen einen leicht bitteren Nachgeschmack. Schade, auch wenn man nur acht bis zehn Songs Platz auf der Setlist hatte, hätte dieser Track dabei sein müssen…

Smashing Pumpkins

Nun aber Bühne frei für eine der berühmtesten Rock-Glatzen des Business. Pünktlich um 20:45 Uhr betraten Billy Corgan und Co. die Arena-Bühne. Die letzten Konzerte der Smashing Pumpkins in Wien hinterließen geteilte Meinungen. Seit der Wiedervereinigung hatte man keinen wirklichen Hit mehr produziert und genau das war eben jenes Manko in den Setlisten der letzten Jahre. Glücklicherweise sah dies wohl auch Band-Boss Corgan ein und schmückte an diesem Abend bzw. bei dieser Tour das Programm mit einigen ihrer Hits der 90er. Wenn einem die letzten Konzerte der Pumkins wie eine unruhige See vorkamen, so war hatte dieser Abend zwar einen unregelmäßigen Wellengang, war aber keineswegs unrund. Mal plätscherte und rockte die Show angenehm vor sich hin (Quasar, Blank Page, United States), ein anderes Mal kamen wieder beeindruckend hohe Wellen auf einen zu (Tonight,Tonight,  Bullet With Butterfly Wings, Stand Inside Your Love). Besonders der Arena-Sound tat den Smashing Pumpkins diesmal gut, denn die Band neigt dazu, ihre Verstärker viel zu laut einzustellen.

smashingpumpkins

Zwei Höhepunkte und zwei eigenartige Aktionen blieben beim Auftritt der Smashing Pumpkins besonders im Gedächtnis. Absurd war vor allem, dass der als introvertiert betitelte Corgan zu Beginn der Show minutenlang Witze mit seinen Bandkollegen vom Hocker ließ, sowie auch am Ende (verarscht wurden dabei Ex-Drummer Jimmy Chamberlain und auch der Sound-Mann der Band). Genauso skurril wirkte auch eines von zweien Covers, dass die Pumkins an diesem Abend spielten. David Bowie’s Space Oddity passte so rein gar nicht in den Stil der Band, Led Zeppelin’s Immigrant Song schon eher.

Mitte des Konzerts kam man zum ersten Höhepunkt: Die mit Computer-Samples unterstützten Songs Ava Adore und Eye machten besonders gute Stimmung im Publikum. Besonders hier passte die Videoshow im Hintergrund der Band dazu. Skurril wirkende alte schwarz-weiß Aufnahmen wechselten sich dabei oft durch bizarre Formen oder Animationen ab. Manchmal wirkte es sogar wie ein alter Bildschirmschoner von Windows 98. Egal, denn als das Intro von Today begann und man schon das Ende der Zugabe erreicht hatte, waren die Videoscreens schon abgedreht, dafür drehte das Publikum bei diesem Song umso mehr auf. Ein passender Abschluss für einen gelungenen 90er-Jahre-Themenabend…

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Bernd Eger

Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at

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