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Solarjet im Interview

Solarjet im Interview

Hi Jungs! Gratulation zum Release eurer neuen Single „Einst in Berlin“! Der Redaktion gefällt der Sound! Ihr habt auch dazu ein nettes Video gedreht, wie waren für euch die Dreharbeiten und was für ein Konzept steckt hinter eurem Video?
Vielen Dank! Für uns war klar, dass das Video zu „Einst in Berlin“ anders sein soll als das Debüt-Video zu unserer Single „Was bleibt“. Nach langem Hin und Her, Konzepte erstellen und die wieder verwerfen, u.s.w., haben wir uns letztendlich entschieden, den Song in einer Version aufzunehmen, die eine andere Seite von uns präsentiert – als Akustik-Version. So haben wir uns in unserem Proberaum getroffen, um an der Version zu arbeiten und den Song Live aufzunehmen. Was dabei rausgekommen ist, ist ein intimes Unplugged-Studio-Video. Durch die zum Download verfügbare Dubstep-Version, das Unplugged-Video und das Original wird dem Zuhörer ein ziemlich ganzheitliches Bild von uns verliehen.

Der Chorus eurer aktuellen Single lautet „…rennen wir die Mauern ein wie einst in Berlin“. Welche Mauern sollten eurer Meinung nach heutzutage eingerannt und niedergerissen werden?
Eigentlich geht es im Generellen darum, für Sachen einzustehen und für sie zu kämpfen. Oft kommt uns vor, auch in unserem eigenen Leben, dass wir genau das verlernt haben. In einer Zeit, in der wir mehr Möglichkeiten als jemals zuvor haben, „unseren Weg“ zu gehen und uns selbst zu verwirklichen, scheint es oft so, als wäre es genau diese Freiheit, die uns am Ende hemmt. Vor allem jungen Menschen scheinen alle Türen offen zu stehen und doch wagen wir es selten, auch wirklich hindurch zu gehen und unsere Allerwerteste zu bewegen. Eine Mauer wurde doch gerade in Kärnten eingerissen oder? Ich glaube, sie war blau oder orange (grinst).

Vor einiger Zeit wart ihr noch unter dem Namen „Inem“ bekannt. Was hat euch zum Namens- und Bandkonzeptwechsel bewegt?
Dafür gab es einige Gründe. Wir hatten ja Ende 2011 zwei Line-Up Wechsel und das hat uns als Band auf musikalischer und persönlicher Ebene sehr verändert und auch reifen lassen. Es war einfach an der Zeit einen Strich zu machen und neu durchzustarten. Um unseren alten Stil und die „Geburtswehen“ hinter uns zu lassen, musste einfach ein neuer Name her. Wir sind sehr froh über diese Entscheidung und sind motivierter als jemals zuvor.

Ihr habt uns im Dezember 2012 eure Debüt EP „Scherben“ präsentiert. Wie sind die bisherigen Reaktionen auf euer Werk und was ist bei euch seit dem Release geschehen?
Die Reaktionen sind eigentlich durchwegs gut. Dadurch, dass wir die EP derzeit nur bei unseren Konzerten verkaufen und die Tour erst im März beginnt, bekommen wir nicht so viel Feedback, die die EP direkt betreffen. Live funktionieren alle Songs überraschend gut und auch das Feedback von Musikkritikern, Redakteuren, etc. fiel durch die Bank positiv aus. Jetzt sind wir mal darauf gespannt, wie die einzelnen Single-Auskopplungen ankommen. Darüber freuen wir uns auf richtig viele Konzerte über die nächsten Monate.

Rene, du bist ja auch neben „Solarjet“ mit deiner Frau Sabrina und eurem gemeinsamen Akustik-Projekt „Letters for Jonah“ (Facebook) unterwegs. Auch euer Gitarrist Manuel tourt als Singer/Songwriter unter dem Künstlernamen „Elto“ (Facebook) durchs Land. Benötigt ihr gelegentlich Abstand zur „lauten“ Rockmusik?
Das kann man so sagen (lacht). Wobei es echt spannend ist, dass unsere Neben- und Soloprojekte nie wirklich gegründet werden mussten oder das wir groß darüber nachgedacht haben uns noch ein zweites Standbein zu schaffen oder so. Letters for Jonah und Elto sind immer so nebenbei mitgewachsen. Wir haben über die letzten Jahre sehr viele Songs geschrieben, die nicht wirklich in das Solarjet-Konzept passen und so genießen wir es sehr, mit unseren „ruhigeren“ Projekten unsere „Softie-Seiten“ auszuleben. (grinst) Außerdem tut es oft echt gut, mit seiner Frau zu touren, wenn man ständig mit Single-Jungs unterwegs ist. Von dem her ist das schon ein sehr schöner Ausgleich (lacht).

Solarjet_Scherben_Cover1

Teilweise meinen Musikkritiker diverser Magazine, eure Musik sei Teil eines christlichen Missionseinsatzes von Haustür zu Haustür. Wie steht ihr zu dieser Kritik?
Das bringt uns eigentlich zum Schmunzeln. Soviel wir wissen, war das erst einmal der Fall und da haben wir uns schon ziemlich missverstanden gefühlt. Es ist spannend, dass, in einer Zeit, in der Toleranz so groß geschrieben wird, anscheinend auf diesem Gebiet mit wenig Toleranz zu rechnen ist. Aber wenn es die Leute dazu bringt, über uns zu reden, zu streiten oder was auch immer, ist das gut und gegen ein wenig Provokation haben wir auch nichts.

Nun zum Interviewklassiker schlechthin! Stellt euch vor, ihr wärt auf einer einsamen Insel gestrandet und hättet nur einen Discman mit einem einzigen Album mit, welchen Longplayer hättet ihr am liebsten dabei?
Diese Antwort ist für uns ganz klar: „Hello Hurricane“ von Switchfoot. Wir hatten das große Privileg die Band bei ihrem bisher einzigen Österreich-Gig im Gasometer in Wien zu supporten. Das „Hello Hurricane“-Album ist für uns ein ständiger Begleiter und die Band hat damit sogar einen Grammy gewonnen.

Ihr habt sicher schon von auffrisierten Bandprofilen auf Facebook und eingekauften Youtube Klicks auf Musikvideos gehört. Heutzutage ermöglicht das jedem „Newbie“ sich virtuell als „Superstar“ zu präsentieren, solange das Kleingeld reicht. Wie seht ihr persönlich die Zukunft im „Social Network“ für Bands der Szene?
Social Networks sind natürlich lebensnotwendig für jede Band. Allerdings sind die Plattformen mittlerweile dermaßen voll und auch an Likes und Views kann man sich nicht mehr wirklich orientieren. Es stimmt natürlich, dass man sich mit genügend Kleingeld bis zu einem gewissen Grad „hochkaufen“ kann. Doch Gott sei Dank kann Talent nicht erkauft werden! Und das wird auch in Zukunft so bleiben.

Hier noch kurz zu meiner abschließenden Frage. Stellt euch vor, ihr würdet dieses Jahr auf eine Fee treffen, die euch einen Wunsch erfüllen würde, wie würde dieser lauten?
Liebe Fee, bitte schenk Bobo von Thirteen Days (der Redakteur, der das Interview geführt hat – Anm. d. Red.) endlich eine Freundin! (lacht laut). Wenn nicht, dann schenk uns wenigstens einen eigenen Tourbus, indem wir auch schlafen und kochen können.

Scherben bringen ja bekanntlich Glück und das wünschen wir euch natürlich für euren weiteren musikalischen Weg! Wenn ich euch noch um ein paar letzte Worte an unsere Leser bitten darf?
Vielen Dank für´s Lesen, für’s Video Anschauen und für’s Single-Downloaden. Wie Andrea Berg schon zu sagen pflegte: „Ihr seid der Wind in meinen (unseren) Flügeln.“ (lacht)

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