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Southside Festival – Tag 3

Southside Festival – Tag 3

Während des Tages wurde teilweise der Campingplatz am Southside Festival von den Besuchern geräumt, da manche von ihnen keine weitere Nacht mehr in Neuhausen Ob Eck verbringen wollten. Zunächst zeigten sich in den Augen der Southsiders die Spuren der letzten Tage. Die Energie drohte zu schwinden, das Bier war auch schon fast leergesoffen und dann sah es mit dem Wetter kurz schlecht aus.

Doch nichts da! Wir wurden von den Alkoholleichen ordentlich getäuscht, denn die Besucher des Southside Festivals waren offensichtlich noch nicht mal annähernd an ihre Grenzen gestoßen. Um 15 Uhr wurde vor der Blue Stage mit dem Maintheme von A Clockwork Orange die härteste und fetteste Party überhaupt eingeleitet. Frittenbude stürmten die Bühne und am Festival-Gelände herrschten Macklemore & Ryan Lewis-ähnliche Zustände. Wenn nicht sogar noch derber. Dann war das Wetter plötzlich auch wieder schön und einem perfekten Festivaltag stand nichts mehr im Weg.

Fette Stimmung bei Marteria live am Southside Festival – © FKP Scorpio

Fette Stimmung bei Marteria – © FKP Scorpio

Allgemein stand die Blue Stage am Sonntag unter einem guten Partystern. Denn nicht nur die Jungs von Frittenbude wussten, wie man so richtig die Meute anheizt, sondern auch Marteria. Es wurde getanzt und gesprungen, als gäbe es kein Morgen. Gab es auch nicht… war ja schon der letzte Tag. Bevor Ska-P dann auch noch mal alle Tanzbeine aktivierten, glänzten die Editors mit einem souveränen Auftritt. Sänger Tom Smith war in fantastischer Form und das Publikum ebenfalls. Die Party erreichte bei Deichkind mit fettem Krawall und ordentlichem Remmidemmi dann ihren Höhepunkt. Zwar ist die Show immer wieder gleich, doch dafür macht sie immer wieder Spaß.

Deichkind live am Southside Festival – © FKP Scorpio

Deichkind – © FKP Scorpio

Auf der Green Stage ging das Genre eher in Richtung Indie und Rock, aber das Publikum ging nicht minder ab. Eines der letzten Konzerte, bevor Bloc Party wieder auf unbestimmte Zeit pausieren, wurde mit einer neuen Drummerin gespielt. Macht aber nix. Stimmung war da und es wurde sogar ein kurzes We Found Love Cover von Rihanna feat. Calvin Harris gespielt. Danach beglückten die Herren und die Dame von Of Monsters And Men die Festivalbesucher.

Peinlich war es in der ersten Hälfte von Kasabian für Sänger Tom Meighan. Hat dieser doch tatsächlich das Southside mit dem Hurricane Festival (Zwillingsfestival von Southside) verwechselt und rief geschätzte zwanzig Mal „HURRICANE!!!“ Als er endlich erfuhr, dass sie hier am Southside Festival spielten, lachte Tom Meighan die meiste Zeit sich selbst aus und entschuldigte sich mit den Worten „I’m in a fucking rockband. How the fuck should I know?“ Also alles halb so schlimm und für diesen Auftritt hat Kasabian sowieso jetzt einiges gut. Angeblich ist das Kraftklub letztes Jahr auch passiert, woraufhin Sänger Felix Brummer die Fans aufforderte, ewig lang „Fick dich, Felix!“ zu rufen. Geht natürlich auch.

Arctic Monkeys live am Southside Festival – © FKP Scorpio

Headliner des letzten Tages: Arctic Monkeys – © FKP Scorpio

Headliner und letzte Band auf der Green Stage des Southside Festivals 2013 waren Arctic Monkeys. Also wurden mal ganz schnell die Dancingshoes ausgepackt und verdammt noch mal JA! Deinen Arsch kannst du darauf verwetten, dass wir gut auf dem Dancefloor aussahen, Alex! Wie denn auch nicht, bei so einer herrlichen Musik und großartigen Performance? Egal ob mit alten Hits wie Brianstorm, When The Sun Goes Down oder auch mit ein paar vom neuen Album Suck It And See, die Arctic Monkeys wussten das Publikum zu begeistern.

Das Wetter hielt noch den ganzen Abend bis spät in die Nacht an und die verbleibenden Besucher versuchten bis zum Schluss das Letzte aus dem Southside rauszuholen. Und da werden dann manche kreativ. So bauten ein paar Typen eine Skulptur aus einem Pissoir, Zeltstangen und Plane, zündeten diese an, warteten auf die Feuerwehr, die dann kräftigst angefeuert wurde, und verlangten schließlich, nachdem alles gelöscht war, eine Zugabe. Die bekamen dann manche weil noch was abgefackelt wurde, wo wir plötzlich ein abgeändertes Cover von den Kings Of Leon vernahmen: „Yeeeeaaaahhh! This tent is on fire!“

Bis auf diese paar Ausraster verlief das Southside Festival jedoch ohne irgendwelche großartigen Turbulenzen und natürlich schaute der Campingplatz am Montagmorgen aus, wie Sau. Aber die Müllberge waren ein Kindergeburtstag im Gegensatz zu dem Zustand am Nova Rock. Grund dafür, ist der Müllpfand. In Deutschland bekommt man für jede leere Dose 25 Cent Pfand. Da wurde von den Besuchern aufgeklaubt, was zu tragen war. Das Novarock könnte sich da noch einiges von der Organisation her abschauen.

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