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Space Cell im Interview

Space Cell im Interview

Hallo! 2012 führte euer Weg nach Italien, wo ihr zwei Konzerte gabt. Wie war die Tour, was habt ihr erlebt? Erzählt mal was.
Klaus:
Tour 2012 ist zu übertrieben. Es war ja nicht aufs ganze Jahr bezogen. Das war ein Austauschding mit der italienischen Band Circle of Witches. Eher eine Mini-Tour. Es waren zwei Gigs in Italien und einer bei der Rückfahrt in Österreich. Das Wochenende darauf kamen die Italiener zu uns. Insgesamt waren es fünf Konzerte.
Manuel: Das erste Konzert war in Salerno, 60 Kilometer von Neapel, Am zweiten Tag spielten wir in Neapel.
Thomas: Das Lustigste war, die Italiener gaben uns für alles die Schuld. Denn als wir unten ankamen, fegte ein heftiger Sturm und es war als ginge die Welt unter.
Klaus: Das hatten die dort noch nie erlebt, dass tagelang nur Regen und Wind, vorherrscht.
Manuel: Sogar ein Tornado war zu sehen, draußen am offenen Meer.
Thomas: An Land stürzte ein Kran um. Auf jeden Fall verbrachten wir mehr Zeit mit dem Schuhetrocknen als das Wir durch die Stadt gehen konnten.
Klaus: Wir hatten auch nicht die richtige Kleidung für diese Wetterverhältnisse mit. Wer rechnet schon mit so etwas.
Thomas: Beim zweiten Gig in Neapel, hatte unsere Bookerin etwas vermasselt und konnte keine Werbung mehr machen. Deshalb waren da jetzt maximal 10 Leute.
Klaus: Nein weißt du, was da war (lacht). Gegenüber war eine Studentparty oder irgendeine Open-Air Veranstaltung
Manuel: Du bist rausgegangen aus dem Lokal und der Platz davor war voller Menschen. Aber unten im Lokal waren nur wenige. Ich würde sagen der Gig in Salerno war super. Da waren genug Leute.
Klaus: Obwohl es dort auch nicht klar war, ob wir dort spielen. Eben unsere Klamotten waren völlig hinüber und die Straße zum Club, führte an der Küste entlang. Überall lag Dreck auf der Fahrbahn. Das Lokal lag direkt an der Küste und jetzt wusste man nicht, wenn der Sturm stärker werden würde, ob nicht das Lokal überschwemmt wird. Wir fingen erst gegen zwölf Uhr zu spielen an. Vorher überlegten wir zwei Stunden lang, spielen wir spielen wir nicht? Im Endeffekt haben wir dann aber gespielt. Zwar etwas kürzer aber doch.

Stoner-Instrumental Rock ist ein ungewöhnliches Genre. Wie seid ihr dazu gekommen eine Band zu gründen und was waren oder sind eure Einflüsse?
Klaus:
Naja es ist ja nicht die erste Band, in der wir spielen. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich schon immer Stoner Rock gespielt. In der ersten Band war das Problem, dass unser Drummer nie in die Richtung Stoner gehen wollte. Dadurch gingen wir in eine etwas andere Richtung. Als wir dann mit der alten Band aufhörten, haben Manuel und ich angefangen.
Manuel: Für mich war der Anfang das Wolfmother Konzert in der Arena in Wien. Da spielten als Vorgruppe Colour Haze. Ich kannte die Band vorher nicht. Ich hatte nicht viel mit Stoner zu tun. Ich hab ein bisschen gegooglet und nach weiteren Recherchen bin ich auf die verschiedensten Stoner Bands gestoßen und begann mir alle anzuhören.
Klaus: Einfach das ganze Genre durch hören. Da entdeckt man immer wieder was Neues.
Manuel: Ja das mein ich auch. Es gibt Stoner-Bands oder Bands die zwar dem Stoner zugeneigt sind, aber auch Jazz und Blues Einflüsse in hohem Maße verarbeiten.
Klaus: Überhaupt die alten Sachen, Pink Floyd, Black Sabbath. Die hör ich schon ewig und noch länger. Aber ganz eindeutig geprägt haben mich The Doors. Damit fing alles an. Das war die erste Band, bei der ich gesagt hab, da hör ich gerne zu. Ich würd auch sagen, dass der Stoner Rock eher die neue Generation ist.

An der Küste Italiens

An der Küste Italiens

Wie sieht’s zurzeit in der Szene aus? Habt ihr Kontakt zu anderen Stoner-Rock Bands?
Manuel:
Es entwickeln sich immer mehr Bekanntschaften. Mit Triptonus haben wir Kontakt. Mit denen spielten wir schon und nun haben sie uns nochmals eingeladen für ein Konzert. Das wird im Mai stattfinden. Im Gegenzug haben wir sie auch zum Konzert in Graz eingeladen. Mit Far Away Town haben wir mal was gemacht. Aber direkten Kontakt eher nicht.
Thomas: Wir kennen nun niemanden so richtig gut das Wir uns regelmäßig austauschen. Wir suchen Bands, mit denen wir spielen können und bis jetzt hat alles super geklappt. Wir hoffen halt, dass wir mit ebendiesen Bands wieder einmal spielen können oder neue Bands finden.
Klaus: Wir schauen auch, dass wir Bands finden, bei denen das Genre auch passt. Ein paar Konzerte, die wir in Wien gespielt haben waren mit Metal-Bands. Das kann jetzt ein Vorteil sein oder auch nicht. Weil man sticht dann irgendwie schon heraus. Im Nachhinein war das Feedback zwar positiv, aber es war dennoch nicht optimal.
Manuel: Also seit 2013 war eigentlich jedes Konzert mit anderen Stoner/Psychedelic Bands. In letzter Zeit spielen wir immer mehr im selben Genre mit den anderen Bands.

Ihr spielt eure Konzerte immer maskiert. Steckt dahinter eine Aussage?
Klaus:
Seit Italien spielen wir nicht mehr mit Masken. Aus rein praktischen Gründen.
Thomas: Es ist meine Schuld, warum wir die Masken absetzten (lacht). Während eines Konzertes hatte ich plötzlich Probleme mit dem Fußpedal und musste aufpassen, dass ich nicht daneben trete. Aber es passierte, und kam dadurch völlig aus dem Rhythmus. Dann kamen auch noch die beiden aus dem Takt, doch durch die Maske konnte ich kaum etwas erkennen.
Klaus: Wir konnten uns nicht mehr absprechen. Das war dann das Problem. Das war die Ursache das wir gesagt haben wir geben die Masken runter.
Manuel: Ursprünglich wollten wir mal etwas Ausgefallenes machen.
Klaus: Dadurch das Wir keine Stimmen brauchen haben Wir uns gedacht., wie sind Wir noch schnell auf die Masken gekommen?
Manuel: Lass mich erzählen. Ich weiß es aber auch nicht mehr so genau. Die Leute sollten auf die Musik hören und nicht auf Oberflächlichkeiten achten. Auch bin ich nicht gerade der Bühnenperformer deshalb sind die Masken wirklich toll. Du kannst in die Menge schauen und keiner sieht deine Mimik. Keiner weiß, wie du aussiehst – keiner weiß, wie du dich fühlst. Ich fühl mich dadurch einfach sicherer auf der Bühne. Natürlich sehen die Maske bei geilem Licht und bei Nebel auch optisch super aus. Es passt auch zu unserer Musik sehr gut, die ja ein bisschen depressiver ist.
Thomas: Ja das war’s im Grunde.

Euer erstes Demo-Tape ist schon längst erhältlich. Wie war der Produktionsprozess?
Klaus:
Wir machten alles selber. Großteils hat der Manuel alles gemacht (lacht). Aufgenommen haben wir alles bei mir, weil der Raum größer ist und der Sound auch nicht so schlecht war.
Thomas: Wir standen auch ein bisschen unter Zeitdruck, da wir ja für Italien etwas zum Herzeigen brauchten. Zwei Wochen vor dem Italientrip haben wir uns beim Klaus eingebunkert, um für 1 Stunde oder mehr das Programm durchzuspielen. Natürlich kann es besser sein. Es muss auch besser werden. Aber die Aufnahmen waren zum Akzeptieren.
Klaus: Für diese kurze Zeit, ist es recht gut gelungen.
Manuel: Es wurde alles live eingespielt. Keine Overdubs oder Ähnliches. So wie du es hörst, haben wir´s gespielt. Ich habe nicht wirklich eine Ahnung vom Abmischen, hab so gut wie möglich an den Songs gefeilt. Es muss ja auch nicht perfekt sein. Es steht Demo drauf. Es ist eine Demo. Das passt schon so.

Ihr benutzt ein ungewöhnliches Instrument. Das Theremin. Wie kommt es dazu und wie ist es, damit zu spielen?
Klaus:
Ich muss sagen es wird immer besser. Ich bekomme immer mehr Gefühl dafür. Das Gerät gehörte einen Freund von mir, der benutzte es jedoch kaum. Wir haben das dann ausprobiert. Ganz am Anfang spielten wir ohne dieses Instrument. Aber nach und nach dachten wir, dass es gut zum psychedelischen Klang passt. Wie es wirklich funktioniert, weiß ich auch nicht. Mit dem Effektgerät dazwischen wird das halt mehr zur Spielerei und ist quasi immer wieder aufs Neue ein Jam. Genau einstudieren kann man das nicht wirklich. Aber es wird immer besser.
Manuel: Pink Floyd benutzten es bei „Echoes“ im Mittelteil.
Thomas: Led Zepplin hats auch benutzt. Bei „Whole lotta love“.
Klaus: Es ist ja kein Instrument, das im Vordergrund steht. Meistens ist es ja nur zur Untermalung.

Wie kann man sich bei euch den Prozess des Schreibens oder des Komponierens vorstellen? Improvisiert ihr, oder kommen Vorschläge von den Mitgliedern der Band?
Manuel:
Die Lieder selber sind keine Improvisation. Da ist fast jede Note immer gleich. So wie man es live auf der Bühne hört.
Thomas: Aber das was wir jetzt machen und was wir vor zwei Jahren machten, ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Unser Sound, unsere Komposition hat sich extrem weiterentwickelt. Und es entwickelt sich immer mehr. Natürlich ist es einfacher, wenn der Manuel oder Klaus mir eine Riff-Folge vorgeben. Es ist einfacher, wenn beide eine gewisse Vorstellung haben. Hauptsächlich schreiben der Manuel und Klaus die Songs. Kommt darauf an wer gerade Gitarre spielt, denn sie wechseln sich ab.
Manuel: Wir machen das immer. Jetzt ist der Klaus wieder dran, Gitarre zu spielen. Er überlegt sich jetzt die Riffs, ein paar Melodien und versucht sie dann zusammenzufügen. Danach wird sich die Bassspur überlegt und zu guter Letzt steuert Thomas die Drums bei. Wir arbeiten uns von Riff zu Riff. Immer weiter könnte man sagen.
Klaus: Bei einer neuen Nummer bin ich jetzt bei 6 Minuten (lacht).
Manuel: In letzter Zeit haben wir viel für die Konzerte geprobt. Haben auch die anderen Lieder wieder spielen müssen. Sind dadurch noch nicht wirklich weitergekommen. Jetzt haben wir zum Glück ein bisschen Zeit wieder richtig Proben zu können. Sodass mal wieder was Neues rauskommt.

Space Cell Wien

Habt ihr vor das ihr irgendwann einmal Songs mit Gesangspart schreibt? Oder bleibt ihr eurer Linie treu.
Klaus:
Also ich hätte es schon vor. Irgendwann.
Manuel: Die Überlegungen sind da. Es muss ja nicht viel Text sein, es können auch nur 3 Sätze sein.
Thomas: Es kann ja auch ein Schrei sein, der mit Effekten in die Länge gezogen wird.
Manuel: Dadurch, dass wir nicht mehr mit den Masken spielen, ergibt sich ja die Möglichkeit zu singen.
Klaus: Es ist sicher nicht ausgeschlossen.

Stecken Aussagen in euren Songs oder eine Botschaft, die ihr mitteilen wollt?
Thomas:
Was mir letztens aufgefallen ist, war, dass die Songs wie eine Diskussion sind. Du hast hier Aussage gegen Aussage. Zuerst was Härteres, dann etwas Ruhigeres, dann wieder was Schnelleres.
Klaus: Es wechselt eigentlich immer, weil im Prinzip kein Song so aufhört, wie er anfängt.
Thomas: Man kann schon Geschichten hineininterpretieren.
Manuel: Bei mir war es zum Beispiel beim Song „Part 15“ so, dass ich viel Pink Floyd gehört habe. Ich bin mir nicht sicher, ob man das raushört. Aber ich denke das geht mehr so in diese Richtung.
Thomas: Es ist aber nicht so das jetzt irgendein beabsichtigtes Statement hinter den Liedern steckt.

Wie sehen eure Pläne für 2013 aus?
Thomas:
Wir haben uns dazu entschlossen, im Sommer eine Pause einzulegen. Damit wir uns auf uns konzentrieren können und auch neue Songs schreiben. Wenn wir was schreiben können. Druck machen wir uns keinen. Cool wäre natürlich, wenn wir ein Album rausbringen.
Klaus: Wenn man es professionell machen will, ist das natürlich eine Geldfrage. Ich bin auch kein Fan von dem Einspielen der einzelnen Spuren. Für mich hört es sich dann so zusammengesetzt an.Meiner Meinung nach klingt es einfach viel besser, wenn alles live eingespielt wird.
Manuel: Ich bin vom einzelnen Einspielen nicht so abgeneigt. Man kann dann noch sehr viel ausprobieren und experimentieren. Bis Juni spielen wir noch ein paar Konzerte. Im Herbst, sofern sich die Möglichkeit bietet, würden wir wieder einen Konzert-Trip ins Ausland wagen. Vielleicht ergibt sich etwas mit dem Aufnehmen eines Albums. Mal schauen, was kommt.

 

Vielen Dank Space Cell (Homepage) für eure Zeit.

 

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