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Sportfreunde Stiller im Interview

Sportfreunde Stiller im Interview

Wir trafen am 30. Mai die wunderbaren Sportfreunde Stiller (Homepage) zum Interview im Wiener 25hours Hotel.

Wart ihr schon oft in Wien, wie gefällt’s euch hier bei uns?
Florian
: Ja, wir waren schon oft in Wien. Um ehrlich zu sein, ist Wien von den Städten, die für mich erreichbar sind nach München die Schönste! Es ist eine tolle Stadt und wir hatten sehr schöne Konzerterlebnisse hier! Sogar unseren ersten „Auslandgig“. (lacht)
Peter: Wir fühlen uns immer sehr international, wenn wir hier zu Gast sind. (lacht)
Rüde: Wien ist total schön.

Bei euch ging’s ja in Österreich schon relativ früh mit dem Erfolg los oder?
Peter
: Ja, FM4 hat uns relativ früh gespielt. FM4 war überhaupt einer der ersten Radiosender, die uns gespielt haben.
Florian: Und auch einer der Ersten, der uns dann nicht mehr gespielt hat. (alle lachen)

Sportfreunde Stiller im Interview 2013

Lasst uns doch etwas über das neue Album „New York, Rio, Rosenheim“ plaudern. Hat es euch Spaß, gemacht wieder im Studio zu stehen?
Peter
: Ja schon, wir hatten eine sehr schöne Zeit. Wir haben das Album in vier Etappen aufgenommen. Nach einer Woche im Studio haben wir dann wieder ein paar Wochen Pause gemacht. Wir hatten also nie dieses Lagerkoller-Gefühl.

Ihr macht ja schon seit 17 Jahren gemeinsam Musik. Gibt’s da beim Songwriting noch Differenzen oder läuft immer alles glatt?
Florian
: Natürlich gibt es Differenzen. Wir sind kreative Köpfe, die unterschiedlich arbeiten. Ein Streit ist deswegen aber noch nie ausgebrochen. Der größe Reibungspunkt ist jedoch die Promoarbeit. Also wie wir uns wo präsentieren. Ein schwerer Diskussionspunkt war auch immer die Frage: „Welcher Song schafft’s auf die Setlist?“.
Peter (zu Florian): Wir haben schon mal gestritten, aber das hast du nicht mitbekommen, weil du ohnmächtig wurdest, nachdem du meinen Ellenbogen ins Gesicht bekommen hast. (alle lachen)
Rüde: Es gibt weniger Streit, mehr unterschwellige Hässlichkeiten. Kleine Giftigkeiten, Kratzen und Beißen. (alle lachen)
Peter: Man hofft dann, das einer den Bus verpasst oder so. (lacht)

Sportfreunde Stiller im Interview 2013

„New York, Rio, Rosenheim“ ist ja nach sechs Jahren das erste Studioalbum. Was können sich Sportfreunde Stiller Fans davon erwarten?
Peter
: Es klingt zwar nach uns, dennoch klingt es irgendwie anders. Die Energie, die in dem Album steckt, ist sehr gut. Man merkt, dass jeder mit voller Leidenschaft dabei war. Wir haben einfach so lang daran gearbeitet, bis wir aus jedem Lied das Bestmögliche herausgeholt haben. Nach den Unplugged-Zeiten hat es Freude gemacht, wieder auf den Verzerrer zu steigen. Ich finde es ist eine schöne Platte geworden, die unserer Entwicklung und Alter gerecht wird. Auch was die Inhalte anbelangt.
Florian: Wir haben nur die Ideen verfolgt, mit denen alle Drei etwas anfangen konnten. Die uns emotional bewegt haben.

Habt ihr aus den Unplugged Zeiten etwas für das neue Album mitgenommen?
Peter
: Ja wir haben viel über das Zusammenspielen gelernt. Wie Schlagzeug mit Bass harmoniert oder wie man mehr Raum in der Musik schaffen kann.

Braunschlag Regisseur David Schalko hat das Video zu eurer ersten Single „Applaus, Applaus“ produziert? Wie ist es dazu gekommen?
Peter
: Wir sind seit langer Zeit mit David befreundet. Wir wollten schon 2006 zusammenarbeiten, und jetzt hat es endlich geklappt. Wir haben zwei schöne Tage im Waldviertel verbracht und uns da auf den „Braunschlag“ Fährten bewegt.
Florian: Wir durften endlich „Braunschlag“ kennenlernen. (lacht)

Sportfreunde Stiller im Interview 2013

Seid ihr leicht Braunschlag Fans?
Florian
: Wir waren ehrlich gesagt hin und weg von der Serie. Es hat sich bei uns wie ein Lauffeuer verbreitet und zum Kult entwickelt. Es geht soweit, dass wir sogar den „Bürgermeister“ Robert Palfrader als Förster in unserem Video mitspielen lassen wollten.
Peter: Wir finden es einfach spitzenmäßig, was David macht. Das gibt’s auch in Deutschland nicht. Mutige Fernsehmacher, die über Grenzen gehen und Sachen zeigen, die einem echt wehtun.

In eurer Presseaussendung steht: „Die Narben der vergangenen Jahre sind in Schönheitsflecken umoperiert worden“ – Welche Narben sind damit gemeint?
Peter
: 2010 herrschten einfach unterschiedliche Meinungen, wie es weitergehen soll. Während 2011 hatten wir weniger Kontakt. Es gab schwierige Momente, wie die Frage, wann und wie es weiter geht. Das kannten wir in unserer bisherigen Karriere einfach nicht. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nicht immer alles klar läuft. Aber letztendlich war das bereichernd für die Lieder und das neue Album.

Sportfreunde Stiller im Interview 2013

Was hat sich generell bei euch in den letzten 17 Jahren Sportfreunde Stiller geändert?
Florian
: Eigentlich sehr viel. Musikalisch hat sich der Zustand von nebulös zu klar verändert. (lacht) Jeder kann mittlerweile gut mit seinem Instrument umgehen. Wir haben uns auch persönlich weiterentwickelt, Familie gegründet. Nicht geändert hat sich jedoch die Energie und der Drang, mit der wir an die Musik herangehen.
Rüde: Es war interessant anzusehen, wie diese völlig abstruse Vorstellung, Musiker zu sein, selbstverständlich wurde. In manchen Momenten ist es einfach total toll aufzuwachen und zu realisieren, dass man das macht, was man sich immer gewünscht hat.
Florian: Es wurde auch ein Zustand erreicht, dass wir uns vor 17 Jahren hier in Wien nur einen Käsekrainer leisten konnten und heute zwei. (alle lachen)
Peter: Plus extra Kren. (lacht)

Gibt es sonst noch erzählenswerte Wien Erinnerungen?
Florian
: Bei einem unserer ersten Konzerte in Wien, haben wir noch persönlich Einladungen geschrieben und im Copy Shop kopieren lassen. Die haben wir dann zugeschnitten und selbst, wie diese als Mozart verkleideten Animateure, am Stephanplatz verteilt.
Rüde: Immerhin waren dann 13 Leute oder so da. (alle lachen)
Florian: Hauptsache wir haben tausend Flyer verteilt. (alle lachen)

Vielen Dank Sportfreunde Stiller für das Interview!

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Daniel Kubera
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