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Das war das Springfestival 2013

Das war das Springfestival 2013

Den ersten Abend eröffnete Chilly Gonzalez, der sein 2012 erschienenes Album Solo Piano II präsentierte und das Publikum schnell auf seiner Seite hatte. Nachdem Auftritt des Mannes im Bademantel  (Sitzkonzert) dauerte es einige Zeit, bis umgebaut war und Rangleklods endlich die Bühne betraten. Der Elektropop der Dänen kam auch bei den Besuchern des Springfestivals bestens an, spätestens bei Young and Dumb konnte keiner in der übervollen Helmut List-Halle mehr ruhig stehen. Nach einer guten halben Stunde war aber leider wieder Schluss, was nicht nur Esben Andersen, der Sänger der zu zweit auftretenden Formation, nicht ganz verstand. Nach der Absage von Sbtrkt wenige Tage vor dem Festival wurde die Eröffnung von Mark Ronson b2b Riton und CoMa beendet und das Publikum ins Grazer Nachtleben entlassen.

Chilly Gonzales – (c) Tim Ertl / Springfestival

Am Donnerstagabend folgte im Orpheum der Auftritt von Apparat. Die Berliner rund um Sascha Ring spielten Krieg und Frieden, ihre Vertonung zu Tolstois gleichnamigem Roman. Die Band bewegte sich souverän in einem Spannungsfeld zwischen der fragilen Stimme Rings und den sich ständig auf- und abbauenden Soundwänden aus Synthesizer, Cello und Geige. Ring steht bewusst nicht im Zentrum des Bühnenbildes, jedes Bandmitglied bekommt die nötigen Freiheiten eingeräumt, um sich entfalten zu können und so dem Gesamtkunstwerk Krieg und Frieden nicht im Weg zu stehen: verdiente Standing Ovations, nicht zuletzt auch aufgrund der faszinierenden, live auf der Bühne kreierten, Visuals von Transforma.

Francesco Tristano und Aufgang verstanden sich danach als Grenzgänger zwischen Techno und Klassik. Zwei Flügel, ein paar Synthesizer und als treibende Kraft im Zentrum ein Drumset, mehr brauchte es für den virtuosen Pianisten nicht, um diese Gratwanderung zu meistern.Das Publikum ließ sich nicht zweimal bitten, aufzustehen und mit zu tanzen. Nach Dj-Sets von Gilles Peterson im Dom im Berg, Adam Port und Till von Sein in der Postgarage sorgten A.G.Trio trotz Stromausfall selbst zwischen 4:30 und 6:00 noch für einen bebenden Schlossberg.

Am Freitag waren mit Kollektiv Turmstrasse und Extrawelt zwei echte Größen der elektronischen Musikszene zu Gast. Die übervolle Postgarage feierte zu Minimal Techno und keiner wollte der Erste sein, der heimgeht. Am Samstagabend beendeten Sóley, HVOB, Marek Hemmann und viele andere Acts das Springfestival 2013.

Apparat – (c) Tim Ertl / Springfestival

Ein großes Lob an die Organisatoren. Mit Shuttlebussen und “Springfestivaltaxis” kam man schnell und vor allem kostenlos von einer Location zur nächsten. Jeden Morgen gab es Frühstück im Kunsthaus für all jene, die zum Eierspeise machen keine Lust oder Kraft mehr hatten. Auch heuer bewies das Springfestival ein extrem gutes Gespür für Trends und Tendenzen in der elektronischen Musikwelt. Oft fiel es uns nicht leicht zu entscheiden, wo wir den Abend verbringen sollten. So positioniert sich das Festival wahrscheinlich erneut ganz weit vorne auf der Liste der besten Indoorfestivals Europas. Besonders deshalb ist es gut, dass sich das Springfestival unter anderem auch als Plattform für die österreichische Elektroszene versteht und jungen, unbekannten Djs mit Auftrittmöglichkeiten eine nicht zu unterschätzende Aufstiegschance einräumt. Einziger Wermutstropfen waren die extrem hohen Getränkepreise.

Wir sagen danke und sind gespannt auf das nächste Springfestival im doch nicht ganz so kleinen und verschlafenen Graz.

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