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Stone Sour – House of Gold & Bones Part 2

Stone Sour – House of Gold & Bones Part 2

Rauchzeichen, Trommelwirbel, Erdbeben und alles, was noch nach Aufmerksamkeit schreit, hat das neue Stone Sour angekündigt: “House of Gold and Bones Pt II“ erblickte am 5. April das Licht der Welt. Die Vorwehen in Form von Streams und Puzzleteilen, die zum Artwork führen, haben die Spannung gesteigert und der Medienrummel um den vierteiligen Comic dann vermutlich die endgültige Geburt eingeleitet.

Ein halbes Jahr nach “House of Gold and Bones Pt I“  ist mit dem zweiten Teil das Gesamtwerk fertig. Das Konzept ist einzigartig und soll an jedermanns Türe klopfen. „Die beiden Konzeptalben, das Multimediaevent, die Kurzgeschichte, der Comicroman… wir sind so stolz darauf und kümmern uns extrem enthusiastisch um die Promotion. Wir wollen dass die Welt Bescheid weiß – DIE GANZE WELT!“, meint Corey fast bescheiden. Der Short-Story, aus Coreys Feder, folgt ein 4-teiliger Mini-Comicroman, welcher sich an die Musik beider Albenteile reiht. Der erste Comic ist seit 17. April zu kaufen.

Mit 12 Liedern in knapp 49 Minuten wird die Geschichte von einem Mann der Entscheidungen trifft und eben auch nicht trifft, fortgeführt. Den Start macht „Red City“. Er taucht das Werk gleich mal in eine melancholische Grundstimmung und lässt den düsteren Film beginnen. Spätestens bei “Black John“ erinnern die Klänge von Stone Sour an einen klassischen Soundtrack. Black John wacht in einem Keller auf und beschließt sich mit dem Chaos abzufinden und laut Corey „mit der Welle zu schwimmen“. Die Nummer hat einen guten Beat und eingängige Gitarren. Coreys Stimme ist an den richtigen Stellen am richtigen Platz.

Mit “Sadist“ will lyrisch ein Spiegel gezaubert werden, der einen darüber nachdenken lässt, ob man sich nicht selber besser kennt als man vermutet. „Give me a way to be the agony that knew you all along“, brennt Corey dem Hörer die Wörter in den Kopf. Die Single “Do me a Favor“ ist schon seit Februar auf Amazon und iTunes erhältlich und zu Recht ausgekoppelt worden. Skid Row-Tieftöner-Legende Rachel Bolan gibt am Bass den Takt zum Bier trinken vor. Eine Hymne, um in den richtigen Schuppen mit den richtigen Leuten zusammen zu grölen und bangen. Nur nicht ganz so wild, um sich ernsthaft zu verletzten. Live wird wieder Johnny Chow (Cavalera Conspiracy) den Bass zupfen.  Das Musikvideo dazu, ebenfalls im Comic-Stil, stammt von Phil Mucci.

Ganz unter dem Motto „from restruction comes rebirth“, verschmelzen “Blue Smoke“, “Do me a Favor“ und „The Conflagration“ zu einer Trilogie, die sich durch die verschiedenen Charaktere,  the Human, Alan und Peckinpah, definiert. Wer sich darunter rein gar nichts vorstellen kann, hat die Möglichkeit im Comic nachzulesen und währenddessen die Musik als Soundtrack laufen zu lassen.  Der Titeltrack macht dann den Abschluss. Inhaltlich ist es ein klassisches offenes Ende mit genug Freiraum für eigene Interpretationen. Instrumental wir nochmals richtig auf den Putz gehauen. Das Schlagzeug bekommt die Rolle, die es verdient, während der Gesang ganz nah an ein Konzert auf einem Sommerschulfest rankommt.

Hart ausgedrückt ist “House of Gold and Bones Part II“ der hässliche Zwilling. Im Vergleich zum ersten Teil wirkt die CD lieblos bespielt und ist musikalisch keine Offenbarung. Den Liedern fehlt es an Tiefe und Griffigkeit. Man darf nicht vergessen, dass der erste Teil des vierten Albums ordentlich was vorgelegt hat und mit Fortsetzungen ist es auch immer so eine Sache. Bei dem bewussten Mediengetöse wurde die Latte noch zusätzlich höher gelegt. Abwechslungsreich und in den verschiedensten Facetten zeigen Stone Sour zwar ihre Kreativität und Mut zur Abwechslung, lassen die Geschichte musikalisch aber richtig platt enden.

CD Cover "House of Gold & Bones Part 2" von Stone Sour

Getourt wird heuer fleißig, nicht nur im Ausland, sondern auch am Seerock in Graz kann man sich live von Songs des neuen Werkes überraschen lassen. Für die Energie auf der Bühne und die gute Live Performance sind Stone Sour (Homepage) zu Recht bekannt!

Und wer davon noch nicht genug hat, kann sich auf Coreys nächste Eingebungen freuen. Im Moment schwebt ihm „ein Science Fiction Thriller“ vor. Um das Werbefeuer nicht ausgehen zu lassen, ist das der richtige Schuss Benzin, aber gut Ding braucht ja bekanntlich Weile…

Stone Sour – „House of Gold & Bones Part 2“

Für Fans von: Drowning Pool, Soilwork
Roadrunner Records (Warner)
VÖ: 04.04.2013
Gesehen um €15,99

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Verena Oberhofer
‎~ pour moi, l'habitude est juste synonime de mort. ~
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