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Sunrise Avenue im Interview

Sunrise Avenue im Interview

In seinem Hotelzimmer mit exzellentem Ausblick über Wien empfing uns Samu Haber zum Interview. Der Frontmann der Band Sunrise Avenue (Homepage) und neuester Charmeur der The Voice Of Germany Jury plauderte mit uns über das aktuelle Album, die Show und seine Ängste.

Hallo Samu! Wie geht’s dir? Du siehst müde aus.
Samu: 
Das bin ich. Aber das ist okay, mir geht’s gut!

Unholy Ground ist euer viertes Studioalbum und ihr habt noch mit keinen anderen Musikern zusammengearbeitet. Wieso?
Samu: Ich hab das schon gemacht! Das waren viele Hip-Hop Sachen die ich gefeatured hab, aber eher im Norden. Warum Sunrise Avenue das noch nicht gemacht hat? Wir brauchten das nicht. Wir haben bei den langsamen Songs des neuen Albums zwar wieder darüber nachgedacht, aber so ein Duett mit einer Frau klingt einfach langweilig! Ich denke wir werden in der Zukunft sicher mit jemandem arbeiten, aber bisher waren wir zufrieden.

Habt ihr Mal daran gedacht, einen finnischen Song auf ein Album zu packen?
Samu: Nein, ich mag das nicht. Ich respektiere die finnisch singenden Bands und Musiker, aber mir hat das noch nie gefallen! Ich habe schon immer englischsprachige Musik gehört, ich bin zum Beispiel mit den Beatles groß geworden.

Also schreibst du Songs automatisch in Englisch?
Samu: Es führt dazu, ja. Ich finde, finnischsprachige Musik ist sehr düster und zu sehr Schlager. Das fühlt sich für mich nicht richtig an. Obwohl es natürlich sehr viel einfacher wäre, in Finnland erfolgreich zu sein, weniger Flüge und so.

Denkst du, auf dem aktuellen Album ist auch so ein Megahit wie zuletzt Hollywood Hills?
Samu: 
Auf keinen Fall! (lacht) Das kann nicht passieren! Wir hatten schon zwei solcher Hits von drei Alben, also ist das unmöglich! Aber mich stört das nicht – es läuft ja auch so super! Die Charteinstiege sehen gut aus und wir können so oder so auf Tour gehen. Aber ich garantiere, von Unholy Ground wird es keinen solchen Megasong geben! Falls doch kauf ich dir eine Handtasche oder so! (grinst)

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© Anna Obermeier

In einem Lied singst du „Don’t Be Afraid Of The Midnight“. Wovor hast du Angst?
Samu: Vor Mitternacht, wirklich! Bei mir ist das so, besonders wenn ich viel Stress habe und dann nachts allein ins Hotelzimmer gehe, dann schwirren plötzlich so viele Dinge in meinen Kopf herum. Darum geht es in dem Lied; wenn man versucht einzuschlafen und die Gedanken und Monster im Kopf einen einholen! Deswegen finde ich Mitternacht irgendwie beängstigend. Letzte Nacht musste ich das Fenster ein kleines Stück öffnen, nur damit ich die Stadt hören und mich sicher fühlen kann. Ich sollte deshalb vielleicht mal einen Arzt konsultieren. (lacht)

Ist auf Unholy Ground eine Phrase, die du dir tätowieren lassen würdest? Du hast ja bereits einige Songtitel unter der Haut.
Samu: 
Wie billig ist das denn? (grinst) Aber ja, hm. Viele, aber ich weiß nicht…

Denkst du noch drüber nach?
Samu: Ich versuch mich gerade an die Songtitel zu erinnern, ich hab die Songs vergessen! Es gibt schon viele, aber ich würde mir nicht ‚Hurtsville‚ tätowieren lassen.

Vielleicht „Don’t Be Afraid Of The Midnight“?!
Samu: Ja, das vielleicht! Aber möglicherweise sollte ich mich das nächste Mal auf Bilder konzentrieren, ich hab ja schon so viele Textzeilen.

Beschreibe das neue Album mal in drei Worten!
Samu: Es rockt, ist ehrlich und fehlerhaft.

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© Anna Obermeier

Du bist jetzt Juror bei The Voice of Germany. Hast du keine Angst, nicht mehr genug Zeit für Sunrise Avenue zu haben?
Samu: Nein, überhaupt nicht! The Voice Of Germany ist im Herbst und endet zu Weihnachten und unsere Tour ist erst im Februar. Wir verbringen sowieso nicht allzu viel Zeit miteinander. Das ist auch gut, wir machen das Ganze immerhin schon seit 12 Jahren! Wenn man die ganze Zeit miteinander rumhängt, würde das irgendwann zu viel werden. The Voice ist eine nette Pause. Die Jungs machen ja auch andere Dinge, sie spielen in anderen Bands und machen mit denen Alben und Shows. Ich finde das super! In der Musik kann man seine Band betrügen, aber im echten Leben sollte man nicht untreu sein!

Wenn du in der Zeit zurückgehen könntest, um deinem 20 Jahre jüngeren ich einen Rat zu geben, welcher wäre das?
Samu: Ich würde nichts verraten! Ich denke, es ist gut Fehler und Dummheiten zu machen und gegen Wände zu rennen, um herauszufinden, wie man das Leben leben sollte. Dasselbe gilt für junge Bands! Ich habe so eine kleine Firma, die neuen Bands unter die Arme greift und oftmals glaube ich, ich sollte immer für sie da sein und ihnen den richtigen Weg zeigen, weil es so was an sich auch nicht gibt. Das beste Leben ist aber das, das man wirklich gelebt hat und die besten Narben sind die, die einem wirklich wehgetan haben! Nur so lernt man. Ich habe viele dumme Dinge in meinem Leben angestellt, aber ich würde sie nicht wieder machen. Fehler sind gut, wenn man sie nur ein Mal macht! Deswegen würde ich nichts sagen.

Ist das auch dein Plan für das Coachen, nicht alles preiszugeben?
Samu: Ja! Du musst einmal fallen, um aufstehen zu können. Ich denke, das ist sehr wichtig. Die Starken werden überleben und die Schwachen können nur stark werden, indem sie scheitern!

Wirst du deine Kandidaten dafür auf eine bestimmte Weise für die Battles vorbereiten?
Samu: Sicher! Es gibt natürlich nicht viel Zeit zu wachsen, jeden Tag ist etwas los. Aber ich versuche ihnen klarzumachen, dass sie es schaffen können. Ich will ihnen sagen: ‚Seht mich an, ich bin nicht der beste Sänger der Welt. Wenn ich das kann, warum solltet ihr das nicht können?‘ Es ist zwar ein hartes Spiel in einer sehr kurzen Zeit, aber am Ende kann nur einer gewinnen, also sollten sie die Reise genießen. Auch der Gewinner wird irgendwann in seinem Leben mal abstürzen und nicht den Rest des Lebens wie Madonna sein. The Voice ist bestimmt eine Hilfe zu Beginn, aber danach muss man mit etwas anderem überleben als dem TV-Show-Status. Das will ich ihnen auch vermitteln.

Zu guter Letzt: Du teilst viel mit euren Fans mittels sozialer Netzwerke oder auch einem Blog. Hast du manchmal das Gefühl, das ist eine schlechte Idee? Ein wenig Privatsphäre geht dadurch ja schon verloren.
Samu: Ja, aber ich kann mir aussuchen, was ich sage, das ist das Gute daran. Ich rede nie über mein Leben. Ich meine, unsere Lieder handeln von meinem Leben oder unseren Leben, aber da ist nichts Spezifisches. Die Blogs die ich schreibe handeln auch von uns als Band und unseren Trips. Es ist also nicht so, dass ich die Menschen nah an mich heranlasse. Aber ich finde das Bloggen cool und mache es sehr gern!

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin!
Die letzten Worte gehören dir:

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