Home   /   Allgemein  /   Take Berlin – Lionize

Take Berlin – Lionize

Take Berlin – Lionize

Es ist wohl die älteste Geschichte der Welt: Junge trifft Mädchen. Junge mag Mädchen – Mädchen mag Junge. Junge macht mit Mädchen gemeinsam ein Baby – Album.

Take Berlin (Homepage) ist ein Duo bestehend aus Yvonne Ambrée aus Berlin und Jesse Barnes aus Cleeveland, Ohio. Und von der Historie erinnern die beiden ein wenig an das Österreichisch-Deutsche Gespann Keiner mag Faustmann. Nur, dass ist die Distanz zwischen Wien-Berlin und Berlin-Brooklyn – wo beide mittlerweile ihre zweite Heimat gefunden haben – ein wenig mehr Bonusmeilen im Flieger zulässt.

Getroffen haben sich beide auf einem Festival an der Ostsee und es war musikalische Liebe auf den ersten Blick. Ein paar Monate zuvor fand Jesse einen ausgemusterten Kassettenrekorder im New Yorker Schnee. Gemeinsam mit einem alten Akai Sampler wurden die ersten Demotracks produziert, die so authentisch und warm klangen, dass die beiden kurzerhand auf eine Neuaufnahme in einem modernen State-of-the-Art Studio verzichteten und direkt von der guten alten Kassette auf digitale Medien kopierten.

take-berlin-lionize-cover

Und tatsächlich, ihre selbst betitelte und selbst verlegte Debüt-EP Lionize klingt sehr nach oldschool. Sehr warm, kratzig, mit analogen Ecken und Kanten und Bandrauschen ohne Ende. Keine 96 Spuren Multichannel Aufnahme, damit die zwölfte Geige von links hinten auch noch ihren Platz im Mix findet, kein High End Mastering im teuersten Studio der Galaxie. Reduziert, minimalistisch und aufgeräumt präsentiert sich das Werk seinen Hörern. Eine Gitarre, eine verstimmte Heimorgel, ein paar Lo-Fi Samples vom alten Akai Sampler, zwei Stimmen die ähnlich nasal wie Nancy Sinatras Bang Bang aus dem Hintergrund das Arrangement dominieren.

Die sechs Songs auf dem Mini-Album passen atmosphärisch genauso zu einem verschneiten Kaffeenachmittag in New York City als auch zu einem melancholischen mitternächtlichen Lagerfeuer an einem abgelegenen Strand der Ostsee, wo die brechenden Wellenberge das Grundrauschen des Albums noch mal verstärkt.

Die EP Lionize (zu Deutsch vergöttern, anhimmeln), gibt sich recht geheimnisvoll. Die Texte sind ausgesprochen verspielt, verschwommen und undurchschaubar. Ein Panoptikum an Worten, deren Bedeutung sich erst nach mehrmaligem Studium zu erschließen scheint. Insgesamt ein gelungenes Debüt für Feinschmecker, das Lust auf mehr macht.

Take Berlin – Lionize

Für Fans von: Martin And James, Bernhard Eder
Take Berlin
VÖ: 06.09.2013
Gesehen um €5,94

Home   /   Allgemein  /   Take Berlin – Lionize

Tags

Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
Related Article