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The Builders And The Butchers – Western Medicine

The Builders And The Butchers – Western Medicine

Nach drei Studioalben, einem Live-Album und zwei EPs legen die aus Oregon stammenden Mitglieder von The Builders And The Butchers (Homepage) mit Platte Nr. 4 nach. Es wurde mehr Zeit in die Vollendung von Western Medicine investiert, als es beim Vorgänger Dead Reckoning der Fall war, und dieser Reifungsprozess hat dem Werk offensichtlich sehr gut getan.

Beim Hören des Albums hat man das Gefühl, die Beschreibung Folk-Rock greift einfach zu kurz. Eine treffendere Definition wäre wohl Country-Rock-Indie-Folk-Blues, wobei das natürlich auch seltsam klingt. Fakt ist jedoch, dass es die Band schafft, viele verschiedene Elemente gekonnt zu vermischen, um dadurch einen einzigartigen Sound zu kreieren. Vor allem wird eine Vielzahl verschiedenster Instrumente verwendet, die ein unglaublich breit gefächertes Soundspektrum bieten. Zusätzlich zu den üblichen Gerätschaften gesellen sich Mandoline, Banjo, Klarinette, Klavier und Percussions, alles vermengt mit der unverkennbaren Stimme des Frontmanns Ryan Sollee.

Das gesamte Album ist sehr melancholisch angehaucht und die Texte tragen dazu bei, diesen Effekt noch zu verstärken. Vor allem bei No Roses wird der bittersüße Beigeschmack sehr gut vermittelt und durch die zusätzliche weibliche Gesangsstimme wird dieses Gefühl intensiviert. Ebenso wird bei Watching The World Burn auf weibliche Unterstützung vertraut, wenn auch das Solo den Nagel nicht ganz auf den Kopf trifft.

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Düster geht es mit Desert Is On Fire weiter. Dadurch, dass fast alle Lyrics von Tod, Staub, Highways, Wüsten und Dreck erzählen, fühlt man sich geistig direkt in einen alten Western hineinversetzt. Bei Pennies In The Well und The Snow werden noch zusätzlich Bläser verwendet, wodurch das Ganze wiederum eine etwas andere Richtung bekommt.

Poisen Water präsentiert sich als stark instrumentaler Song, der sich aber schon allein durch seine Länge klar von einem gewöhnlichen Interlude unterscheidet. Bei der Dauer von knapp über sechs Minuten kann man sehr gut verfolgen, wie sich das ganze Lied Schritt für Schritt aufbaut. Und auch wenn noch alles so schaurig-düster erscheint, weckt Take Me Home ganz zum Schluss aber noch mal die Hoffnung, dass am Ende alles gut wird beziehungsweise immerhin werden könnte.

Allein beim Anblick der Songtitel (wie Blood Runs Cold) lässt sich darauf schließen, dass es sich hierbei um kein Gute-Laune-Album handelt. Textzeilen wie „I’m sitting on top of the hill to watch the world burn“ machen das noch mal zusätzlich klar. Doch das soll und muss es auch nicht sein. In seiner düsteren, vielleicht teilweise auch makaberen Aufmachung, geht es unter die Haut und ist mindestens so berührend wie ein kitschiger Lovesong. Trotz der tödlich-verwesenden Stimmung beweist Western Medicine Elan und wird durch treibende Melodien und Rhythmen am Laufen gehalten. Wenn auch manche Songs, oder einzelne Teile davon, etwas wirr daherkommen, schafft die Band es, das Ganze zusammenzuführen, sodass am Ende alles wieder einen Sinn macht.

The Builders And The Butchers – Western Medicine

Für Fans von: Brand New, Murder by Death
Instrument Village (Broken Silence)
VÖ: 19.07.2013
Gesehen um € 13,99

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