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The Flatliners – Dead Language

The Flatliners – Dead Language

Zum 10-jährigen Jubiläum beschenkt sich die kanadische Punkband The Flatliners (Homepage) scheinbar selbst mit einem ihrer routiniertesten, abgebrühtesten und auch einem ihrer stärksten Alben. Dead Language, das bereits vierte Album der immer jung wirkenden Punker strotzt nur so vor Bühnen-Power und Live-Energie.

Laut Band war das auch so beabsichtigt, denn wie Frontman Chris Cresswell versichert hatte man den Großteil der Songs live aufgenommen und nebenbei dabei auch den größten Spaß im Studio seit Langem. Ein opft gehörter Satz, mal sehen, ob das auch stimmt…

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Dabei darf man sich vom entspannten Intro-Geplänkel vom Opener Resuscitation Of The Year nicht täuschen lassen, denn schon bald wird der Schalter umgelegt und nicht einen, sondern zwei Gänge nach vorne geschaltet. So klingt guter Punk ohne Fun und Albernheiten. Zur Jahrtausendwende hätte man zu diesem Stil wohl „Emo“ gesagt. Aber gut, dieser Stempel wurde damals ja fast jedem aufgedrückt, der harte Musik mit Gefühl und Melodie zusammenführen konnte.

Doch ehrlich gesagt tut man sich ein wenig schwer, sich diese vier Jungs als astreine Punkband aufdrücken zu lassen. Ja, die Haltung passt, die Einstellung kommt dem Ganzen auch sehr nahe, auch die Klamotten stimmen – aber die Musik ist dafür wohl zu komplex. Ähnlich wie Hot Water Music oder The Gaslight Anthem kratzen The Flatliners zu sehr an der Indie und Alternative Marke.

Was ja durchaus nichts Schlechtes sein soll. Vor allem an die zweite Band erinnern die Dead Language-Songs unglaublich oft. Birds Of England ähnelt vor allem durch die Struktur an die Songs des letzten Erfolgsalbums von Brian Fallon und Co. Handwritten. Bury Me hingegen sind The Gaslight Anthem mit einem Tick mehr Tempo. Natürlich tut auch der leicht ähnliche Gesang hierbei sein Übriges dazu.

Dead Language bietet also vor allem jenes: Power, Qualität und Abwechslung. The Flatliners strotzen nur so vor Energie, vergessen dabei aber nicht die technischen Feinheiten! Tracks wie Hounds, Dead Hands oder Drown In Blood sind jene Punknummern, denen der Hauch Hardcore wirklich exzellent steht. Abwechslung findet man hier also nicht nur in den einzelnen Songs, sondern auch innerhalb derer. Mal hier ein Shout-Refrain, mal da ein gefinkeltes Gitarren-Lick.

Die Band wandert von der ersten Hälfte des Albums von Indie/Emo/Alternative-Rock hin zur anderen Hälfte der 13 Nummern, wo dann mehr knackiger Punkrock mit einem leichten Touch Hardcore die Oberhand gewinnt. Die Qualität sieht man vor allem darin, dass Songs die über drei Minuten gehen, doch einem nur halb so lange vorkommen. Nur ganz selten, wie bei Tail Feathers hat man den Song eigentlich schon nach 30 Sekunden entziffert und bietet einem keine wirklichen Höhepunkte mehr. Schade? Nicht wirklich. Der nächste gute Track kommt ja hier sonst immer direkt im Anschluss.

The Flatliners – Dead Language

Für Fans von: The Gaslight Anthem, Hot Water Music, Against Me!
Dine Alone Records (Soulfood)
VÖ: 13.09.2013
Gesehen um €14,99

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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