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The Letter Yellow – Walking Down The Streets

The Letter Yellow – Walking Down The Streets

Es ist als würde man abends in New York ausgehen. Man könnte dort zufällig an einer kleinen Bar vorbeikommen, die sehr alternativ und wenig einladend aussieht. Man könnte in einen dunstigen Raum ein Gin Tonic bestellen, kurz bevor die ominöse Band ihr erstes Lied spielt. Man würde dort die Atmosphäre, die einfarbigen Lichteffekte auf der Bühne, und die Lieder mit gemächlichem Beat auf sich wirken lassen, während die Nebelmaschine auf Hochtouren läuft und den Raum noch mehr verdunstet.

Man würde sich schließlich nach einer Stunde fragen, warum man nicht mitbekommen hat, dass schon so viel Zeit vergangen ist. Liegt es am Alkohol oder an The Letter Yellow? Man könnte sich aber auch sinnvollere Fragen stellen. Zum Beispiel warum das Album letztes Jahr erschienen ist, und wir in Europa noch immer keine Ahnung haben, was da in Brooklyn an Gold produziert wird!

CD Cover "Walking Down The Streets" von The Letter Yellow

Rock, Blues, Country und Funk-Sounds gehen dem Hörer durch den Körper, während Sänger Randy Bergida mit sanfter Stimme seine Geschichten ins Mikrofon haucht. Gänsehautgefahr – auch wenn die Melodie oft in den Hintergrund rückt, ein knallharter Offbeat drängt, und ihm der Text beim Schreiben offensichtlich wichtiger war als das Arrangement.

Gleich das erste Lied Changed darf man als Statement hinnehmen, sowie als Messlatte für das restliche Album. Erwähnenswert bleiben Songs wie Hope Street mit dem Feeling einer Disco kurz vor Sperrstunde und 14 Bar Blues eine Blues/Rock-Nummer direkt aus den 50ern. Eine Jam-Session von bekifften Musikern könnte nicht ehrlicher klingen! Dem Zuhörer wird dabei das Tamburin in die Hand gedrückt, ein Bassist mit glasigen Augen sagt dir “spiel einfach irgendwas mit“.

Das Genre in dem sich Walking down the Streets bewegt, bleibt nichtsdestotrotz alternativ. Nämlich so alternativ, dass man danach Lust bekommt, sich Horn-Brillen aufzusetzen und ein veganes Menü im nächstbesten In-Restaurant zu essen. Immer in ruhiger Bewegung, reißt es einen zwar auch nicht augenblicklich vom Hocker, bleibt aber im Gehör und wird schnell unbemerkt zum ganz persönlichen Soundtrack!

Von Bernhard Gellner

The Letter Yellow – Walking Down The Streets

Für Fans von: Foster the People
CD Baby.Com/Indys
VÖ: 13.11.2012 – kein bereits erschienen mehr
Gesehen um €13,95

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