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The Tallest Man On Earth in der Stadthalle F

The Tallest Man On Earth in der Stadthalle F

Als Abschluss einer großen Europatour besuchte Kristian Matsson, besser bekannt als The Tallest Man On Earth, die Wiener Stadthalle. Wer von der Wahl der Location auf den ersten Eindruck genauso verdutzt ist, wie wir es waren, möge beruhigt sein: der charismatische Schwede spielte in der kleineren Halle F, die durch ihre Kinosaal-Atmosphäre zwar etwas ungewöhnlich wirkte, sich jedoch letzten Endes doch als stimmig erwies.

Begrüßt wurden die Besucher von Daniel Norgren, der gemeinsam mit seinem Bruder den Abend musikalisch eröffnete. Der schwedische Songwriter und Kopf des Projekts spielte dabei Gitarre, sang und kümmerte sich mit seinen Füßen des Weiteren auch um Percussion, sein Bruder unterstützte ihn am Kontrabass. Stilistisch kann man Daniel Norgrens Musik als Country mit starken Blues-Einflüssen, die sich vor allem in seinen Gitarrensoli niederschlagen, beschreiben. Als außergewöhnlich sicher stach die Gesangsperformance des Schweden hervor, leider kam aber die Vermutung auf, dass sich Percussion und Gitarre gegenseitig eher schadeten als unterstützten. Konzentrierte sich Norgren auf das eine, stahl es ihm die Aufmerksamkeit, die das jeweils andere Instrument benötigt hätte – Schade, denn ohne die dadurch bedingten Unsicherheiten wäre die Eröffnung sicher noch schöner gewesen.

Daniel Norgren

Daniel Norgren – © Yavuz Odabas

Nach kurzem Umbau – oder eher Abbau-Pause – fand sich dann auch schon The Tallest Man On Earth, wie gewohnt alleine, auf der Bühne ein. Vor Beginn des Konzerts sprang der Schwede noch von der Bühne, um eine kleine Runde durch die Zuschauer-Reihen zu drehen. Dann eröffnete er sein Set mit den beiden Klassikern King Of Spain und Love Is All. Erster Eindruck? Irre! An Kristian Matssons Talent als Musiker hat wohl niemand gezweifelt, trotzdem ist die Genauigkeit und seine extrem saubere Spielweise – sowohl gesanglich, als auch bei den, für ihn charakteristischen, Fingerpickings – schlichtweg beeindruckend!

The Tallest Man On Earth - © Yavuz Odabas

The Tallest Man On Earth – © Yavuz Odabas

Das weitere Set führte quer durch Matssons Diskografie, von alten Songs wie This Wind über ‚Hits‘ wie The Gardner und I Won’t Be Found bis hin zu 1904 von seinem neuesten Album There’s No Leaving Now. Besonders schön: Die Version von Where Do My Bluebirds Fly mit sphärisch-hallendem E-Gitarrensound einer Telecaster.

The Tallest Man On Earth - © Yavuz Odabas

The Tallest Man On Earth – © Yavuz Odabas

Nachdem sich der Tallest Man On Earth vielmals beim Wiener Publikum für einen so schönen Tourabschluss bedankt hat, wird er von Standing Ovations des ganzen Saals für eine Zugabe zurück auf die Bühne gebeten. Nach Thousand Ways und The Wild Hunt singt der überglücklich, wenn auch erschöpft aussehende Schwede noch Paul Simons Graceland. Wer weiß, ob die Refrainzeilen 

I’m going to Graceland, Memphis Tennessee

in Zusammenhang mit seiner angekündigten Tournee-Pause stehen, die er zum Schreiben und Aufnehmen neuer Songs benutzen will? Wie man das auch immer deuten mag, gingen alle Zuschauer wohl nur mit dem Wunsch in die kalte Dezembernacht hinaus, bald wieder die Freude zu haben, The Tallest Man On Earth live erleben zu dürfen.

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