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Tosca – Odeon

Tosca – Odeon

Die beiden Wiener DJs Richard Dorfmeister und Rupert Huber, die gemeinsam vor über 16 Jahren das Musikprojekt Tosca gegründet haben, veröffentlichten Anfang 2013 ihr sechstes Studioalbum. Im Vorfeld kündigte Rupert Huber an: „Das Album ist definitiv ein bisschen düsterer, als alles was wir bisher gemacht haben.“ Die Wiener Atmosphäre trägt – laut eigener Aussage – sehr viel zu ihrem Sound bei, weshalb Tosca auch am liebsten in der österreichischen Hauptstadt ihre Musik produzieren. „In Wien ist es meistens grau, doch diese Stadt hat etwas Aufregendes, etwas Farbenfrohes. Dieser Kontrast hat eindeutig einen Einfluss auf unsere Musik“, meint Richard Dorfmeister.

Diesen Kontrast merkt man auch auf „Odeon“ sehr stark. Durch die vielen Gastmusiker ist das Album vor allem vielseitig. Das Intro „Zur Guten Ambience“ weist dem Hörer bereits den Weg. Ein beatloser, verträumter Loop führt durch den Opener, während im Hintergrund Vögel zwitschern. „What if“, der zweite Song, hat etwas verführerisches Südliches an sich und ist eine Kollaboration mit Sarah Carlier. Ganz besonders ist der Song „Heatwave“ an dem auch Rodney Hunter mitgearbeitet hat, der schon öfter mit den beiden Musikern zusammengearbeitet hat. Der Song baut sich langsam auf und ist ein klassischer Tosca-Track. Die erste Singleauskopplung des Albums ist „JayJay“ und ist einer der Gründe, warum dieses Album so düster ist. Er vermittelt ein mulmiges Gefühl, wirkt ein bisschen deprimierend und doch ist die Stimme von J.J. Jones zum einen Teil angenehm, zum anderen bedrohlich.

Tosca - Odeon

Tosca – Odeon

„Soda“ ist ein Ambientsong, wie er im Lehrbuch steht, mit kaum wahrnehmbaren Drums. Der sechste Song, namens „Meixner“ mit Chris Eckman fällt kaum auf und schwächelt im Gegensatz zum restlichen Album. Ganz im Gegenteil zu „Stuttgart“, das mit dem brasilianischen Sänger Lucas Santtana aufgenommen wurde, denn dieser ist einer der wenigen Uptempo-Tracks auf Odeon genau wie der Song mit dem seltsamen Titel „In My Brain Prinz Eugen“, der sich jedoch nicht nur durch den rauen Gesang von Stefan Wildner von den anderen Songs abhebt. „Cavallo“ ist ein Song der mit einer wunderbar simplen Bassline geführt wird und mit der Stimme von Roland Neuwirth untermalt wird. Zum Abschluss wünschen uns Tosca noch einen „Bon Jour“, was aber paradoxerweise der melancholischste Track von allen ist. Vermutlich auch wegen dem Minimalismus und dem Herzschlagrhythmus.

Mit „Odeon“ haben die beiden Herren von Tosca tatsächlich ein sehr düsteres Album produziert, sind sich selbst aber treu geblieben und haben die Messlatte in dem Genre „Electronic“ für das Jahr 2013 sehr hoch gelegt. Dennoch erreichen sie nicht die Qualität von beispielsweise ihrem Vorgängeralbum „No Hassle“. Als Fan von österreichischer Ambientmusik sollte man aber unbedingt zuschlagen.

Tosca – „Odeon“

Für Fans von: Kruder & Dorfmeister, Peace Orchestra
K7 Records
VÖ: 01.02.2013
Gesehen um € 15,99

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