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Underground at its best – Kurkumba im WERK

Underground at its best – Kurkumba im WERK

Es gibt Lokale, die man auf den ersten Blick eher meiden möchte. Das WERK gehört da definitiv dazu. Und die Rede ist hier nicht vom Bollwerk, das möchte man nämlich auch auf den zweiten Blick meiden. Nein, gemeint ist die Lokalität im Stadtbahnbogen 331 am Donaukanal.

Bei der Adresse Spittelauer Lände 12 ist man geneigt, an besagtem Donaukanal entlangzuschlendern, in der Hoffnung bald auf besagtes Lokal zu treffen. Falsch gedacht. Lediglich kalte Steinmauern und ein altes Autowrack finden sich hier. Darauf steht in liebevollem Graffitigekrakel „WERK ist gegenüber“.

Auf der anderen Seite der Stadtbahnbögen angekommen, wird man dann auch gleich von einem freundlichen Gesicht in Empfang genommen. Der Türsteher entpuppt sich aber als netter Kerl.

Werk / Foto: Benedikt Missmann

Warum hat es mich eigentlich hierhin verschlagen? Die Linzer Band Kurkumba hatte zum Konzert geladen. Diesem Ruf der heimischen Musikszene muss man natürlich Folge leisten. Doch bevor die Band zu spielen beginnt, gilt es, das WERK zu erkunden.

Schnell fällt auf, dass es sich hierbei nicht um ein 0815-Lokal handelt. Die Wände sind roh, das Klo ist quasi offen einsichtig und die Garderobe wirkt irgendwie improvisiert.

Werk / Foto: Jeremias Kreuzmayr

Apropos Klo: Das Frauenklo gibt es zwar, aber es ist recht unscheinbar platziert. Die meisten anwesenden weiblichen Gäste denken deshalb, es gäbe nur die Herrentoilette, was diese in unmittelbarer Folge zum Unisexbereich werden lässt.

Werk / Foto: Benedikt Missmann

Aber ich kann die Damenwelt verstehen. Das Männerklo ist hübsch verziehrt und tatsächlich viel schöner anzuschauen.

 IMG_3913Werk / Foto: Jeremias Kreuzmayr

Bevor Kurkumba zu spielen beginnen, heizt das Brüderpaar M2 den wenigen Gästen ein. Mit der Ansage „Wir heißen beide Maier und kamen aus derselben Mutter“ erklären sie ihren Namen. Bei ihren Liedern arbeiten sie hauptsächlich mit einer Gitarre und einem handelsüblichen Lautsprecher, mit dem der Gesang bis zur Unverständlichkeit verzerrt wird. Was komisch klingt und es auch ist, aber durchaus gefällt.

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Gleich im Anschluss beginnen dann Kurkumba. Die sechsköpfige Truppe um den Kompositionsstudenten Ralph Mothwurf vereint Jazz und Funk mit Texten in Mundart. Das ist erfrischend anders und kommt ausgezeichnet beim Publikum an, das jetzt plötzlich doch noch auf eine stattliche Zahl vor der Bühne angewachsen ist. Für sechs Bandmitglieder ist die Bühne im WERK übrigens zu klein.

Kurkumba / Foto: Benedikt Missmann

Trompete und Saxophon müssen daneben stehen. Angenehm für meinen Fotografen.

Kurkumba / Foto: Jeremias Kreuzmayr

Kurkumba / Foto: Benedikt Missmann

Neben Mothwurf, der singt und Gitarre spielt, gibt es noch eine zweite, weibliche Stimme, einen Bassisten und einen ziemlich lässigen Schlagzeuger.

IMG_3923Kurkumba / Foto: Jeremias Kreuzmayr

Etwa eine Stunde werden die Zuschauer von Kurkumba verwöhnt, dann heißts: „Jetzt kommt der Teil, wo ihr ‚Zugabe‘ rufen müsst!“ Das Publikum folgt brav, bis Mothwurf ins Mikrofon sagt: „OK, OK, es reicht schon!“ und eine Nummer aus Dschungelbuch anstimmt.

Kurkumba / Foto: Jeremias Kreuzmayr

Damit geht ein wunderbarer Auftritt in einem einzigartigen Lokal zu Ende. Sowohl Kurkumba, also auch das WERK haben überzeugt. Mich wird es sicher wieder in den Stadtbahnbogen 331 verschlagen.

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