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Vampire Weekend – Modern Vampires Of The City

Vampire Weekend – Modern Vampires Of The City

Im Video zu Step werden Schwarz-Weiß-Aufnahmen von New York gezeigt, so als wären Sie Postkarten. Darauf geschrieben sind die Zeilen, die Ezra Koenig singt. Eine Ode an eine Stadt, die so zeitlos ist, wie die Musik der Indie-Popper. Vampire Weekend erzählen in ihrem dritten Studio-Album Modern Vampires of the City Geschichten aus eben dieser Stadt. Und sie schreiben damit ein weiteres erfolgreiches Kapitel in ihrer bemerkenswerten Geschichte.

Die Vorab-Single Diane Young, die es auch bis an die Spitze der Charts schaffte, ist wahrscheinlich die ausgelassenste Nummer des Albums, und erinnert ein wenig an alte Rock ’n‘ Roll-Zeiten. Auch das schwungvolle Unbelievers, welches mit elektrischer Orgel, lebhaftem Piano und gegen Ende auch mit Bläsern aufwartet, ist eines dieser typischen Vampire Weekend Stücke, die sofort ins Ohr gehen.

Der weitere Verlauf von Modern Vampires Of The City ist dann etwas ruhiger und besinnlicher, und es wird mehr Augenmerk auf die Geschichten, die die Weltmetropole New York zu bieten hat, gelegt. Hier sticht dann vor allem der Song Hannah Hunt hervor, eine ruhige Ballade, die von den Reisen eines Pärchens durch Amerika erzählt.

Das flottere Finger Bricks thematisiert im Romeo-und-Julia-Stil die Liebe zwischen einem orthodoxen Mädchen und einem Jungen vom Falafel-Stand. Vampire Weekend zeichnen das Bild des kulturellen Schmelztiegels New York, ein Aspekt dieser Stadt, der zum Alltag gehört. Passend dazu wird auch Religion thematisiert und die Frage nach Gott einmal mehr aufgeworfen. Im sehr spirituell klingenden Ya Hey singt Koenig

Through the Fire and through the flames / You won’t even say your name / Only ‚I am that I am

Modern Vampires Of The City Cover

und verweist damit auf eine Bibelstelle. Das düstere Hudson wiederum gedenkt dem Entdecker Henry Hudson, der die nach ihm benannte Bucht von New York erforschte.

Mordern Vampires of the City lässt sich nahtlos in die Diskografie der Band einreihen, klingt dabei aber erwachsener, ausgereifter und komplexer als die beiden Vorgänger-Alben. Weniger verspielt, dafür viel nachdenklicher und ernster gingen die vier New Yorker dieses mal an die Sache heran. Das Album funktioniert als Gesamtwerk, hat aber mit Diane Young, Finger Bricks und Unbelievers auch glänzende Perlen im typischen Vampire Weekend (Homepage) Stil zu bieten. Das Werk ist eine gelungene Fortsetzung zu dem, was die Band mit den Alben Vampire Weekend und Contra geschafft hat, und gehört sicherlich zu den spannendsten Veröffentlichungen des Jahres.

Vampire Weekend – Modern Vampires Of The City

Für Fans von: Phoenix, The National
Xl/Beggars Group (Indigo)
VÖ: 10.05.2013
Gesehen um €13,99

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