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Vista Chino – Peace

Vista Chino – Peace

Das ist sie nun also die neue Kyuss?! So oder so ähnlich könnte man das Vista Chino Debüt – welches unter dem Namen Peace das Licht der Welt erblickte – nennen. Denn mit John Garcia (Vocals), Brant Björk (Drums, Backing Vocals) und (Großteils) Nick Oliveri (Bass) sind drei ehemalige Sperrspitzen der legendären Desert/Stoner-Rock Götter mit an Bord.

Vista Chino (Homepage), die bereits 2010 als Kyuss Lives! aus der Taufe gehoben wurden, sollte zunächst als „Spaßprojekt“ der Spezies dienen. Doch nach erfolgreichen Reunion Konzerten wurde es schnell ernst und 2012 kamen erste Gerüchte auf, ein neues Album werde veröffentlicht. Nach langem Hick-hack mit Queens Of The Stone Age-Boss Josh Homme und Scott Reeder, wobei es um die Namens/Vertragsrechte der Band ging, fielen nach vielen Namensspielchen die Würfeln auf Vista Chino (übrigens ein Straßenname in Palm Springs).

Das Eisenerzer Label Napalm Records (unter anderem Brant Björk, Monster Magnet oder Karma To Burn) nahm sie unter ihre Fittiche. Ein passender Gitarrist wurde mit Bruno Fevery gefunden werden, welcher im Vorhinein bereits in einer Kyuss-Coverband zockte. Während der Albumaufnahmen kam es dann zum Bruch mit Nick Oliveri (QOTS, Mondo Generator, Dwarves), der trotzdem beim Großteil des Albums noch den Bass bediente. Mit Mike Dean (Corrosion Of Conformity) konnte ein ebenbürtiger Ersatz auf der Tieftönerposition engagiert werden. Zudem wurde alles in den heimischen Jalamanta Studios (Joshua Tree/Kalifornien) in Eigenregie aufgenommen.

CD Cover von "Peace" der Band Vista Chino

Nach dem ersten Hördurchgang blieb jedoch ein zwiespältiger Eindruck zurück. John Garcia singt wie zu besten (Welcome To) Sky Valley/Blues For The Red Sun-Zeiten, Brant Björk spielt die Drums tight wie eh und je, Nick Oliveri/Mike Dean spielen den Bass Sabbath-esk und Bruno Fevery spielt so fuzzy und trocken seine Gitarre (vor dem geistigen Auge ziehen bereits Strohballen durch die Wüste), dass im heimischen Wohnzimmer die Innentemperatur auf gefühlte 40°+ klettert. Klingt alles schön und gut. Doch irgendwie ist Peace „nur“ eine gute Stonerrockplatte geworden. Zu viele Abschnitte einer lockeren Desert Session unter Freunden, denn Gardenia oder Asteroid Wüstenmonolithen. Leider mehr Filler als Killer!

Dark And Lovely oder Planets 1 & 2 wissen durch ehrlich staubigen Hard Rock zu gefallen! Bei Barcelonian lässt sich locker mit einer Chevy Corvette durch Death Valley brausen. Der 13-minütige psychedelische Trip Acidize… The Gambling Moose zeigt die (bekifft) relaxte Grundstimmung der Jungs bei den Albumaufnahmen. Doch dies waren bereits die Höhepunkte des Outputs. Bis nach knapp einer Stunde das letzte Riff ertönt und der geneigte Hörer mit gemischten Gefühlen zurückgelassen wird.

Fazit

Hinter Peace von Vista Chino verbirgt sich ein solides Desert/Stoner-Rock Album. Würde hinter dem Namen ein Haufen bekiffter 20-jähriger Converse-Hippies stecken, kämen Attribute wie Nachwuchshoffnung oder Undergroundperle zum Zug. Aber da wir es hier mit erfahrenen Söhnen der Wüste zu tun haben, die bereits vor über zwei Dekaden als Kyuss Musikgeschichte geschrieben haben, müssen diese Eindrücke somit relativiert und als derzeitiger Standpunkt goutiert werden. Schade! Bleibt zu hoffen, dass bei der anstehenden Europatournee die eine oder andere 90er Jahre Perle den Weg ins Liveprogramm findet!

Vista Chino – Peacee

Für Fans von: Brant BjörkQueens Of The Stone Age, Unida
Napalm Records
VÖ: 03.09.2013
Gesehen um €13,99

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