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White Lies – Big TV

White Lies – Big TV

Wer sind denn eigentlich diese White Lies?

Das Londoner Trio spielt seit Herbst 2007 in ihrer aktuellen Konstellation, bestehend aus Sänger Harry McVeigh, Bassist Charles Cave und Schlagzeuger Jack Lawrence-Brown, zusammen. Es dauerte nicht lange, bis das Plattenlabel Fiction Records auf die junge Band aufmerksam wurde, daraus folgte eine Zusammenarbeit, die bis heute besteht. Ihr erstes Album To Lose My Life.. stieg 2009 an der Spitze der britischen Albumcharts ein und ebnete White Lies den Weg zu einer gemeinsamen Tour mit Snow Patrol und einem Konzert im Wembley Stadium mit Coldplay.

Ihr zweites Album Ritual erschien im Jänner 2011, wurde aber nicht ganz so positiv aufgenommen wie das Debüt. Dennoch reichte es für einige Top 5-Platzierungen in europäischen Albencharts. White Lies‚ Sound erinnert an Bands wie Joy Division und ihre Birminghamer Kollegen Editors. Der meistens eher düsteren Grundstimmung ihrer Songs wegen kategorisiert sich das Trio in die Post-Punk-Bewegung, ohne jedoch zu weit vom Gerüst des soliden, britischen Indie-Rocks abzuweichen.

Big TV

Das dritte Studioalbum der White Lies (Homepage) trägt den Titel Big TV, wurde von Ed Buller produziert und erscheint in Europa auf ihrem langjährigen Labelpartner Fiction Records. Aufgenommen hat das englische Produktionsteam jedoch nicht in ihrer Heimat, sondern in den ICP Studios in Brüssel. Erscheinen wird die neue CD am 12. August 2013.

An erster Stelle des Albums steht der gleichnamige Song Big TV. Synthesizer-Flächen und Harry McVeighs mächtig hallende Stimme begrüßen den Hörer im neuen Album. Danach folgen weitere Synth-Spuren, die aufbauende Arpeggios spielen, erstmalig E-Gitarren und ein Beckenwirbel, der auf den Einsatz des ersten 16tel-Beats des Albums vorbereitet. Bis hierhin irgendwie alles so, wie erwartet – aber gut! Der erste Refrain zeigt mit recht einprägsamer Hookline, die von hintergründigen Instrumenten gedoppelt wird, ebenfalls stark auf.

Außerdem muss die wirklich ausgezeichnete Produktion und (Sound-)Mischung des Albums hervorgehoben werden. Hier bekommt man an vielen Stellen den Eindruck, dass mit sehr viel Liebe zum Detail und großer Genauigkeit gearbeitet wurde – in dieser Hinsicht hat Big TV die Nase im Vergleich zu seinem nächsten Konkurrenten, dem vor wenigen Monaten erschienenen Editors-Machwerk The Weight Of Your Love, ein Stückchen weit vorne.

Dennoch muss ich meiner Lobrede an dieser Stelle Einhalt gewähren, denn auch wenn die Produktion ’sehr gut‘ ist, bleibt Big TV eben doch nur ein ‚ganz guter‘ Song mit ‚ganz guter‘ Hookline. Den so wichtigen Moment, in dem alles auf den Boden geholt wird und man sich den Song schon mal für Album-Durchlauf Nummer zwei im Kopf vormerkt, gibt es leider nicht.

There Goes Our Love Again wurde als erste Single am fünften August veröffentlicht. Das Songwriting- und Soundrezept ist ähnlich wie beim Opener – hallige Flächen und Arpeggiator-Synths mit E-Gitarren, die nicht weniger große Hallfahnen nach sich ziehen. Mit einer Länge von 3:36 Minuten und einem bedeutend mehr herausstechendem Refrain kristallisieren sich die Single-Qualitäten jedoch trotzdem klar heraus.

First Time Caller war möglicherweise der Song, der mir nach dem ersten Durchlauf des Albums am stärksten in Erinnerung geblieben war. Im Intro bieten Synth-Streicher einen bisher ungehörten Sound, danach entwickelt sich der Song zu einer netten Rock-Ballade mit eingängiger Refrainzeile („She said I was a first time caller, but long time listener“) und aufbrausendem Ende, in dem die angezerrten Gitarren ausnahmsweise auch mal im Vordergrund spielen dürfen.

Schon bei der Ankündigung des Albums (wir berichteten) boten White Lies den sechsten Song der CD, Getting Even, der Öffentlichkeit zum Probehören an. Überraschenderweise entschieden sie sich bei der Singleauskopplung dann doch für There Goes Our Love Again, vermutlich liegen die Gründe dafür jedoch in der Länge der beiden Songs. Das fast fünf Minuten lange Getting Even ist trotzdem der, für mich, klar stärkste Song auf Big TV. Und wo wir gerade dabei sind: Gleich danach folgt mit Change eine der ruhigsten Nummern des Albums, welche zwar auf die Dauer droht, etwas langatmig zu werden, insgesamt aber durch die vielen Soundeffekte ein schönes Hörerlebnis darstellt.

An Nummer Zehn, die erstmals auf einem White Lies-Album nicht die Abschlussnummer darstellt, findet sich der Song Tricky To Love, der in einer eher abflauenden zweiten CD-Hälfte noch einmal wachrüttelt. Als einer der strukturiertesten Songs des Albums ist er spät, aber doch, noch einmal ein Favoritenkandidat!

Zusammenfassend ist den White Lies mit Big TV ein weiteres gutes Album mit ausgezeichneter Produktion gelungen. Die Songs vermissen zwar teilweise das letzte Quäntchen Nachdruck, sind jedoch auch weit davon entfernt, zu enttäuschen. Der Stärke ihres Debüt-Albums läuft das Londoner Trio noch immer nach, was jedoch die Qualitäten von Big TV keinesfalls schmälert.

White Lies – Big TV

Für Fans von: EditorsJoy Division
Fiction Records
VÖ: 12.08.2013
Gesehen um 14,99€

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