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With Full Force Festival – Tag 1

With Full Force Festival – Tag 1

Das With Full Force wurde 20. Jahre alt. Unser Redakteur Manuel war  mit dabei und genoss den ersten Tag mit Slayer, Hatebreed, Agnostic Front und Newsted:

Das With Full Force Open Air (Facebook) feierte vom 27. bis 30. Juni seinen 20. Geburtstag. Um es so richtig krachen zulassen, legten die Veranstalter einen extra Tag auf der Mainstage, als “Geburtstagszuckerl“ oben drauf. Hochkarätige Bands wie Korn, Slayer, In Flames, Hatebreed, Sick Of It All u.v.m. brachten das Flugfeld in Roitzschjora bei Leipzig zum beben. Um dieses Fest der Superlative in vollen Zügen zu genießen, bereiste ich den härtesten Acker Deutschlands bereits einen Tag früher mit ein paar Freunden.

Die langen 600 km Autofahrt bestritten wir in der Kolonne mit vier Autos und ohne besondere Vorkommnisse. Zum Zeitvertreib rauschten doofe Sprüche und Witze durch die Funkgeräte. Der imaginäre Taxi Konvoi erreichte nach acht Stunden Autofahrt die Tore des With Full Force. Die schlammige Zufahrt zum Gelände sowie die schwarze Wolkendecke und magere dreizehn Grad stimmten uns auf ein hartes Wochenende ein. Vor den Check-In Schleusen mussten wir uns etwas gedulden, aber aufgrund des großen Ansturms wurde das Campinggelände bereits eine Stunde früher geöffnet. Trotz zwei Einfahrten ging die Zufahrt nur schleppend voran. Nach der strengen Fahrzeugkontrolle, bei der der Security einen kurzen Blick durch die Scheibe warf und anschließend „Weiter fahren“ brüllte, standen wir erneut eine Weile. Die Zufahrt zu Campingplatz drei und vier führte über den Bereich neben dem Kerngelände. Auf der rechten Seite befand sich der Einlass zu den Bühnen und links standen die Fressbuden und so hatten hier nur zwei Autos nebeneinander Platz. Etwas mehr als eine Stunde mussten wir so in Kauf nehmen, bis wir unser Lager aufschlagen konnten, jedoch wurde die Zeit gut genützt und einige Biere geleert.

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In kürzester Zeit entstand auf den leeren Feldern rundherum eine riesige Zeltstadt und die ersten Müllhaufen lagen auf dem Boden. Musik dröhnte aus allen Richtungen und die ersten Betrunkenen in sexy Damenbekleidung torkelten grölend herum und das Flugfeld verwandelte sich in Handumdrehen in eine Partyhochburg. Nach ein paar weiteren gemütlichen Bierchen entschlossen wir uns die Bändchen zu holen, die wir relativ rasch bekamen. Dazu gab es ein edles Programmheft und ein Heaven Shall Burn Poster vom Auftritt im letzten Jahr. Weiter ging es mit der Erkundung des Geländes. Unser erster Stopp war natürlich das Discozelt. Der erste Jägermeister rutschte die durstige Kehle hinunter und der Körper schaltete sofort auf den DTD (=drunk till death) Modus um. Durstig bewegten wir uns Richtung der nächste Cocktailbar, neben der sich ein riesiger DJ-Tower befand, wo auch die Warm-Up Party von Metal Hammer stattfand und DJ Warmaster dem Publikum einheizte. Die ersten Violent Dancer zeigten ihr Können und zur späteren Stunde gab es auch schon die ersten Circle Pits. Nach einigen Jägermeister und zahlreichen Cocktails endete eine partyreiche Nacht, die sich am nächsten Morgen bei uns revanchierte.

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Am folgenden Tag herrschte Katerstimmung. Kopfschmerzen, Erinnerungslücken, unbekannte Telefonnummern im Handy sowie die ersten verlorenen Gegenstände und eine kurzzeitig vermisste Person. Alle(s) wurde(n) zum Glück wiedergefunden. Die erste Hälfte des Tages wurde mit den Folgen des Vortages gekämpft und die zweite Hälfte wurde mit Trinkspielen verbracht, um sich die Zeit bis zum musikalischen Auftakt zu verkürzen.

Aufgrund starker Regenschauer versäumten wir die aus Sachsen stammenden Comedy Rocker von Elsterglanz, die das With Full Force eröffneten. Pünktlich zu Newsted schien auch die Sonne wieder und wir enterten das Gelände. Vor der Hauptbühne feierten die hungrigen Metalheads den 90er Jahre Thrashmetal, der mit etwas rauschen aus den Boxen schoss. Zwischen den Song-Pausen hörte man immer wieder Metallica-Rufe. Wie auch immer man diese Rufe interpretierte, Jason Newsted nahm es gelassen. Am schlechten Sound änderte sich im Laufe der Show nichts. Newsted kam auch nicht wirklich in die Gänge. Desinteressiert spielte man die Setlist runter und Jason machte kaum Ansagen. In den Songpausen verschwanden die Herren immer wieder hinter die Bühne. Zum Abschluss des 40. minütigen Sets gab es ein Whiplash Cover von Metallica.

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In der Umbaupause strömten mehr und mehr Besucher das Gelände.

Kein Wunder, den die Hardcore Urgesteine Agnostic Front sind altbewährte Gäste des Festivals. Bereits beim Opener Addiction verwandelten sich die vorderen Reihen in einen riesigen Pit und die Geburtstagsfete wurde ins Rollen gebracht. Agnostic Front ließen sich diese Stimmung nicht entgehen und leistete eine Top Performance. Als sich bei For My Family jeder die Hände über den Kopf riss und den Text laut stark mitsang, kam Gänsehautfeeling auf. Der spekulierte Gastauftritt bei Peace von Jamey Jasta blieb leider aus. Agnostic Front legten mit Crucified und Gotta Go noch dicke Granaten drauf. Beim Ramonens Cover Blitzkrieg Bop verwandelte sich die Menge in ein Crowdsurfer Meer. Wahnsinn! Was für ein Auftritt der New Yorker Hardcore Bande.

Für die Festival Besucher gab es nur eine kurze Verschnaufpause bis Hatebreed die Mainstage enterten. Wie erwartet schmetterten die fünf Amis ihr Songs wie ein Brett auf das Publikum. Beachtenswert bei Hatebreed ist, dass die Jungs dauernd auf Tour sind und egal wo man sie sieht, immer mehr als 100% geben. Wie ein Wild gewordenes Wiesel fegte Jamey Jasta über die Bühne und hatte die Menge stets im Griff. Das Publikum war im Stimmungshoch. Moshpits, Circlepits, Crowdsurfing und Headwalking- alle möglichen Tanzeinlagen, die man von Hardcore Shows kennt, gab es hier in ganz großen Stil. Auf der Setlist befand sich alles, dass man sich von Hatebreed erwartet.

Nach dem heißen Auftritt gab es gemeinsam mit den Fans ein Gruppenfoto, bevor anschließend Slayer den Acker zerlegte.

Spätestens nach Hatebreed, war bei den herbstlichen Außentemperaturen keinem mehr kalt.

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Die letzten Sonnenstrahlen verschwanden im Horizont. Die Dunkelheit in Roitzschjora war eingebrochen und am Acker hörte man nur noch “Slayeeer“ Gebrülle. Pünktlich betraten die angeschlagenen Slayer die Bühne. Angeschlagen? Ha, von wegen! Trotz des Verlusts von Jeff Hanneman und dem Rauschmiss von Dave Lombardo rockten Slayer das Ding platt. Tom Araya`s Stimme klang besser, als ich sie das Letzte mal hören durfte. Besonders Positiv aufgefallen ist Gitarrist Gary Holt, der den Platz von Hanneman übernahm. Wie ein Vieh stampfte er über die Bühne und präsentierte sein technisches Gitarrenspiel. Immer wieder warf er wütende Blicke ins Publikum. Bei Araya`s Ansagen merkte man wieder, wie schwer Tom das Reden fiel, da man die Nervosität förmlich spüren konnte. Eine Ansprache über Jeff Hanneman blieb allerdings aus. Slayer sind am With Full Force immer gern gesehene Gäste und durften beim 20. Jubiläum nicht fehlen. Man merkte auch die Beliebtheit der Band beim Publikum, da die Hauptbühne bis ins letzte Eck prall gefüllt war.

Mit einem genialen Konzertauftakt endete der erste Tag. Die längere Anfahrt sowie die Eintrittskarte hatten sich bereits am ersten Tag mehr als gelohnt.

Setlist Slayer:

World Painted Blood
Disciple
War Ensemble
Hate Worldwide
Mandatory Suicide
Chemical Warfare
The Antichrist
Die by the Sword
Postmortem
Hallowed Point
Seasons in the Abyss
Dead Skin Mask
Raining Blood
South of Heaven
Angel of Death

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