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With Full Force Festival – Tag 2

With Full Force Festival – Tag 2

Einen gefährlichen Jim Beam Bus, die Absage von Motörhead, die knallharte Knüppelnacht und vieles mehr, hatte das With Full Force am zweiten Tag zu bieten.

Am zweiten Morgen war es im Zelt kaum auszuhalten. Die Sonne heizte das Zelt auf und man versuchte so schnell wie möglich, die Sauna zu verlassen. Als ich den Reißverschluss öffnete, freute ich mich schon auf einen schönen Sommertag. Doch beim ersten Blick auf den Himmel, wo dichte Wolkenschwaden vorbeizogen und der kalte Wind einem um die Nase pfiff zerplatzte meine Vorfreude wieder. Zum Glück schien die Sonne durch die Wolkenfelder und das Wetter spielte einigermaßen mit. Nach der Dusche aus der Dose und einem Wodkafrühstück statt Dosen Ravioli startete unser Tag am Gelände mit Red Fang.

Die Stoner Rocker aus Portland erspielten sich seit dem Gründungsjahr 2009 eine große Fan Base. Das Gelände um die Mainstage war erstaunlich voll. Bei gutem Sound dröhnte der fette Stoner Rock in die den Körper, so dass ein Stillhalten kaum möglich war.

In der Zeltbühne, auch Tagsüber genannt Hardbowl, das von außen einem riesigen Zirkuszelt gleich sieht, rockten Every Time I Die. Die New Yorker, die bei mir all die Jahre bisher etwas vorbei gespielt hatten, hinterließen einen guten Eindruck. Sänger Keith Buckley motivierte mit seiner sympathischen Art den vollen Hardbowl immer wieder zum Mitsingen. Horns Up für Every Time I Die. 

Bei Terror fielen die ersten Regentropfen gefolgt von einem Platzregen. Die meisten verließen das Gelände oder suchten Unterschlupf. Doch die Die Hard Fans feierten zu Always The Hard Way. Der Sound klang etwas matschig doch Terror ließen sich vom Regen den Spaß nicht verderben und gab volle Power. Mit One With The Underdogs, Stick Tight, Keepers Of The Faith, Overcome und You`re Caught konzentrierten sich Terror eher auf die neueren Stücke.

Da uns das Bier mittlerweile im Hals stand entschlossen wir uns in der Jim Bim Area einen Drink zu gönnen. Bei dem liebevoll gestalteten Bereich mit Liegestühle und Sonnenschirme sowie den attraktiven, vollbusigen Bardamen fühlte man sich wie im Schlaraffenland. Wir waren im Bann der Jim Beam Industrie gefangen. Pain, Down und Parkway Drive genossen wir in den Liegestühlen. Durch die Motörhead Absage übernahm Parkway Drive den Headliner Slot und spielte 20. Minuten länger. Schade, dass es Lemmy noch immer nicht erholt hat. Hoffentlich geht es der Rocklegende bald besser. In diesem Sinne: alles Gute Lemmy!

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Die knüppelharte Knüppelnacht

Wer nach zehn Stunden Musik noch immer nicht genug hatte und Bock auf Extreme Metal hatte wurde in der Tentstage voll bedient. Napalm Death eröffneten die Knüppelnacht und die Grinder ließen nichts anbrennen. Barney rannte wie ein Wildschwein im Kreis und brüllte, was das Mikro hergab. Leider hörte man in den vorderen Reihen nur das Schlagzeug. Bei den schnellen Blastbeats fühlte man sich wie im Schützengraben unter Dauerbeschuss. Da die ersten Reihen ziemlich dicht waren, wurde mehr geschoben als gemosht und in jeder Pause gab es lauten Applaus für Barney und seine Männer.

Die Norweger von Good Seed benötigten mehr als eine halbe Stunde für den Soundcheck. Trotz der Zeitüberziehung glich der Black Metal eher einer Klospülung. Nach ein paar Songs konnte God Seed nicht überzeugen. Grund genug um die Flucht zu ergreifen.

Mit Hail of Bullets, Naglfar, Krisiun und Marduk gab es am With Full Force (Facebook) noch reichlich Ladung an Metal. Marduk enterte um halb fünf morgens die Bühne und sorgte im gefüllten Zelt für den Abschluss.

 

Der With Full Force Preischeck:

Ticket (4 Tage inkl. 25€ Camping) – 99€
Parkticket – 20€
0,4l Bier – 2,50€
0,4l Cola – 2,50€
Cocktail – 6€
WFF T-Shirt – 15€
Asia Nudeln mit Huhn – 5€
Veganes Tai Curry – 5€

Das Massenveranstaltungen fanfreundlich sein können, zeigt das With Full Force Festival und sollte eigentlich für die Konkurrenz ein großes Vorbild sein. Für 99 Flocken gab es an vier Tagen zahlreiche internationale Top Bands. Das Auto ist am Campingareal erlaubt und Zelten neben dem Auto auf einem Festival ist eine geniale Sache, da man sich vor allem die nervige Schlepperei erspart. Griller, Gaskocher und Stromaggregat sind ebenfalls nicht verboten. Und gegen 50€ Kaution hinterlässt, sind auch Kühlschränke und Möbelstücke kein Tabu. So etwas wie Müllpfand ist am With Full Force ein Fremdwort. Wer jedoch seinen gefüllten Müllsack abgab, bekam einen WFF-Sampler. Vor der Bühne gibt es auch KEINEN WAVEBREAKER und so kommt man auch bei den Headlinern immer weit nach vorne. Auf der Seite findet sich immer ein Plätzchen, wo man auch eine gute Sicht hat und etwas ruhiger war.

Die Dixie WCs sind ja immer so eine Geschichte aber die Firma war sehr bemüht die Toiletten sauber zuhalten. Wer lieber den Keramikthron bevorzugte, konnte um 1€ bei den WC-Anlagen Luxus genießen. Mit Wartezeiten musste man rechnen, genauso wie bei den Duschen. Zur Primetime am Vormittag musste man mit etwa zwei Stunden warten rechnen. 40. Duschen für zwei Campingabschnitte ist doch etwas wenig.

Auch wenn einigen Landsleuten das deutsche Bier nicht schmeckte, muss man sagen, dass 2,50€ für ein Bier ein guter und fairer Preis ist. Auch Anti-Alkohol gab es um 2,50€. Bei den Fressbuden musste man sich etwas umsehen. Fünf Stück Frittierte Zwiebelringe kosteten stattliche 4€. Der Asia-Mann hingegen bot eine ordentliche Portion Reis mit Gemüse um 3,50 € an was noch dazu gut schmeckte. Im Vergleich dazu waren die Zwiebelringe ein teurer Snack für zwischendurch.

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