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Alien: Isolation im Test

Alien: Isolation im Test

Bisher war das Entwicklerstudio Creative Assembly eher für seine exzellenten Strategiespiele wie Rome: Total War bekannt. Mit Alien: Isolation (Homepage) wagt das Studio nun zusammen mit Sega den Sprung in das Survival-Horror-Becken.

Wir haben uns die Alien: Isolation – Ripley Edition in englischer Sprache auf der Playstation 4 zu Gemüte geführt. Kenner des Franchise wird bereits beim Namen Ripley die Erinnerung an den Film von 1979 einholen, in dem Sigourney Weaver in der Rolle von Ellen Ripley ums Überleben kämpfte.

Im Hauptspiel von Alien: Isolation schlüpfen die Spieler nun in die Rolle der nächsten Ripley-Generation. Als Amanda Ripley, Tochter der großen Ellen Ripley, bricht man zu einer Rettungsmission auf die Nostromo  auf, um die eigene Mutter zu retten. Doch bereits vor dem Erreichen der Raumstation kommt es zu gravierenden Komplikationen, die die Protagonistin von ihrer Crew trennen. Alleine auf der Nostromo gelandet, gilt es nun, nach weiteren Überlebenden zu suchen. Ging es in bisherigen Alien-Spielen hauptsächlich darum, sich mit schwerem Geschütz durch Horden extraterrestrischer Wesen zu schießen, ist hier Feingefühl gefragt. Jeder unbedachte Schritt kann zum unmittelbar zum Tod führen, denn uns ist ein blutrünstiges Alien auf der Spur.

Optisch weiß das Spiel absolut zu überzeugen. Der Stil des Ridley Scott Originals wurde perfekt getroffen und man fühlt sich sofort in eine Ära versetzt, deren Vorstellungen von futuristischen Computern dem einen oder anderen Gamer wohl ein Lächeln aufs Gesicht zaubern werden. Besonders beeindruckend sind sämtliche Effekte von Nebel über Feuer bis hin zu Staubpartikeln in der Luft. Auf einer fullHD Auflösung von 1080p kommt es dabei kein einziges Mal zu Einschränkungen der Framerate, das Spiel läuft durch und durch flüssig.

Im Angesicht des Aliens. © SEGA

Im Angesicht des Aliens. © SEGA

Die Räume und Gänge sind fast immer mit Koffern, Kisten und anderem Gerümpel vollgepackt. Auf Schreibtischen finden sich Computer und Büroartikel zu Hauf. Zwar sorgt das für Stimmung, aber es fällt negativ auf, dass man mit den meisten Dingen nicht interagieren kann. Einzusammelnde Gegenstände schimmern in regelmäßigen Abständen rot, was die strikte Vorgabe des Loots noch offensichtlicher macht.

Dieses statische Gefühl setzt sich bei verschiedenen Behältnissen, die man auf ihren Inhalt prüft, fort. Es können nur ausgewählte Koffer und dergleichen durchwühlt werden und es fällt schwer nachzuvollziehen, warum man eine simple Kartonschachtel nicht einfach aufreißen kann.

Manche Boxen und Koffer lassen sich dann aber doch bewegen, in dem man sie im Gehen vor sich herschiebt. Nicht unbedingt das prickelndste Erlebnis. Da kommt es dann schon mal vor, dass man sich freut, wenn man dann mal gezielt einen Ventilator von einem Regal schubsen kann.

Wie aus Namensgebung des Spieles zu vermuten, stellen Begegnungen mit dem extraterrestrischen Wesen einen wichtigen Teil des Spiels dar. Dabei ist die eingesetzte künstliche Intelligenz der Gegner maßgeblich dafür verantwortlich, dass es für den Spieler auch nach einigen Toden noch spannend bleibt, denn die meisten Routen und Aktionen des Alien sind nicht gescripted.

Der Motiondetector lässt uns rechtzeitig drohende Gefahr erkennen.  © SEGA

Der Bewegungsmelder lässt uns rechtzeitig drohende Gefahr erkennen. © SEGA

An manchen Stellen kann man sich einprägen, ob prinzipiell Gefahr lauert oder man eine Runde laufen darf. Dennoch wird man in unachtsamen Momenten schnell mal aufgespießt, wenn das Alien aus einem bisher unbeachteten Schacht geschossen kommt.

Anfangs nur mit einer Taschenlampe bewaffnet, sucht man in jedem Winkel nach Karten, Bauplänen und Bauteilen für diverse Ablenkungsmittel wie Rauchbomben und Noisemaker. Als wichtigste Hilfestellung zur Gegnervermeidung erhält man nach kurzer Spielzeit einen Bewegungsmelder, der die relative Distanz zu sich bewegenden Objekten angibt. Man erfährt aber nicht, ob sich die Gefahr sich auf demselben Stockwerk oder über beziehungsweise unter einem bewegt.

Will man um eine Ecke, erstarrt man schon Mal für einen Moment, wenn auf dem Bewegungsmelder drei Punkte in unmittelbarer Nähe aufscheinen. Die verspürte Erleichterung wenn sich keiner der Punkte auf der eigenen Ebene befindet, man sogar durch den nächsten Gang sprinten kann, ohne den Tod zu fürchten, ist Zeugnis der beklemmenden Atmosphäre dieses Spieles. Spärlich verteilte Speicherpunkte fügen dem Ganzen die Angst vor dem Verlust des Spielfortschritts hinzu.

Speicherpunkte sind selten und das Überleben wird zur Herausforderung.  © SEGA

Speicherpunkte sind selten und das Überleben wird zur Herausforderung. © SEGA

Auf die Dauer wirkt das Gameplay von Alien: Isolation leider reichlich repetitiv. Man schleicht, geht oder sprintet durch Korridore, ständig auf der Hut, bis man schließlich vor einer verschlossenen Tür angelangt. Das Weiterkommen gestaltet sich dann unterschiedlich schwierig. Im besten Fall ist der Mechanismus im selben Raum versteckt, im schlimmsten Fall gilt es, ans Ende des Raumschiffes zu kommen, um die benötigte Keycard zu beschaffen. Währenddessen heißt es looten, was geht (im wahrsten Sinne) und Kontakt mit dem Alien, übergeschnappten Androiden und anderen unfreundlichen Passagieren zu meiden. Gegen Ende des Spiels scheinen die Entwickler dann lieber den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, anstatt neues Gameplay und Gegner hinzuzufügen.

Nach wie vor rennt man dahin bis einer verschlossenen Tür, holt sich die entsprechende Keycard, um dann die Tür aufzuschließen, und den Kreislauf von vorne beginnen zu lassen. Den einzigen Unterschied im Endgame macht die schiere Anzahl der Gegner aus: statt einem bis drei Androiden stehen nun ganze Gruppen zwischen der Heldin und ihrem Ziel. Auch Minigames, die manche Türen und Computer entsperren, täuschen nicht darüber hinweg.

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Minigames gestalten das Türenknacken etwas spaßiger. © SEGA

Alternativ zur bisher beschriebenen Kampagne gibt es einen Survivor Modus. Hier wird man mit ein wenig Ausrüstung in einen Raum geworfen und muss bestimmte Aufgaben erfüllen, ohne zu sterben. Im ersten Raum können noch diverse Utensilien eingesammelt werden, per Knopfdruck an der ersten Tür geht es dann aber sofort und ohne Erbarmen los. Wieder mal dasselbe Gameplay wie im Hauptspiel, die Kurzweiligkeit der Missionen kombiniert mit einem Zeitcounter für Leaderboards fühlt sich dennoch erfrischend an. Es sollte allerdings erwähnt werden, dass Spieler, die sich noch nicht mit der Steuerung und Funktionsweisen des Spieles vertraut gemacht haben, diesen Modus vermutlich als frustrierend empfinden werden.

FAZIT

Insgesamt ist Creative Assembly mit Alien: Isolation eine solide Umsetzung eines Survival-Horror Games im Alien-Universum gelungen. Zwar gibt es ein paar Dinge auszusetzen, wie die statischen Objekte und beschränkte Lootmöglichkeiten, und vor allem gegen Ende hin wird es etwas eintönig, die grundlegende Atmosphäre bleibt aber bis zum letzten Frame erhalten. Wer also auf nahezu ununterbrochene Nervenaufreibung steht, dem sei dieses Spiel ans Herz gelegt.

Vor allem Fans der Reihe dürfen bedenkenlos zugreifen. Sie kommen mit der Ripley-Edition zusätzlich auf ihre Kosten. In den als einlösbare Codes enthaltenen Bonusmissionen „Last Survivor“ können sie als Ellen Ripley und in „Crew Expendable“ wahlweise als Ellen Ripley, Dallas oder Parker spielen.

Alien: Isolation

Releasedate: 07.10.2014
Plattform: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
Genre: Survival Horror
Publisher: SEGA
Entwickler: Creative Assembly
Ungefähre Spieldauer:
Für Fans von: F.E.A.R., Doom, Dead Space
USK: ab 16 Jahren
Preis: gesehen um 49,99 Euro

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