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Alter Bridge im Interview

Alter Bridge im Interview

Wenige Stunden vor ihrem Konzert haben wir uns mit Scott Phillips (Drums) und Mark Tremonti (Gitarre/Back-up Vocals) von Alter Bridge (Homepage) unterhalten. Unter anderem haben wir erfahren, was die Jungs von Castingshows halten, und wie sie einen freien Tag zu Hause verbringen.

Hey! Danke, dass ihr euch Zeit für das Interview genommen habt. Ihr spielt ja heute in Linz – eine eher kleinere Stadt. Hattet ihr schon die Gelegenheit, euch ein bisschen umzusehen oder seid ihr den ganzen Tag beschäftigt gewesen?
Mark: Nein, gestern hatten wir frei. Wir haben uns die Stadt ein bisschen angesehn, aber leider hatte alles geschlossen.
Scott: Aber alle Eisläden hatten offen. Unfassbar. Linz ist die Hauptstadt der Eisläden!

Ich hab vorhin schon erwähnt: Das ist mein erstes Interview von Angesicht zu Angesicht ist und ich bin ziemlich aufgeregt. Aber Alter Bridge tourt jetzt schon so lange. Seid ihr vor Konzerten oder Interviews noch nervös oder ist das eher schon Routine?
Mark:
Eigentlich sind wir bei jeder Show ein bisschen aufgeregt – sei es in einem Club, einer Arena oder auf einem Festival. Aber Interviews sind jetzt nicht so aufregend. Das ist halt ein Teil unseres Lebens.

Bevorzugt ihr eigentlich Festivals oder eigene Konzerte in einem Club oder einer Arena?
Scott:
Hm, sie machen alle Spaß. Aber ich glaube wir alle bevorzugen lieber unsere eigenen Shows. Man kann den Tagesablauf besser planen und es ist alles nicht so hektisch. Und natürlich wegen der Fans – die kommen dann ja nur wegen Alter Bridge. Wir hatten trotzdem immer Glück, weil auch bei den Festivals viele Fans von uns im Publikum waren.

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© Alexander Blach

Das Tourleben muss doch richtig spannend sein. Aber sicherlich ist nicht alles schön. Was ist das Schlimmste daran?
Mark:
Dass man immer so lange weg von der Familie ist. Man hat aber auch viele schlechte Tage, an denen es einem einfach nicht gut geht. Solange wir eine Show nach der anderen machen, passt alles. Aber ich hasse Flugzeuge. Zwar hab ich keine Angst davor, ich mag reisen nur nicht so gerne.
Scott: Ja, wie er schon gesagt hat. Man vermisst halt seine Familie und das ist für mich das Schlimmste. Drei von vier von uns haben Kinder, also das ist dann richtig hart.

Ich kann mir auch vorstellen, dass das viele Herumreisen ziemlich anstrengend sein muss.
Scott:
Ja schon, aber zum Glück fahren wir immer gleich nach der Show. Da heißt’s dann rein in den Bus, schlafen, am nächsten Tag in der Früh ankommen, im Hotel einchecken und dann einfach warten, bis man zum Flughafen fahren kann. Das ist eigentlich nicht so tragisch.

Wann habt ihr eigentlich beschlossen, dass ihr Musik machen wollt?
Mark:
Ich wollte eigentlich schon immer Musik machen. Ich hab mir immer gedacht, dass es das Beste auf der ganzen Welt ist, also stand alles andere außer Frage. Während ich all meine anderen miesen Jobs gemacht habe, hab ich mir immer gedacht, dass ich eines Tages auch Musiker sein werde. Ich hab mir zu anfangs gar nicht gedacht, wie schwer das wird. Aber hat Gott sei Dank dann alles doch so geklappt.
Scott: Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wie es dazu gekommen ist. Aber ich glaube, so mit 17 oder 18 Jahren bin ich dann draufgekommen, dass nur Musik eine Rolle spielt. Da war ich auf einem Festival, mitten im Publikum und hab mir gedacht „Eines Tages werd ich dort oben stehen und tausende Fans werden mir zujubeln“.

Haben euch auch irgendwelche speziellen Bands dazu inspiriert?
Mark:
Ja, Metallica war eigentlich die erste Band, die ich richtig gemocht habe. Dann hab ich halt andere Sachen entdeckt – die Beastie Boys zum Beispiel. Aber hauptsächlich beeinflusst haben mich Metallica, Slayer und Celtic Frost.
Scott: Bei mir hat alles mit Living Color angefangen. Als ich jünger war, haben mich auch Bands wie Guns N‘ Roses, Van Halen und Def Leppard sehr beeinflusst. Aber dann hab ich eben Living Color, Tool und was es in dieser Epoche nicht so alles gegeben hat für mich entdeckt. Später kamen dann noch Classic Rockbands wie Pink Floyd und Led Zeppelin dazu.

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Ihr habt ja selber auch schon eine riesen Fanbase und es gibt wirklich verrückte Fans da draußen. Was war euer komischstes Erlebnis?
Scott:
Ich bin mir sicher, dass es da einige gibt. Aber ich könnt mich jetzt nicht an ein Spezielles erinnern.
Mark: Wir mussten halt schon viele gespreizte Beine unterschreiben.
Scott: Und falsche Körperteile!
Mark: Was ich auch sehr berührend finde, ist, dass viele Leute unsere Lyrics für die Grabsteine ihrer Verstorbenen benutzen. Oder Tattoos. Dann hat man da einen Fan mit deinem Gesicht oder Textzeilen am Unterarm. Das ist wirklich verrückt, aber auch sehr bewegend.
Scott: Ja das stimmt. Ich meine, ich hab viele Tattoos. Aber kein Song hat mich bis jetzt so sehr bewegt, dass ich mich dazu entscheiden würde, einen Teil davon auf meinem Körper zu verewigen.

Bekommt ihr viele Briefe von Fans?
Mark: Ja, das ist unglaublich. Ich hab zu Hause eine ganze Kiste voll mit Sachen. Ich heb mir so was immer gerne auf. Die Leute zeichnen einen oder basteln etwas.

Wie verbringt ihr eigentlich einen freien Tag zu Hause?
Mark:
Ich stehe um sieben Uhr auf, mach die Kinder für die Schule fertig und bringe sie dort hin. Dann mach ich alles, was ich an diesem Tag erreichen will, dazwischen spiele ich noch ein bisschen auf der Gitarre. Ich verbringe auch viel Zeit mit meiner Familie und am Abend fallen wir dann alle sowieso todmüde ins Bett.
Scott: Ich stehe etwas später auf. Das mit den Kids erledigt meine Frau, denn immer wenn ich das auch versuche, schreit sie mich oft an, weil ich wieder mal was falsch mache. Deswegen lässt sie mich auch schlafen. Aber von der Schule hol ich sie dann ab und helf ihnen bei Hausübungen. An meine Sachen arbeite ich auch und dann wird’s eh wieder Zeit fürs Bett.

Es gibt ja so viele Casting- und Talentshows. Was haltet ihr davon?
Mark:
Meine Kinder sehen die gerne an. Also muss ich gezwungenerweise mitschauen.
Scott: Ein paar Freunde von mir waren bei The Voice. Man fängt halt dann auch an, sich das anzusehen. Vor allem, wenn man dort jemanden kennt. Aber es ist halt…wie sagt man das politisch korrekt? Also es wirkt einfach so, als würden diese Shows der Gesellschaft vorschreiben, was gut oder schlecht ist. Es ist oft schwer für die Leute dort, rauszufinden, was sie wollen.

Würdet ihr lieber fliegen können oder euch in jede nur mögliche Gestalt verwandeln?
Mark:
Das Zweite. Und dann würd ich mich in einen Vogel verwandeln.
Scott:
Gute Idee. Er denkt voraus!

Zu guter Letzt: Was würdet ihr jungen Bands raten?
Mark:
Haltet einfach dran fest. Man braucht viel Geduld, aber es zahlt sich aus! Es geht nicht unbedingt darum, dass man ein Instrument gut spielen kann. Das kommt mit der Zeit. Man muss einfach nur daran glauben.

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Doris Arnusch
Reps for Jesus!
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