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Anchorman – Die Legende kehrt zurück – Filmkritik

Anchorman – Die Legende kehrt zurück – Filmkritik

Fast zehn ganze Jahre ist es her, dass Regisseur Adam McKay mit Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy eine Komödie auf die amerikanische Leinwand brachte (im deutschsprachigen Raum wurde der Film direkt als DVD veröffentlicht), die an Blödsinn kaum zu überbieten war. Jetzt, 2014, ist es schließlich wieder so weit.  Anchorman – Die Legende kehrt zurück startet als die verrückte Fortsetzung in den heimischen Kinos. In Sachen Blödheit und politischer Inkorrektheit setzt die Komödie gegenüber dem Vorgänger noch einen drauf, überrascht jedoch mit satirischen Elementen.

Die Ausgangsbasis: Nachrichtensprecher Ron Burgundy (Will Ferrell) bildet mit seiner Frau Veronica (Christina Applegate) bei dem fiktiven New Yorker Sender WBC News ein Nachrichten-Duo. Aufgrund einiger Eskapaden feuert Senderchef Mack Tannen (Harrison Ford) Ron und ernennt Veronica zur neuen Anchorwoman. Der Streit scheint vorprogrammiert: Veronica und Ron trennen sich. Doch Ron erhält kurz danach ein Jobangebot von GNN worauf er seine alten Kollegen Champ (David Koechner), Fantana (Paul Rudd) und Brick (Steve Carell) mobilisiert, allesamt bekannt aus dem Vorgänger. Als Team greifen sie erneut an, um mit GNN die Nummer 1 in New York zu werden, mithilfe der einen oder anderen unkonventionellen Methode.

Anchorman – die Legende kehrt zurück bietet inhaltlich nicht viel, die Handlung dient lediglich als Aufhänger für skurrile Situationen und flache Witze: Zum Beispiel Champ, der in seinem Fast Food Restaurant Fledermäuse als „Chicken of the Cave“ verkauft, oder Brick, der die Grabrede für seine eigene Beerdigung hält, bis er schließlich darauf hingewiesen wird nicht gestorben zu sein. Dass auf seinem Grabstein „I like toasters“ eingraviert ist wirkt dann nicht mal mehr überraschend. Diese Situationen mögen dem Zuschauer noch ein Schmunzeln über die Lippen jagen. Es sind schließlich die Szenen in denen sich Ron mit seiner farbigen Chefin bei GNN konfrontiert wird, welche gänzlich unter die Gürtellinie gehen. Jeglicher Kontakt mit ihr ist bis zum Äußersten geprägt von Rassismus und Frauenfeindlichkeit und mutet nicht mal mehr im Ansatz komisch an.

Was dem Film jedoch seine minimale Daseinsberechtigung gibt, ist der satirische Aspekt. Als Ron und seine Freunde auf die glorreiche Idee kommen den amerikanischen Zuschauern nicht relevante Informationen zu liefern, sondern nur diese, die sie hören wollen, ist die Satire perfekt: Aus den Nachrichten entsteht ein Unterhaltungsprogramm. Dies ist erst mal entlarvend für die Sensationsgeilheit der Zuschauer vor dem Bildschirm, die nicht adäquate Berichterstattung suchen, sondern bloßes Entertainment. Des Weiteren sind Rons „Nachrichten“ vollgepackt mit amerikanisch-patriotischen Parolen, wodurch man die eigene Nation auf die Schippe nimmt: als ein Land das sich in allen Belangen als Überlegen gegenüber dem Rest der Welt sieht.

Guten Geschmack beweist der Film dennoch kaum. Als es – wie im Vorgänger – am Ende des Films zum abgedrehten Kampf der konkurrierenden Nachrichtensprecher kommt, gespickt mit zahlreichen Cameo-Auftritten, denkt man sich nur noch: Boy, that escalated quickly…

Anchorman – Die Legende kehrt zurück

Kinostart: 31. Jänner 2014
Genre: Komödie
Regisseur: Adam McKay
Cast: Will Ferrell, Christina Applegate, Steve Carell, David Koechner, Paul Rudd, Harrison Ford
Land: USA
Dauer: 119 Minuten
Filmverleih: Paramount Pictures
Film Website
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