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Architects – Szene Wien

Architects – Szene Wien

Der 04. April 2014 wird für einige Metalcore-Fans ein denkwürdiges Datum bleiben. Architects (Homepage) bespielten eine restlos ausverkaufte Szene. Dabei wurden zum größtenteils Lieder ihres neuen Albums Lost Forever // Lost Together zum Besten gegeben. Doch bevor es soweit war, gab es drei wohlbekömmliche Schmankerl vorab:

More Than Life (Facebook), Northlane (Facebook) und Stray From The Path (Facebook) waren an diesem Abend die angekündigten “special guests“. Alle drei Bands heizten dem Publikum gehörig ein. Ein solides Vorabprogramm, welches man auch gut an diesem lauen Abend vom Hof der Szene aus lauschen konnte. Mit Zigarette in der Hand, das Konzert-Bier schlürfend und die großen Erwartungen an den kommenden Architects-Auftritt diskutierend.

(c) Alexander Blach

Ja, die fünf Engländer, die zusammen mit Sam Carter als Architects bekannt sind, sahen sich großen Erwartungen auf einen unvergesslichen Abend gegenüber. Doch schon bei den Vorbands erwies sich die Wahl der Location als problematisch. Eine ausverkaufte Szene, das bedeutet ca. 350 konzertwütige Besucher, schien für Architects-Akustik und Bedarfsbefriedigung von moshiger Körperbewegung doch etwas zu beengend.

Doch als die Architects dann letztendlich gegen 23 Uhr die Bühne stürmten, waren alle Zweifel wie vergessen und weggeblasen. Gravedigger riss die Menge sofort mit, Hände wurden in die Höhe gerissen und die ganze angestaute Vorfreude brach hervor. Der Hype der letzten Wochen um die fünf Architekten von mitreißender Metalcore-Mucke schien berechtigter als jemals zuvor.

Selbst zwischen den Liedern konnten sich die Fans nicht halten und pushten ihre für den Abend auserkorenen Könige der Bühne mit fordernden Rufen: „Architects! Architects!“ Zuviel oder genug gab es an diesem Abend nicht. Es folgte ein Fest für die Ohren – emotional, berührend und doch voller unglaublicher Energie. Day In Day Out reihte sich in die Riege der Tracks ein, die an diesem Abend das Publikum beglückten. Am liebsten hätte man aber einfach gesagt: „So und jetzt spielt einfach mal von Hollow Crown bis Lost Forever // Lost Together jedes Album rauf und runter. Wir gehen hier nicht mehr weg.“

Trotzdem beschränkten sich die Songs an diesem Abend vor allem auf das neue Album Lost Forever // Lost Together. Was dem ganzen keinen Abbruch tat, im Gegenteil – denn spätestens bei dem Track Naysayer hatte man das Gefühl, die Wände und der Fußboden würden beben und dem kraftvollen Live-Auftritt von Architects weichen. Ist man starr vor Ehrfurcht, so war man an diesem Abend mitgerissen voller Anerkennung von solch einem soliden Live-Auftritt der definitiv an Qualität mit dem Album mithalten kann.

(c) Alexander Blach

Die Zeit verging viel zu schnell, die letzten Tracks wurden gespielt. Colony Collapse und Broken Cross gehörten dazu. Köpfe die nicht mehr nach vorne und hinten zum Takt geworfen konnten, wurden trotzdem geworfen. Man holte das letzte Bisschen an Metalcore-Manie aus sich heraus und gemeinsam mit der Band steuerte man so das Ende eines denkwürdigen Abends an. Und dann war es fast vorbei. Fast – eine Zugabe wollten sich die Architects nicht nehmen lassen. Und in diesem Moment als die ersten Töne von Red Hypergiant erklangen, spürte man, wie jeder im Raum Gänsehaut bekam. Es war intensiver, gefühlvoller als die Albumversion. Es war fast ein bisschen magisch. Sich ein bisschen zusammen für immer in diesen einen Moment zu verlieren. Tief in Herzen berührt es alles, was ehrlich ist, jenseits  von allem was uns anders macht.

Dieser Augenblick rundete nicht nur einen Abend ab, der allen Erwartungen standhielt. Er zeigte auch am besten den musikalischen Charakter, für den die Architects so geschätzt werden: sie transportieren mit fast jedem ihrer Songs, vor allem Live, eine gefühlvolle fragile und doch zugleich unglaublich kraftvolle Energie. Dass man gar nicht anders kann als sich ihnen hingeben.

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