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Assassin’s Creed Unity im Test

Assassin’s Creed Unity im Test

Mit Assassin’s Creed Unity (Homepage) bringt uns Ubisoft Montreal den mittlerweile siebten Teil der beliebten historischen Action-Adventure-Reihe auf die heimischen Konsolen. Als Setting dient diesmal das wunderschöne Paris zur Zeit der französischen Revolution. Um dem einzigartigen und unverbrauchten Schauplatz auch technisch gerecht zu werden, entwickelte das frankokanadische Entwicklerteam das Spiel exklusiv für die Current-Gen.

Wir haben Assassin’s Creedy Unity für euch auf der Xbox One getestet und berichten euch nun im Detail, was in den Svhatten der atemberaubenden Kulisse des Paris zur Zeit der französischen Revolution lauert.

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STORY

Wie bereits erwähnt schickt uns die Handlung ins Paris des 18. Jahrhunderts. Als 8-jähriger Arno Dorian finden wir uns im beeindruckend in Szene gesetzten Schloss Versailles wieder. Hier lernen wir auch gleich unsere Kindheitsfreundin und spätere Liebschaft, Elise De LaSerre kennen. Während unser Vater – ein Mitglied der Assassinenbruderschaft – in politische Gespräche verwickelt ist, streifen wir mit Elise durch das Schloss. Erkundungsfreudig und neugierig treiben wir allerlei kindischen Schabernack.

Doch das Vergnügen ist nur von kurzer Dauer und der erste große Schicksalsschlag des noch jungen Arno lässt nicht lange auf sich warten. Unser Vater wird bei einem Anschlag auf grausame Weise getötet. In späterer Folge werden wir vom Vater unserer neu gewonnen Freundin Elise – seines Zeichens Großmeister des Templerordens – adoptiert. Wohl wissend über die Vergangenheit unseres Vaters, hat er dennoch Mitleid mit uns und zieht uns wie seinen eigenen Sohn groß.

Arno und Elise verbindet seit ihrer Kindheit eine gemeinsame Geschichte. ©Ubisoft

Arno und Elise verbindet seit ihrer Kindheit eine gemeinsame Geschichte. ©Ubisoft

Nun springt die Story einige Jahre nach vorne. Elise, mittlerweile 16 Jahre alt, soll in den Templerorden aufgenommen werden. Hierzu wird ein prunkvolles Fest zu ihren Ehren veranstaltet, eine Einladung zu der Feier bleibt uns jedoch verwehrt. Somit beschließen wir, in bester Assassinen-Manier, uns auf die Feierlichkeit zu schleichen. Doch auch hier dauert es nicht allzu lange und es erwartet uns bereits das nächste große Unglück. Wir beobachten wie Großmeister De LaSerre bei einem Attentat ermordet wird. Schnell eilen wir zu Hilfe, doch können den Tod unseres geliebten Ziehvaters nicht verhindern. Schlimmer noch, die heran eilenden Wachen entdecken uns neben dem Leichnam und beschuldigen uns für dessen Tod.

In Folge werden wir angeklagt und ins Gefängnis geworfen, wo wir auf einen späteren Weggefährten treffen. Unser neuer Bekannter, ebenfalls ein Assassine, erkennt schnell unser Talent und bringt uns während der Gefangenschaft die Kampfkünste der Bruderschaft bei. Während dem Sturm auf die Bastille gelingt uns jedoch die Flucht und unser neuer mysteriöser Freund verschafft uns Zutritt in die geheimen unterirdischen Hallen des Ordens.

Arno Dorian beschreitet den Weg der Assassinen. ©Ubisoft

Arno Dorian beschreitet den Weg der Assassinen. ©Ubisoft

Nach anfänglicher Skepsis werden wir ebenfalls zum Assassinen erkoren und unsere Reise auf der Suche nach der Wahrheit kann beginnen. Von Rache getrieben, geraten wir in einen Strudel aus politischen Verschwörungen. Dabei begegnen wir auch zahlreichen historischen Größen wie General Napoleon Bonaparte, den Marquise De Sade oder König Ludwig XVI.

Die Handlung hat, wie bereits von den Vorgängern gewohnt, auch diesmal natürlich wieder die ein oder andere Wendung parat. Wobei die ganz großen Überraschungen, vor allem für Serienkenner, eher ausbleiben. Auch die verzwickte Liebesgeschichte rund um Arno und Elise bekommt immer wieder genügend Platz eingeräumt ohne dabei jedoch allzu kitschig zu wirken. Im Großen und Ganzen geht die Story vollkommen in Ordnung und wurde zum Großteil gekonnt und routiniert in Szene gesetzt.

Arnos Geschichte kreuzt sich mit der der französischen Revolution. ©Ubisoft

Arnos Geschichte kreuzt sich mit der der französischen Revolution. ©Ubisoft

Trotz der klischeehaften Motive unseres Hauptcharakters motiviert die Geschichte genügend und es ist eine deutliche Steigerung zu den beiden Vorgängern erkennbar. Einziges Manko ist der Nebenhandlungsstrang rund um Abstergo und der ersten Zivilisation. Hier herrscht seit dem dritten Teil, inklusive dessen unbefriedigendem Ende, leider quasi Stillstand. Und auch im neuesten Ableger dürfen sich Fans der Reihe hier nicht allzu viel erwarten.

GAMEPLAY

Kommen wir nun zum Kernpunkt des beliebten Action-Adventure-Spektakels – das Gameplay, bestehend aus Klettern, Schleichen und Kämpfen. Hier hat Ubisoft einiges an Feintuning betrieben damit die Steuerung noch geschmeidiger von der Hand geht. Dies ist jedoch leider nicht in allen Punkten vollends geglückt.

Neu eingeführt wurde beim Klettern diesmal der sogenannte Parkourlauf. Hiermit können wir nun mittels Knopfdruck relativ schnell und einfach von Gebäuden runterklettern. Das Ganze sieht nicht nur graziler als in den Vorgängern aus sondern spart auch noch einiges an Zeit. Ebenfalls soll die Parkoursteuerung verhindern dass unser Charakter beispielsweise bei der Flucht ungewünscht Gebäude oder Gegenstände erklimmt. Das neue System klingt auf dem Papier durchaus vielversprechend und ist auch in der Ausführung die meiste Zeit über gelungen. Ebenfalls sieht es, wenn es denn funktioniert, durchweg äußerst elegant aus.

Oben angekommen - das Parcoursystem lässt uns den ein oder anderen beeindruckenden Aussichtspunkt erklimmen. ©Ubisoft

Oben angekommen – das Parcoursystem lässt uns den ein oder anderen beeindruckenden Aussichtspunkt erklimmen. ©Ubisoft

Doch gibt es eben leider auch Momente an denen das neu eingeführte System komplett versagt und somit für einigen Frust und unfreiwillige Komik unter den Spielern sorgen dürfte. Da will unser Charakter einfach partout nicht durch ein Fenster springen, weigert sich trotz mehrmaligem Befehl eine Luke hinab zu steigen oder verharrt einfach seelenruhig auf einem Obststand obwohl er von allen Seiten beschossen und attackiert wird. In solchen Situationen wird klar dass das System definitiv noch den nötigen Feinschliff benötigt hätte.

Das Gleiche trifft leider ebenfalls auf das in Unity erstmalig eingesetzte und komplett neue Deckungssystems zu. Hiermit können wir uns ungesehen und in geduckter Haltung von Deckung zu Deckung nach vorne pirschen. Eine grundsätzlich äußerst sinnvolle Neuerung, sollte ein Assassine doch stets leise und unbeobachtet vorgehen. Doch leider will die Premiere des neuen Cover-Up-Systems so gar nicht funktionieren. Mal bleiben wir mit unserem Charakter an einer Ecke hängen, mal reagiert unser lieber Arno gar nicht und ein anderes Mal stehen wir plötzlich mitten im Raum umzingelt von zahlreichen Gegnern.

Besser macht es da schon das ebenfalls überarbeitete Kampfsystem. Reichte es in den Vorgängern noch aus einfach dazustehen und die Angriffe der Gegner abzuwehren oder zu kontern, braucht es im neuesten Teil nun doch etwas mehr Fingerspitzengefühl und richtiges Timing um die Kämpfe gut zu meistern. Allzu schwierig sind sie mit der richtigen Ausrüstung und Taktik natürlich nicht, dennoch gestalten sie sich um einiges abwechslungsreicher und anspruchsvoller als noch in den Vorgängern.

Mit Geschick und und der richtigen Waffe sind Gegner schnell bewältigt. ©Ubisoft

Mit Geschick und und der richtigen Waffe sind Gegner schnell bewältigt. ©Ubisoft

Ebenfalls eine tolle Verbesserung stellt das neue Missionsdesign, genannt Black Box, dar. Damit können wir nun bei Attentats- oder Infiltrationsmissionen komplett frei entscheiden wie wir denn besagte Mission lösen wollen. Es wird lediglich ein Ziel ausgegeben, der Weg dahin ist uns selbst überlassen und wir können dabei aus zahlreichen, teils wirklich kreativen Optionen wählen.

Ebenso neu in Unity ist die Einführung simpler Rollenspielelemente. So bekommen wir nun als Belohnung für erledigte Missionen sogenannte Helix-Credits, mit denen wir neue Fähigkeiten für unseren Charakter frei schalten können. Gleichfalls können wir auch unser schnell und leicht verdientes Geld in neue Waffen oder Kleidung investieren. Ein fahler Beigeschmack bleibt jedoch durch das ebenfalls neu einführte Mikrotransaktionssystem. Hierbei können wir uns mit Echtgeld Helix-Credits, Ingame-Währung und spezielle Ausrüstungen kaufen. Auch das bestimmte Truhen und Schätze nur dann für uns zugänglich sind, wenn wir eine Begleitapp des Spiels auf unser Handy downloaden, lässt uns die Geldgier der Entwickler förmlich greifen.

Anders als in Black Flag oder dem für die Last-Gen erschienen Rogue besinnt sich die Reihe mit Unity wieder etwas mehr auf seine Wurzeln und spielt nun wieder zur Gänze an Land. Als Location gibt es diesmal auch nur ein Gebiet. Doch das ist mit der französischen Hauptstadt und deren Untergrund mehr als üppig. Ebenfalls neu ist, dass nun ungefähr ein Drittel aller Gebäude betreten werden können. Hier wird dem Open-World-Fan definitiv einiges geboten.

Auch der Tod aus dem Hinterhalt darf bei Unity natürlich nicht fehlen. ©Ubisoft

Auch der Tod aus dem Hinterhalt darf bei Unity natürlich nicht fehlen. ©Ubisoft

Auch von zahlreichen Nebenmissionen wimmelt es auf den Straßen von Paris. Angefangen von den eher belanglosen Online-Koop-Missionen, über das Finden der Nostradamus Glyphen bis hin zu DNA-Rissen, die uns in eine beeindruckende und spannende Parallelwelt befördern. Es gibt definitiv etliches zu tun, und wer wirklich alles erkunden und erledigen möchte, wird schon so einige Wochen im virtuellen Paris verbringen.

TECHNIK

Bei der Bewertung der Technik macht es uns Unity alles andere als leicht. Auf der einen Seite ist es ein wunderschön inszeniertes Spiel, auf der anderen trüben etliche Performance-Probleme, Bugs und Glitches den Gesamteindruck doch massiv.

Doch kommen wir zuerst zu den positiven Eindrücken. Noch nie zuvor wirkte ein Assassin’s Creed derat lebendig. Auf den Straßen wimmelt es von unzähligen Passanten, welche alle ihrem ganz persönlichen Alltag nachzugehen scheinen. Marktplätze, Aufstände oder Schlachten – die Anzahl an virtuellen Personen, welche uns Ubisoft auf die Bildschirme zaubert ist schlicht atemberaubend.

Arno Dorians Rachefeldzug führt  imposante und malerische Kulissen. ©Ubisoft

Arno Dorians Rachefeldzug führt imposante und malerische Kulissen. ©Ubisoft

Ebenfalls die detailgetreuen Nachbauten zahlreicher historischer Gebäude lassen uns des öfteren mit offenem Mund davor stehen und staunen. Und sobald wir das erste mal die berühmte Notre Dame Kirche erklimmen und auf der Spitze über die ganze Stadt blicken, können wir eine aufsteigende Gänsehaut nicht verleugnen. Auch die tolle und vor Details strotzende Gestaltung der Innenräume inklusive deren fotorealistischer Beleuchtung lässt unsere Augen wahrlich leuchten.

Seien es die Sonnenstrahlen, die vom frisch polierten Holzparkett reflektieren oder golden funkelnde Verzierungen an der Decke – hier macht Unity definitiv einen tollen Eindruck. Auch der Sound und die Synchronisation sind durchaus gelungen und lassen nicht allzu viele Wünsche offen.

Doch so schön Unity in vielen Momenten auch ist, so hat es doch leider auch seine zahlreichen Schattenseiten. Angekündigt mit 900p und 30fps, war der Aufschrei der Konsolengemeinde vorab schon nicht zu überhören. Ubisoft argumentierte die Entscheidung über die Frames damit, ein filmreiferes Erlebnis erzeugen zu wollen. Soweit so gut, nur leider können auch diese 30fps nicht konstant gehalten werden. Immer wieder kommt es während dem Spielen zu massiven, oft wahllosen Einbrüchen der Bildrate.

Ein Sprung in die Tiefe endet meist sanft in einem Heuwagen -  manchmal inklusive Bug. ©Ubisoft

Ein Sprung in die Tiefe endet meist sanft in einem Heuwagen – manchmal inklusive Bug. ©Ubisoft

Auch zahlreiche Bugs und Glitches trüben den Spielspaß doch um einiges. Da steckt unser Protagonist plötzlich nach einem Todessprung in einem Heuwagen fest und kann diesen einfach nicht mehr verlassen.

Auch heran stürmende Wachen ändern da nichts, und uns bleibt nichts anderes übrig als den Tod abzuwarten und den Checkpoint neu zu laden. Ebenfalls keine Seltenheit ist, dass Arno versucht an unsichtbaren Wänden hochzuklettern, in der Luft hängen bleibt, oder durch den virtuellen Spieleboden fällt und sich plötzlich auf einmal in einer „unprogrammierten“ Unterwelt von Paris befindet. Auch in Nebenmissionen sind uns des Öfteren Bugs widerfahren, die ein weiterspielen oder beenden besagter Mission unmöglich machten.

Unity - möge das nächste Update dich engültig in spielerische Höhen katapultieren. ©Ubisoft

Unity – möge das nächste Update dich engültig in spielerische Höhen katapultieren. ©Ubisoft

Seit dem Release ist Ubisoft nun mit der Veröffentlichung von Patches und der damit verbundenen Schadensbegrenzung beschäftigt. Mittlerweile, auch nach Patch Nummer 3, läuft das Spiel immer noch nicht ganz fehlerfrei. Zwar sind die gröbsten Mängel und Schnitzer bereits behoben, und es wurden auch zahlreiche Entschädigungen – wie kostenlose DLCs – versprochen, doch das entschuldigt nicht dass ein quasi unfertiges Spiel frühzeitig auf den Markt geworfen wurde.

FAZIT

Ubisoft macht es uns mit Assassin’s Creed Unity wirklich schwer. Die Versprechen seitens Ubisoft und das im Vorfeld gezeigte Material machten definitiv Lust auf mehr und die Erwartungen der Serienanhänger waren enorm. Doch so ganz konnten diese leider nicht erfüllt werden und das Spiel ließ uns mit einem doch leicht zwiegespaltenen Eindruck zurück.

Es ist zwar einerseits ein eigentlich wirklich richtig gutes Spiel, mit teils atemberaubender Präsentation und spektakulärer Inszenierung geworden, doch andererseits lässt uns das dennoch nicht über die teils gravierenden Fehler hinwegsehen. Man wird einfach das Gefühl nicht los, dass der Titel noch den nötigen Feinschliff benötigt hätte und einfach zu früh das Licht der Releasewelt erblickte.

Grundsätzlich würden wir Fans der Reihe den neusten Teil durchaus ans Herz legen, vor allem da er wieder etwas mehr zu den Wurzeln und Anfängen der Marke zurückkehrt. Wer jedoch mit dem Piratensetting aus Teil vier mehr anzufangen weiß, dem sei wohl eher der Ableger Rogue für Xbox 360 und Playstation 3 zu empfehlen. Deshalb 7 von 10 Punkten für Assassin’s Creed Unity.

Assassin’s Creed Unity

Releasedate: 13. November 2014
Plattform: Xbox One, Playstation 4, PC
Genre: Action, Adventure
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft Montreal
Ungefähre Spieldauer: 30 – 80 Stunden
Für Fans von: Assassins Creed 2, Batman: Arkham City, Mittelerde: Mordors Schatten
USK: ab 16 Jahren
Preis: gesehen um 54,99 EUR

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