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Austra – Habitat EP

Austra – Habitat EP

Das kanadische New-Wave-Synthie-Trio Austra (Homepage) präsentiert nun nach dem 2013 erschienen zweiten Album Olympia eine Art Mini-EP. Der erste der lediglich vier Songs trägt denselben Namen wie die CD selbst, Habitat. Die einzigartige Stimme von Sängerin Katie Stelmanis schwebt dabei wie gewohnt sphärisch durch den Raum, dahinter eine schnelle elektronische Melodie, die zum Mittanzen oder zumindest mitnicken animiert. Fasst nahtlos passt dieser in eine Reihe mit Lieblingen aus den Vorgängeralben wie Lose It vom Debüt Feel It Break oder Home.

Doepfer, der darauf folgende Song, ist hingegen sehr minimalistisch, und zwar gleich so minimalistisch, dass direkt ganz auf den Gesang verzichtet wird. Die rhythmisch gleichbleibenden Geräusche erinnern zum Teil eher an eine Art sanften Presslufthammer und andere Arbeitsgeräte, die man eventuell auf einer Baustelle finden könnte, nicht jedoch zwangsläufig in einem Tonstudio. Fast fünf Minuten lang klopft, klimpert und raschelt es stetig dahin, mal mehr, mal weniger Sounds auf einmal (bei Kopfschmerzen nicht unbedingt zu empfehlen). Am Ende des Songs wird der tiefere Sinn dieser Geräuschkulisse den meisten Hörern dann wohl doch verborgen bleiben und was bleibt, ist schieres Unverständnis.

Austra Habitat Cover

Bass Drum Dance hält hingegen schon eher, was der Titel verspricht. Es klingt wirklich wie ein verwobener Tanz aus Bass und programmierten Schlagzeug, darüber, darunter und daneben eine Melodie, die sich anhört, als käme sie von einer elektrifizierten Geige. Erst nach knapp drei Minuten gesellt sich eine hohe Frauenstimme dazu, die aber lediglich melodische „Aaahs“ beisteuert und wiederum auf Sprache verzichtet.

Der letzte Song Hulluu fängt vielversprechend an, geht dann aber fast wieder in Richtung Doepfer über, bis überraschenderweise doch ein paar Worte fallen.

I took your microphone, it’s in the river

wird da plötzlich in Dauerschleife geflüstert – was auch immer das bedeuten mag.

Fazit

Habitat ist wahrscheinlich eine EP, bei der sich die Geister der Kritiker scheiden. Es ist vorstellbar, dass es doch Menschen gibt, die sich von den effektvollen Songs angesprochen fühlen. Für mich persönlich klingt das Ganze leider eher nach einem Trip oder Rausch, auf dem ich nicht bin und somit auch nicht verstehen oder nachvollziehen kann. Nachdem nach Song Nummer eins die Erwartungshaltung doch steigt, sind die restlichen drei Nummern leider eher enttäuschend. Das nächste Mal vielleicht doch lieber mehr Blabla und weniger Bumbum.

Austra – Habitat EP

Für Fans von: The Naked And Famous, Florence and the Machine
Domino Recording Co
VÖ: 13.07.2014
Gesehen um € 2,99

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