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Avicii – Krieau Wien

Avicii – Krieau Wien

Hey Brother, wake me up ‚cause I’m addicted to you.

Wien, 19. Juli 2014. Großstadtdschungel und Trabrennbahn. Es sind Tausende – um genau zu sein: Dreißigtausend – die sich in der sengenden Hitze versammeln. Das gemeinsame, verbindende Ziel: der 24 Jahre alte Jüngling Tim Bergling alias Avicii (Homepage), dem man den erwachsenen Nils Holgersson mehr abnehmen würde als einen weltweit erfolgreichen DJ.

Avicii rockt die Wiener Krieau

Um die Stimmung nicht nur wettermäßig heiß und brennend zu belassen, hat man als Support drei Acts ins Boot geholt. Barnes & Heatcliff, Darius & Finlay, Henrik B.. Schon bald kommt die Überlegung auf: Was ist, wenn alle vier Acts heute dieselben Hits im Programm haben? Von Avicii wird sich ja keiner trauen, etwas zu spielen… Aber Prayer in C? Summer von Calvin Harris?  Einmal reicht ja dann doch wieder…

Interessanter die Menge: Auf der einen Seite die 12-jährigen Girls in ihren hautengen, top-modernen, High-Waist-Jeans, auf der anderen jene, die mit der prallen Sonne auf dem (und Bier im) Schädel zur Musik abgehen. Und dazwischen: Kino-Feeling mit riesigen Popcorn-Behältern und Brezen.

Fulminante Lichtshow bei Avicii

Dann – die ersten Töne von Hey Brother werden angespielt und das eineinhalb Stunden dauernde Musik-Flämmchen (um nicht Inferno sagen zu müssen) beginnt. Aber nein, ein Konzert ist das nicht. Eine Show. Ein DJ-Set. Eine fette Produktion. Aber kein Konzert. Bestenfalls ein paar wachelnde dünne Ärmchen von Avicii, sowie die Silhouette seines Gesichts kann man erkennen – viel zu hoch nämlich sein kompletter Bühnenaufbau.

Viele glückliche Gesichter bei Avicii in Wien

Ein Remix hier, ein Remix da. Ein Florence And The Machine Klassiker, Don’t You Worry Child, und als Abschluss seine Coldplay-Produktion. Hier und da hat er einen eigenen Song eingestreut. Nett. In der Disco am Wochenende klingt’s nicht so viel anders. Vielleicht nicht so gute Übergänge. Vielleicht nicht so eine gute Auswahl der Songs. Die begeisterten „Ohh“s und „Ahhh“s eines DJ-Sets wird ein Konzertgänger aber wohl nicht so einfach verstehen.

Avicii lockte die Massen vor die Bühne

Abspielen vom USB-Stick. Wie viele Sicherheitskopien und Backups hat Avicii von seinem USB-Stick eigentlich? Ein Arm hängt fuchtelnd in der Luft. Was macht der andere, der sich nicht mit den Beats mitbewegt? Etwas Sinnvolles? Legt der auf? Oder ist das wichtige der bewegende Arm, so á la Theremin?

Avicii

Nichtsdestotrotz: ein guter Abend. Motivierend. Abfeiern, abtanzen. Fette Visuals – nett wäre es trotzdem gewesen, ab und zu ein paar Live-Aufnahmen von Avicii darauf zu schmeißen, damit man zumindest irgendwie erkennen kann, dass es sich um ihn – und nicht um irgendwen – handelt. Co2-Kanonen, riesige LED-Wall, Feuerwerk. Fertig. Danke.

Avicii mit Feuerwerk

Fotos (c) Daniel Kubera
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Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
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