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Band des Monats Juni – :aexattack

Band des Monats Juni – :aexattack

Als einsamer Musiker zog Human Shout -Bassist Axel Truschner aka Aex im Jahre 2007 durch das Land und erfreute das Volk mit seinen Liedern. Doch niemand ist gerne allein und so gesellten sich bald drei Musiker dazu um das Projekt :aexattack (Facebook) kurz darauf aus der Taufe zu heben.

Wir hatten die Freude Aex, Heli, Liwi Li und Michi auf ihrer Fahrt von Österreichs Hauptstadt in die Kärntner Heimat zu begleiten um auf der heimischen Autobahn ein im wahrsten Sinne des Wortes schnelles Interview über das anstehende Debütalbum Stay Young, Conchita Wurst und die Macht der Musik zu führen. enemy.at präsentiert die Band des Monats Juni!

:AEXATTACK  – DAS INTERVIEW

Hallo Leute! Sollte jemand noch nie etwas von :aexattack gehört haben, was hätte dieser jemand in seinem Leben bis jetzt verpasst?
Aex: Was hat dieser jemand bis jetzt verpasst? Wahrscheinlich nichts (lacht). Wir sind eine vierköpfige Gitarrenband, welche von den 90ern geprägt ist. Grundsätzlich stellt sich ja die Gegenfrage, was habe ich versäumt, wenn ich zum Beispiel eine Band wie Nirvana nicht kenne oder einen DJ Ötzi, Andrea Berg et cetera. Es geht ja in der Musik ja hauptsächlich um Interessen. Das Interesse von :aexattack besteht darin, Menschen durch unsere Musik zu erreichen und nicht durch irgendwelchen Humbug, welcher in keinster Weise auf die tatsächliche Musik hinzielt.

In ein paar Stunden geht es für euch im Klagenfurter Kwadrat auf die sogenannten Bretter, die die Welt bedeuten. Wie ist es als „Exil-Kärntner“ wieder einmal in der Heimat aufzutreten?
Heli: Es ist immer schön mal in der Heimat zu spielen, vor allem wenn man wieder auf bekannte Gesichter trifft. Das ist in Wien nicht so der Fall, was aber natürlich auch gut für uns ist, um neue Leute mit unserer Musik anzusprechen. Für uns ist jeder Auftritt geil, egal wo, wir spielen immer gern!
Aex: Also als „Exil-Kärntner “ in diesem Sinne verstehen wir uns nicht. Da wir ja hier in Kärnten aufgewachsen sind, verbinden wir als langjährige Wahlwiener Konzerte in der Heimat immer mit dem Gefühl des „nach Hause kommens“. Aber nicht, weil uns an diesem Bundesland so viel liegt, sondern aus dem Grund, dass hier unsere Familien leben. Ws schön ist in dem Land auftreten zu dürfen, in welchem man aufgewachsen ist. Daher sehen wir die Gigs nicht als einen „Konzertausflug“ nach Kärnten, sondern eher als Familienbesuch.

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(c) Jürgen Oberhauser

Im Vorfeld dieses Interviews hat mir Axel schon von einigen Neuigkeiten seitens der Band erzählt. Was dürfen unsere enemy.at-Leser und :aexattack -Liebhaber in nächster Zeit erwarten?
Aex: Es ist tatsächlich so, dass wir schon seit geraumer Zeit an unserem Debütalbum mit dem Titel Stay Young arbeiten, welches im Eigenrelease auf unserem Label SissiRecords im Frühjahr 2015 erscheinen wird. Wir können es selbst kaum mehr erwarten, ich glaube das ist circa so, wie wenn man Vater wird! (lacht) Stay Young ist eben unser Baby, an dem wir schon lange arbeiten und nun endlich so weit sind, um die Platte zu veröffentlichen. Nebenbei arbeiten wir aber auch schon an ganz neuen Songs und freuen uns schon auf eine spannende Zeit mit unserem ersten Album.

Ich kam schon in den Genuss, in Stay Young reinzuhören und muss sagen, die Songs gehen gut ins Ohr. Erzählt doch ein den Lesern ein wenig über den Entstehungsprozess der Platte.
Aex: Nach dem Motto „Scheiß drauf, lasst uns mal ein Album machen, es gibt ja nichts Leichteres als das.“ sind wir 2009 an die Arbeit gegangen. Jetzt sind wir im Jahr 2014 angelangt, das heißt, wir haben uns doch ein wenig mehr Zeit gelassen als gedacht. Wir sind zwei Tage ins Studio gegangen um die Backings, also Drums, Gitarren und Bass, der insgesamt 15 Tracks einzuspielen. Die Vocals haben wir dann separat mit unserem Vocal-Produzenten Marian André aufgenommen und das hat doch ein wenig länger gedauert. Trotzdem war es für uns wichtig, diese Zeit für den Prozess zu nehmen. Und so nebenbei sind wir auf die Idee gekommen, unser Album noch geiler zu machen, indem es zum Doppelalbum wird. Das heißt unser tatsächliches Album Stay Young wird mit Features Tracks von heimischen Künstlern erweitert und trägt dann den Namen Stay Young/Stay Friends. Wir sind wirklich stolz darauf, unser Baby in Eigenregie, ohne Förderungen und ohne großes Trara produziert und den gesamten Prozess auf eigene Faust durchgezogen zu haben.

Auf eurem Albumcover zu Stay Young gibt es ja viel Haut verziert mit dem tätowierten Albumtitel zu sehen. Wer von euch hat sich für das Cover unter die Nadel gelegt?
Heli: Mister Aex himself – zeig doch mal her!
Aex: Ja das bin tatsächlich ich (lacht). Das Cover hat Adrian Herk, Human Shout-Sänger und ein sehr guter Freund von uns gestaltet. Die Idee hinter dem Cover war eben das Tattoo des Albumnamens, welcher eigentlich schon vorab feststand. Dieser fand eben seinen Weg auf meine Haut und wurde fotografiert eben ohne jetzt irgendetwas Künstliches im Photoshop zu erzeugen. Und nackte Haut find ich immer gut (lacht).

Als Musiker habt ihr vor Kurzem euer eigenes Label SissiRecords gegründet. Wie geht es euch in dieser „Doppelrolle“ und gibt es schon Künstler/Bands, die ihr unter die Fittiche nehmen wollt?
Aex: SissiRecords ist, wenn ich das so sagen darf, aus der Not entstanden. Der Grund dafür war unsere :aexattack-Philosophie – unabhängig zu sein und die Dinge wie ein naiver Teenager anzugehen und durch zu ziehen. Daher entschlossen wir uns, ein eigenes Label zu gründen, jedoch ohne den Hintergedanken einen Katalog von hunderten Bands und großen Releases zu haben. Zurzeit sind auch keine großen Dinge geplant, außer der Release der neuen Human Shout Platte und unseres Albums Stay Young. Wir sind nicht darauf aus, Künstler zu unserem Label zu locken. Aber sollte sich jemand melden, der gern dabei wäre, dann kann man schon darüber reden.
Heli: Im Großen und Ganzen wollten wir einfach alles Selbst in die Hand nehmen und wie schon erwähnt, vielleicht treffen wir mal auf Künstler, die eventuell für uns passen. Doch das liegt noch in weiter Zukunft.

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Ihr seid ja Kinder der 90er Jahre. War früher wirklich alles besser, wie viele Leute behaupten, und wollt ihr auch den Schilling zurück?
Aex: (lacht) Also mir ist es in den 90ern besser gegangen als heute, da ging ich noch in die Volksschule und ja, da war das Leben wesentlich einfacher! Nein, jetzt im Ernst, die 90er waren musikalisch prägsam, da kaufte ich mir mit NirvanaNevermind oder Superstardoom von Naked Lunch, meine ersten Alben. Jedoch, was das Leben jetzt und damals angeht, kann ich keinen Vergleich anstellen, außer der Tatsache, dass es als Kind und Schüler eine durchaus unbeschwerte Zeit war. Schön war’s!

Österreich – besser gesagt Conchita Wurst – konnte den Eurovision Song Contest für sich entscheiden. Könnte dies den Anstoß geben mehr heimische Musik im Radio zu spielen, um auch Musikern ohne Major Label eine Plattform zu geben?
Aex: In Österreich passiert zurzeit extrem viel, sei es der Elke Lichtenegger-Skandal oder eben der Sieg beim ESC. Wir klebten alle vorm Fernseher und konnten es kaum glauben, als der Sieg wirklich nach Österreich ging. Wir waren fassungslos, freuten uns aber gleichzeitig und begossen dies mit einer Flasche Jägermeister! Auch in der Szene selbst geschieht gerade viel. Bands wie Bilderbuch oder Gin Ga schnalzen gerade aus Österreich heraus – darauf kann man stolz sein. Oder besser gesagt: Man kann stolz sein, dass Bands in dieser Hinsicht wieder so geschätzt werden. Es ist wirklich cool und extrem wichtig, dass hier in Österreich wieder etwas passiert. Auch dass dieses „Genre-Denken“, welches Mitte der 2000er auf einmal auftauchte, sich aufgelöst hat und die Leute wieder anfangen, Musik offener und unabhängig von Plattenverkäufen zu schätzen. Genau das ist total wichtig, dass Musik wieder geschätzt wird! Ich finde das mit Conchita Wurst wirklich großartig und bin schon gespannt darauf, was im nächsten Jahr mit dem Event des Eurovision Song Contest auf uns zu kommt.
Heli: Auch die umstrittene Quotenregelung finde ich gut! Es ist immer gut, wenn Musik aus Österreich gespielt wird! Natürlich wird das nicht von heute auf morgen passieren, das ist eben ein Prozess, der noch einige Zeit braucht.

Die Tage werden länger – die Nächte wieder kürzer, was eindeutig auf den herannahenden Sommer hinweist. Wie sehen eure Pläne für die kommenden Sommertage aus?
Aex: Also unser Drummer Michi verzieht sich für einen Monat Richtung Süd-Ost-Asien und wir… Michi ist zwar nicht hier, aber der :aexattack Sommerplan sieht so aus, dass im Sommer eifrig am Feature-Album Stay Friends gearbeitet wird. Da haben wir Künstler wie Kommando ElefantThe Sado-Maso Guitar ClubDeeCracks, SirTralala oder auch Wolfgang Kanduth von Candy Beat Camp im Studio. Der Plan dahinter ist es, sieben unserer fünfzehn Tracks als Band selbst mit anderen Künstlern auf ihre Art und Weise zu interpretieren. Da hoffen wir, dass der Song danach so klingt wie einer der Band selbst. Oder das etwas anderes entsteht, wie bei DeeCracks, welche aus einen :aexattack Popsong einen Punkrocksong gezaubert haben! Wir freuen uns sehr auf die Realisierung des Projekts!

Danke für das nette Interview mit euch, abschließend bitte ich noch um ein paar Wörter an unsere enemy.at Leser:
Fangt einfach wieder an, an die Musik zu glauben. Egal wie alt ihr seid, nehmt euch ein Instrument in die Hand, macht Musik und erkennt, was man mit Musik alles erreichen kann. Ich selbst werde nie aufhören, daran zu glauben. In diesem Sinne – Stay Young!

Wie gefällt dir unser Interview mit :aexattack?

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