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Beatsteaks – Beatsteaks

Beatsteaks – Beatsteaks

In ihrem 19. Bandjahr veröffentlichen die Beatsteaks (Homepage) ihr siebtes Studioalbum, welches sie kurzerhand Beatsteaks nennen. Steckt wirklich so viel Beatsteaks in der neuen Platte, oder macht sich nach all den Jahren schön langsam die Kreativität davon, wie zynische Zungen behaupten würden? Wir haben das selbst betitelte Album der Berliner mal genauer unter die Lupe genommen und verraten euch die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

Mehr: Beatsteaks kommen in den Wiener Gasometer

Früher war alles besser, das Wetter, die Stabilität der Wirtschaft und die Musik sowieso. Irgendwie nerven solche Aussagen doch ein wenig. Denn kann man es einer Band, die sich musikalisch austoben und weiterentwickeln will, wirklich böse nehmen, wenn mal ein Album (ganz subjektiv bewertet) nicht so fetzt? Diesen Vorwurf mussten sich die Beatsteaks schon oft anhören. Dabei hat man sich über die Jahre vom Punkrock-Geheimtipp zum Headliner der großen europäischen Festivals gespielt. Der Erfolg sollte ihnen also recht geben, und die ausverkauften Hallen und Tourneen für sich sprechen. Doch steckt hinter dieser Aussage vielleicht doch ein Fünkchen Wahrheit?

Good Morning!

So werden wir kurz und prägnant von Sänger Arnim Teutoburg-Weiß begrüßt und auf einen rund 30-minütigen Kurztrip eingeladen. A Real Paradise, der erste Song des Albums, danced als kräftiges Funk-Rock Brett um die Ecke und ist bei mehrmaligem Anhören eigentlich eine typische Beatsteaks Nummer. Kraftvoll, puristisch und vollgespickt mit einfachen aber zum Tanzen animierenden Beats.

DNA war schon vor Release Datum zum freien Download verfügbar und beglückt vor allem die Beatsteaks – Hörer der ersten Stunde. Die (einzige) Punk Nummer des Albums macht einfach gute Laune. DNA vereint die musikalische Richtung früherer Alben (Launched, Living Targets) mit dem neuen Sound der Beatsteaks (Boombox).

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Dritter Song, und zum dritten Mal beträgt die Spieldauer weniger als drei Minuten. Be Smart And Breathe ist zwar eine der härteren Songs des Albums, fetzt aber trotz Weezer-Gitarrensound nicht all zu sehr. Make A Wish ist da nicht viel besser. Ein netter Song, der wunderbar radiotauglich ist, den Hörer aber keineswegs vom Hocker reißt. Auch Everything Went Black schafft es trotz gutem Beat nicht, mich zum Mitwippen zu animieren.

Up On The Roof verspricht als Mischung aus Cheap Comments und She Was Great (wegen dem Kopfgesang) zwar sehr viel, kann dies aber leider nicht halten. Schade, eigentlich hätte die Nummer viel Potenzial, doch der Mut fehlt. Den einen oder anderen Ausraster durch schnellere Drums oder einen Schrei von Arnim Teutoburg-Weiß hätte Up On The Roof gut vertragen. Generell klingt das Beatsteaks Album zu vorsichtig, als würde man sich nicht mehr trauen Songs wie Hello There rauszuhauen.

Pass The Message ist quasi das Automatic des neuen Albums. Ein seichter Sommersong à la Sublime, der mit Sicherheit einen Platz in meiner Badeteich-Playlist bekommt. Der Song bekommt vor allem durch das Bläserarrangement einen lässigen Touch und verbreitet gute Laune. Danach hören wir mit Gentleman Of The Year die bereits bekannte Auskopplung, die in Dauerschleife auf Gotv rauf und runtergespielt wird. Anfänglich konnte ich mit dem Song als Beatsteaks Fan der ersten Stunde nicht viel anfangen. Doch nach mehrmaligem Hören hat mich Gentleman Of The Year samt Tanzfieber schlussendlich doch noch gepackt.

Das zuvor angekreidete fehlende Ausbrechen geschieht ansatzweise im Song Wicked Witch. Selten aber doch lässt Arnim die Sau und einige Shouts heraus, die meinen Ohren noch nie besser taten als in diesem Moment. Doch wie auf der gesamten Platte, fehlt es auch Wicked Witch an Aussagekraft und wirkt relativ statisch.

Einen echten Anspieltipp dieser CD zu finden ist schwer. Creep Magnet könnte so einer sein, wenn man sich damit abgefunden hat, dass Songs wie To Be Strong oder Summer der Beatsteaks Vergangenheit angehören. Creep Magnet wird von Arnim Teutoburg-Weiß fast lieblich wie eine Geschichte erzählt und präsentiert sich als Türenöffner in eine bessere Welt.

I never was a Beastie Boy

Die letzte Nummer I Never Was ist mein persönlicher Favorit der Platte. Schöne Textzeilen, verspielte Gitarren und ein simples aber eingängiges Schlagzeug. Musik kann so schön unkompliziert sein.

Fazit

Beatsteaks ist ohne großes Schöngerede leider das schwächste Album der Beatsteaks. Eine Platte, die bei mehrmaligem Anhören zwar wächst und besser wird, aber wenn man eine CD erst großziehen muss, kann man sich auch gleich ein Tamagotchi zulegen. Für Beatsteaks Neulinge mag die Platte zwar eine solide Pop-Rock-Scheibe sein, für den alt eingesessenen Fan aber doch eher eine kleine Ernüchterung.

Beatsteaks – Beatsteaks

Für Fans von: Sublime, Donots, Beastie Boys
Warner Music International (Warner)
VÖ: 01.08.2014
Gesehen um €14,99

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