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Bonaparte im Interview

Bonaparte im Interview

Pünktlich zur Veröffentlichung ihres neuen Studioalbums haben wir uns ein bisschen mit Tobias Jundt von Bonaparte unterhalten. Er erzählt uns von der neuen (gleichnamigen) Platte, von Doris Day (die jetzt Pferde rettet) und redet auch ein bisschen von den Bühnenoutfits.

Hi Tobias! Danke, dass du dir für das Interview Zeit genommen hast.
Kein Problem. Mit Leuten, die Doris heißen, rede ich immer gerne! Ich bin ja ein großer Fan von Doris Day. Die kennst du ja wahrscheinlich gar nicht mehr. Aber die rettet jetzt Pferde. Stimmt wirklich! Aber gut. Lass uns gleich anfangen und ein bisschen über Musik quatschen.

Sehr gut. Meine erste Frage bezieht sich nämlich gleich mal auf das neue Album, das ja am 30. Mai erschien. Was war denn für euch die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung? Bonaparte mach ich jetzt seit sieben Jahren. Ich bin da praktisch auf Dauertournee, hatten ja schon 150 oder sogar mehr Shows und da reist man in die Welt. Man ist da so in dieser Blase drinnen und schreibt Songs und spielt Songs. Dass man sich da drinnen immer weiterentwickelt und auch mal zurückziehen kann ist, glaub ich, die größte Herausforderung. Und das ist bei diesem Album gut gelungen. Ich hab mich ja auch zurückgezogen und bin einfach mal weg von Berlin. Hat sich dann so ergeben, dass ich in New York war und das hat auch viel Einfluss im neuen Album und man sollte sich mal den Freiraum einfach erkämpfen. Aber ansonsten, ja das Leben ist schön.

Ihr habt ja meistens sehr spezielle Bühnenoutfits und auch in den Videos seid ihr größtenteils kostümiert zu sehen. Wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen?
Ja das sind auch so Phasen. Anfangs war ich ja viel allein, aber dann hab ich eine Band und ein paar Freunde gebraucht. Die haben halt dann auf der Bühne ein Buch gelesen oder Würstel gebraten. Dann sind wieder andere Freunde gekommen, die sich vielleicht ausgezogen oder kostümiert haben. Man hat dann einfach Spaß dran und es soll ja auch die Sinne ansprechen. Heutzutage sieht man sich ja Bands „live“ an, die sind aber dann nur anwesend und spielen ihre Songs. Das reicht aber nicht, man muss auch einfach noch was anderes bieten können. Ich persönlich aber hab mich davon etwas entfernt. Ich bin auf der Bühne, so wie ich dann halt nachher bin. Klar, die Tänzerinnen oder so haben schon mal riesen Koffer mit vielen Outfits dabei.

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Und wer besorgt die Teile für euch?
Ach, das ist ganz verschieden. Wir suchen uns jemanden, mit dem wir zusammenarbeiten wollen und der dann die Teile für uns macht oder wir arbeiten einfach selber daran. Jetzt zum Beispiel basteln wir an einem riesigen Afro-Tumor, der sich aber im Licht spiegelt. Mein Bruder, zum Beispiel, hat ja auch mitgetanzt. Der ist Pokerspieler und hat sich dann geärgert, weil er viele Turniere wegen unseren Konzerten verpasst hat und hat halt dann damit aufgehört und sich dem Poker Spielen gewidmet. Da hat man auch immer wieder verschiedene Phasen und oft verändert sich dann auch noch die Konstellation und neue Leute bringen dann neue Ideen. Aber wir stecken da so viel Energie rein, die Leute können sich das gar nicht vorstellen.

Welche anderen Künstler haben dich dazu bewegt, selber Musik zu machen?
Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis. Ich mache seit 29 Jahren bewusst Songs. Das schockiert die jetzt vielleicht, weil du denkst, ich sei erst 24 Jahre alt. Aber seit meinem sechsten Lebensjahr mache ich Musik. Da war’s dann auch oft so, dass ich zu meinen Freunden gesagt hab, dass ich später zum Fußballspielen nachkommen würde und zuerst noch Songs auf meinem Klavier spielen müsse. Ich hab eigentlich viele Stunden am Tag mit Musik verbracht. Später in der Schule war’s so, dass ich am Tag in der Schule war und in der Nacht Musik gemacht habe. Als Teenager war ich am Tag auch in der Schule und bin in der Nacht viel herumgekommen und hab viele Künstler und Musiker getroffen. Da lernt man immer wieder was Neues kennen. Ich hab andere Bands praktisch wie ein Verrückter aufgesaugt. Für mich war das halt immer klar, dass ich das durchziehen muss.

Würdest du das auch jungen Künstlern raten?
Ich war ja schon immer ein Befürworter dafür, dass man einfach das, was man in sich spürt, durchziehen soll. Immer an den Träumen festhalten, egal wie groß oder unwahrscheinlich die sein mögen. Aber wenn man daran festhält, kann das durchaus klappen. Wichtig ist einfach, dass man die Dinge macht.

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Im Juli kommt ihr im Rahmen des Poolbar Festivals wieder nach Österreich. Was gefällt dir hier denn am besten und wovon würdest du lieber Abstand nehmen?
Hmmm, Abstand nehmen würd ich von euren Kellern und am schönsten, die Berge natürlich. Nein Spaß. Ich bin Österreich eigentlich immer noch am Erkunden. Man glaubt’s zwar kaum, aber ich bin ganz oft im Mozarteum in Salzburg, also kenn ich Salzburg ein bisschen. Ich bin ja auch der Mann im Spagat und so sehr ich den Rock’n’Roll und Exzess mag, so sehr mag ich auch andere Dinge am Gefühlsspektrum. Schon spannend, dieses Österreich. Aber auch ein bisschen beengend und in sich geschlossen. Ich bin ja Schweizer. Ist ja eigentlich ähnlich, aber doch einen Tick anders. Ich möchte mich auch noch mal dafür entschuldigen, dass ich damals nicht zur Hochzeit der Tochter des österreichischen Königreichs erschienen bin. Napoleon Bonaparte ist ja wirklich nicht zur Hochzeit gekommen und hat stattdessen lieber einen Freund geschickt.

Zu guter Letzt hab ich noch eine Frage: Wenn du dich für eine Superheldenkraft entscheiden müsstest, welche würdest du wählen und warum?
Unlimitierte Potenz. Hm, nein das ist schwer. Wahrscheinlich fliegen. Als Kind hab ich mir beim Schlafengehen immer vorgestellt, dass ich fliege und das hat dann auch funktioniert. Und Musik bewirkt ja in gewisser Weise das Gleiche. Man fliegt halt einfach und entdeckt andere Sachen, das ist das Schöne an Musik.

Vielen Dank für das Interview!

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Doris Arnusch
Reps for Jesus!
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