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Calexico – Spiritoso

Calexico – Spiritoso

Calexico sind eine Band aus Arizona/USA, deren Genre man eigentlich gar nicht in eine Schublade stecken kann. Gemeinsam mit dem Rest der Band machen Gründungsmitglieder Joey Burns und John Convertino eine Mischung aus Jazz, Folk-Rock und mexikanischem Mariachi. Am 29. November letzten Jahres hat die amerikanische Truppe ein weiteres – das nun schon neunte – Konzertalbum namens Spiritoso veröffentlicht. Neu sind die Hits auf der Platte zwar nicht, haben Calexico (Facebook) viele Tracks ihrer Vorgängerplatte Algiers und noch ältere Songs miteingepackt.

Man braucht noch gar nicht viel vom ersten Song Frontera/Trigger gehört haben, bekommt man schon das Gefühl, Teil eines alten Westernfilms zu sein – Seite an Seite mit John Wayne. Und auch als Sänger John Burns zu singen anfängt, ändert das nichts daran. Man kommt sich vor, als wär man auf der Jagd nach gefährlichen Banditen. Dieses Schema findet man im ganzen Album verteilt wieder.

Dazwischen findet man sich heiße lateinamerikanische Tänze tanzend in einem mexikanischen Kaff oder auch mal bauchtanzend auf einem orientalischen Markt wieder. Das klingt alles ja auch ganz nett und abwechslungsreich, ist es am Anfang sogar, aber mit der Zeit wird das leider ein bisschen langweilig und es bleibt leider nur bei dem Attribut „nett“.

calexico-spiritoso-cover

Wenn man Spiritoso aber noch einmal – und zwar nur rein musikalisch – betrachtet, ohne auf die kombinierten Genres und Stilrichtungen zu achten, haben Calexico wiederum sehr gute Arbeit geleistet. Ich persönlich finde die Verbindung von Gitarre mit Trompeten und Schlagzeug wurde wunderschön in Szene gesetzt. Dazu kommt auch noch das Vibraphon zu seinem Einsatz und das macht das ganze natürlich noch authentischer.

Dann kommt noch der Gesang. Stimmlich, wie ich finde, würde man den Sänger gar nicht mit Latin-Jazz oder Mariachi assoziieren, sondern eben nur mit Folk-Rock, von dem man eigentlich gar nicht so viel auf Spiritoso zu hören bekommt. Es ist ja doch noch so, dass man eher an spanischen Gesang (oder zumindest an gebrochenes Englisch) denken muss, wenn man von diesen Genres hört. Aber nicht so bei Calexico: Die Stimme ist einfach etwas zu tief. Wenn ich an Mariachi denke, hab ich ein Bild von Männern mit Sombreros und quakiger Stimme im Kopf. Aber gerade diese untypische Stimmlage macht das Album wieder ein bisschen besser, weil der Kontrast einfach gut ist.

Fazit

Schlussendlich kann ich nur sagen, dass die Band grundsätzlich gute Arbeit geleistet hat, aber mit der Zeit wirkt Spiritoso einfach langweilig. Für zwischendurch oder einen Themenabend ist das Album sicher passend, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Scheibe zu einem Lieblingsalbum von irgendjemandem werden könnte. Dafür fehlt einfach Abwechslung und Aufregung.

Calexico – Spiritoso

Für Fans von: Giant Sand, Friends Of Dean Martinez
City Slang (Universal)
VÖ: 29.11.2013
Gesehen um: €14,99

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Doris Arnusch
Reps for Jesus!
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