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Chelsea Grin – Arena Wien

Chelsea Grin – Arena Wien

Der Abend ließ Großes erahnen. Nicht nur das Line-Up machte allen Hardcore- und Metalcorefans da draußen schon bereits vor Beginn des Konzerts große Hoffnungen, auch die Location sollte sich als gute Wahl herausstellen.

Um 19 Uhr hieß es Türen auf und macht euch bereit! Zahlreiche Fans und Jünger strömten Stück für Stück in die für den Abend außerwählten heiligen Hallen. Manche drängten sich sofort an den Merchandising-Ständen, um die begehrten Artefakte zu ergattern. Wieder andere platzierten sich entweder sofort vor der Bühne oder mit Bier im Plastikbecher an den Seiten der kleinen Halle der Arena Wien.

Nur eine gute halbe Stunde später ließen bereits Silent Screams den Startschuss mit dem treibenden Song The Way We Were fallen. Das Publikum schien noch verhalten der britischen Band gegenüber. Noch war die Luft nicht stickig genug, noch schien man sich erst auf den Abend einstellen zu müssen. Auch stießen immer wieder ein paar Nachzügler zu dem eingeschworenen Publikum dazu. Trotzdem hatte sich schon ein respektabler Kreis um die Mitte der Halle gebildet, wo später der Moshpit vermutet wurde. Langsam tauten sowohl Band als auch Fans auf – Silent Screams steigerten sich von Song zu Song. Mit When It Rains neigte sich die erste Runde des Mosh-Marathons zu Ende.

Nun hieß es für viele erstmal Richtung Bier-Hütte – auftanken, nachtanken – bis die nächste Band für die nächste Runde bereit war. Silent Screams übrigens fand man sofort nach ihrem Auftritt am Merchandising stand wieder, verschwitzt aber mit einem erfüllten Lächeln auf den Gesichtern.

Gegen 20.30 Uhr machten sich More Than A Thousand bereit für ihren Auftritt. Nachzügler ohne Ticket hatten es nun schwer, noch in den Genuss der nachfolgenden Bands zu kommen.

Das Konzert war restlos ausverkauft. Über 240 Rock- und Moshwillige hatten sich bereits zusammengefunden. Die Stimmung schien aufzutauen. Aber von der anfänglichen Zurückhaltung seitens des Publikums war nach dem ersten Song von More Than A Thousand immer noch ein bisschen zu spüren. Fight Your Demons – mitreissend, stimmgewaltig, aufreibend läutete Runde Zwei des Abends ein. Der Sänger der Band, Vasco, machte allen Anwesenden ziemlich Dampf. Er ist eben nicht nur ein charismatischer Portugiese, sondern war es ebenfalls leid, dass Fans und Anhänger teilweise etwas leblos in der Gegend rumstanden. So war es doch recht passend, als gleich auf Song Nummero Uno It’s Alive folgte. Bei den darauffolgenden Songs wurde zum Mitsingen und Abgehen anstatt Rumstehen animiert.

More Than A Thousand live in der Arena Wien

(c) Lennart Horst

Mit einem aufrüttelnden „Are you fucking alive?“ hielt der Sänger von More Than A Thousand das Publikum auf den Beinen, bis es gar nicht mehr anders konnte, als sich einfach nur der Musik hinzugeben. Nachdem mit Feed The Casket ein Song von neuem Album Lost At Home zum Besten gegeben wurde (neben Fight Your Demons der einzige an diesem Abend.), folgte das letzte der Schmankerl der Band für diesen Abend. Von vielen lange erwartet und schon mit Zurufen gefordert und fast so etwas wie die Hymne der More Than A Thousand– Fans: No Bad Blood. Nach diesem Song hatte man schon fast keine Lust mehr, aufzuhören ihnen zuzuhören. Ja, die fünf Portugiesen hatten es geschafft, das Publikum war bereit, The Browning und Chelsea Grin zu empfangen.

Doch erst hieß es wieder – Bierstand, warten bis The Browning bereit ist. Die Luft in der kleinen Halle der Arena Wien wurde bereits dicker. Es roch nach Bier und Transpiration. Vielleicht wurde auch deswegen die Stimmung lockerer? Man weiß es nicht genau.

Nach 21 Uhr knüpfen The Browning da an, wo More Than A Thousand aufgehört hatten: Mit harten Beats und wagemutigen Gitarrenriffs setzten sie auf die Stimmung noch einen drauf. Es stieg einem in die Nase, dass die Körper des Publikums nicht nur aufgeheizt von der mittlerweile ausgelassenen Laune waren. Trotzdem schien es für The Browning noch nicht genug. Sie forderten die Wall of Death von ihren tanzwütigen Anhängern. Diese folgten dem Befehl, doch The Browning wollten noch mehr. Mit einem „Not even close …“ forderten sie zu einem neuen Versuch auf, die meisten folgten bereitwillig und plötzlich brach etwas endgültig in den Köpfen der Leute durch.

Bloodlust wurde geschmettert, die Halle war nicht mehr zu halten. Arme und Beine wurden im Circle Pit zu einer Masse – alles was man schwingen konnte, wurde geschwungen.

Chelsea Grinlive in der Arena Wien

(c) Lennart Horst

Chelsa Grin – wir sind bereit für euch, wir geben uns euch hin. Weißes, flimmerndes Licht auf der Bühne nach dem Auftritt von The Browning. Klebender Fußboden, mehr Bier dort als in den Bechern. Don’t Ask Don’t Tell eröffnete das Finale eines grandiosen Abends. Wem dieses Lied nicht unter die verschwitze Haut ging – dann weiß ich auch nicht. Die Stimmung blieb auf dem ultimativen Siedepunkt. Lilith und S.H.O.T. folgten – ein Sinnesrausch für die Ohren. Das Herz mosht im Takt der Lieder. Was soll man dazu noch sagen? Achja – Letters war auch dabei. Als Vorgeschmack auf das neue Album von Chelsea Grin.

Alles in allem ein runder Abend, für jeden etwas dabei – für manche mehr, für manche weniger. Aber auf jeden Fall bitte mehr davon!

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